Tanias Hafi-Blog

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Eine kurze Vorstellung der Jungs

portraitar Damit Ihr wisst, über wen ich hier eigentlich schreibe, folgt hier eine kurze Vorstellung der Jungs:

Aramis bekam ich im Sommer 1999, damals siebenjährig. Ich hatte vor allem ein verlässliches, nettes Geländepferd gesucht, einen Kumpel eben. In der Bahn konnte er nicht viel, bevorzugt war er im Stechtrab und Schweinsgalopp unterwegs. Aber er war – und ist – eine Seele von Pferd, grundehrlich, motiviert und nervenstark. Er muss leider vorher schon viel Mist erlebt haben, da ihm z.B. das Gebiss großen Stress bereitete und er dazu neigte, sich in die Brust zu beißen.

Über die Jahre habe ich ihn mit der Hilfe meiner damaligen Reitlehrerin immer besser ausgebildet (erst „normal“, dann nach Philippe Karl). Und wir kamen richtig gut voran. 2004 bin ich umgezogen und habe hier dann erst einmal allein in der Bahn weitergemacht und bin da leider etwas übers Ziel hinaus geschossen. Von einem Tag auf den anderen verweigerte er die Mitarbeit in der Bahn. Ausreiten, longieren und Handarbeit gingen aber immer noch. Ich habe das „Nein“ meines Pferdes angenommen und wir sind in dieser Zeit vor allem im Gelände unterwegs gewesen. Dort habe ich mir mit ihm erarbeitet, auch mal ohne Kopfstück unterwegs zu sein und ich habe das freie Arbeiten kennen und lieben gelernt.

Seit Sommer diesen Jahres lernte ich Babette kennen und sie ermutigte mich, das Bahnreiten doch wieder anzugehen. Gemeinsam mit ihr konnten wir den Bahnarbeits-Knoten sehr schnell lösen und er ist jetzt wieder ganz der Alte – hoch motiviert, er strengt sich unheimlich an und läuft wieder wunderwunderschön. Meine Aufgabe besteht nun vor allem darin, achtsam zu sein und ihn nicht wieder zu überfordern. Ich gestalte unser Programm sehr vielfältig: Ausritte, mal lang und mit Tempo, mal bummelnd und entspannt, Arbeit in der Bahn mit und ohne Sattel, mit und ohne Gebiss, auch mal mit Dualaktivierung, mal mit Stangen, Longieren, Doppellonge, Handarbeit, Langzügelarbeit, Freiarbeit, Freispringen und auch Zirkuslektionen. So kommt keine Langeweile auf.

Meine Ziele für Aramis bestehen im Wesentlichen darin, dafür zu sorgen, dass er gesund und gut läuft. Gebäudebedingt bringt er einge Problemfelder mit, aber an denen lässt sich gut arbeiten. Gleichzeitig möchte ich lernen, behutsam mit seiner Motivation umzugehen – sie also schon auch zu nutzen, aber eben nicht mehr auszunutzen. Das ist manchmal nicht so einfach, wenn er so vieles anbietet.

portraitanAnthony kam im Sommer 2006 als Gefährte für Aramis zu uns, nachdem sein Herzenskumpel wegkam. Es war immer schon ein Traum von mir gewesen, selbst ein Jungpferd auszubilden, so entschied ich mir für den dreijährigen Anthony. Oder vielleicht entschied er sich auch für mich, denn von 30, 40 Jungpferden blieb er bei uns stehen, als alle anderen wieder ihren Dingen nachgingen.

Da ich ihn wirklich direkt aus der Jungpferdherde zu mir holte, war so gut wie roh. Gerade mal halfterführig (zumindest solange alles in seinem Sinn war), sonst war da nicht viel. Die ersten Monate bestanden in der Eingewöhnung und Grunderziehung (also: nicht beißen, nicht treten, mich nicht über den Haufen rennen oder durch die Gegend ziehen usw.). Hier habe ich vor allem die Freiarbeit genutzt, um eine beidseitige Vertrauensbasis aufzubauen.

Zum Winter 2006 hin fing ich dann mit Longieren und ein bisschen Handarbeit an und legte auch schon mal ein Pad oder einen Sattel drauf. Ende Januar 2007 saß ich zum ersten Mal auf dem Kleinen, das hatte sich spontan ergeben. Im Mai fing ich etwas systematischer mit dem Anreiten an, manches ging super, anderes nicht so, aber ich denke, das ist normal. Babette hilft mir tatkräftig bei der Ausbildung, wobei ich zur Zeit noch immer vor allem vom Boden aus mit ihm arbeite. Er ist gerade offenbar mitten in der Pubertät, da hat es nicht allzu viel Sinn, sich auf jeden Streit einzulassen. Auch für ihn gestalte ich das Programm abwechslungsreich: Freiarbeit, Handarbeit, Longieren, Stangentraining, Dualaktivierung an der Longe, hin und wieder auch mal reiten (bisher Schritt und Trab, Bahnfiguren, erste Seitengänge), Spazieren gehen, Freispringen und so nette Sachen wie “Luftballons zerknallen” oder mit dem Gymnastikball spielen. Er ist ein wirklich cooler kleiner Kerl.

Es freut mich sehr, dass er sich langsam vom öfter mal schlecht gelaunten Teenager zu einem fröhlichen Pferdchen entwickelt. Häufig konnte ich ihm seine schlechte Laune schon von weiten ansehen, was aber immer seltener vorkommt. Vielleicht merkt er langsam, dass ich doch auch ein bisschen Unthaltungspotential zu bieten habe :-)

8. März 2008 von Tania • Kategorie: Sonstiges 5 Kommentare »

Die Basis ist gutes Laufen - der Longenkurs

Suchen Sie nach einem Weg, Ihr Pferd so zu arbeiten, dass es lernt, mit aktiver Hinterhand und aufgewölbtem Rücken in guter Stellung und Biegung zu laufen? Möchten Sie so longieren, dass Sie von dem Ergebnis auch unter dem Sattel profitieren? Dann schauen Sie doch einmal in unseren Longenkurs oder in unser Video dazu.

 

5 Reaktionen zu “Eine kurze Vorstellung der Jungs”

 

Von Kirsten • 17. März 2008

Hallo Tanja,

ich bin über Zeit zu leben auf eure Homepage gestoßen und habe ganz interessiert und ein bisschen wehmütig eure Berichte gelesen. Ich habe im November 2006 meine über alles geliebte Stute aus Zeit- und finanziellen Gründen abgeben müssen. Wir sind 8 Jahre zusammen durchs Leben gegangen, haben gute und schlechte Zeiten miteinander erlebt. Sie hat meiner Tochter das Reiten beigebracht und war immer eine treue Seele.

Sie fehlt mir heute immer noch ganz oft, besonders an schönen Tagen, dann erinnere ich mich daran, wie wir zusammen ausgeritten sind.

Vielleicht kommt ja irgendwann wieder ein eigenes PFerd?! Und dann am liebsten einen süßen Hafi. Deine beiden sind wirklich wunderhübsch.

Liebe Grüße
Kirsten

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Hallo Kirsten,

herzlichen Dank für Deinen netten Eintrag. Dein Lob werde ich gleich an die Jungs weitergeben.

Das mit Deiner Stute ist traurig – so eine Entscheidung ist unendlich schwer, aber manchmal geht es nicht anders. Schön ist doch aber, dass Ihr 8 gemeinsame Jahre hattet.

Ich wünsch Dir von Herzen, dass Du bald wieder ein eigenes Pferd haben kannst,
Tania vom “Wege zum Pferd”-Team

 

Von caty • 23. Juli 2009

hallo tanja ich finde es wunderschön wie du über deine beiden pferde schreibst un wie du mit ihnen umgehst es sollte viel mehr solche pferdebesitzer geben die so denken wie du.du hast meinen Respekt lg caty

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Danke, Caty, ich freu mich über Deine Rückmeldung.

Herzlich,
Tania

 

Von Sinje • 11. September 2009

Liebe Tanja,

ich bin durch Zufall auf deinen Hafiblog gestoßen und habe ihn gleich ganz aufreget dem Rest der reitenden Familie gezeigt. Die Bilder deiner Beiden sind großartig und ich finde es klasse, wie du sie individuell förderst und forderst – wir Haflingerreiter und -besitzer haben es zwar auch viel mit negativen Vorurteilen zu tun, aber meiner Meinung nach werden viele Hafis auch zu wenig ausgebildet und schlecht geritten – es sind ja “nur” Hafis.
Deine Zwei haben großes Glück, so eine engagierte Besitzerin zu haben – und wir Internetnutzer haben Glück, an eurem Weg teilhaben zu können!

Liebe Grüße,

Sinje (und Haflingerstute Susi)

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Woooow, ein ganz herzliches Dankeschön für Dein liebes Feedback – ich freu mich sehr!
Tania

 

Von Sarah • 2. Januar 2010

Hallo Tania,

ich bin auch durch einen großen Zufall auf diese Seite gestoßen und habe gleich Anthony wiedererkannt :)
Mein Pferd steht nämlich dort,wo du Anthony her hast.
Ich muss auch sagen,dass er echtes Glück hat so eine Besitzerin gefunden zu haben und er hat sch echt schön entwickelt.
Knuddel ihn mal ein bisschen von mir ;)
Liebe Grüße,
Sarah

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Oh, das ist ja schön, von Dir zu lesen! Klar knuddel ich ihn von Dir – da freut er sich :-D
Tania

 

Von Charly • 20. Januar 2010

Hallo Tanja
Seid zwei wochen lese ich mit begeisterung deine geschichten von dir und deinen jungs.
Ich lebe in Berlin und habe seid 31 Jahren Pferde.Mein erstes war ein traber.Wir waren 24 Jahre gute Freunde.Wir haben im mai noch seinen 30sten gefeiert, aber im oktober 2000 mußte ich ihn wegen einer kolik einschläfern lassen.1995 habe ich mir noch einen 13 jährigen Haffimx gekauft, da ich meinen großen mit 25 jahren nicht das große reitgewicht zumuten wollte.Habe ihn ab und zu als handpferd mitgenommen.Ansonsten jeden tag spatzieren.Meinen Haffimix mußte ich nach 12 Jahren im alter von 25jahren einschläfern lassen.Nun besitze ich auch seid zwei jahren einen richtigen Hafflinger vom alten schlag.Er ist jetzt 16 jahre.Ich hoffe das ich noch viele jahre mit ihm ausreiten kann.Da ich ein Wald- und Wiesenhopper bin freue ich über jeden schönen tag zum ausreiten, obwohl ich auch bei schlechtem wetter rausgehe.Freue mich immer wenn ich deine beiträge lese.
Ganz toll!
Liebe Grüße Charly

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Lieben Dank, Charly, für Deine Zeilen und einen besonders dollen Knuddler an Deinen Hafi :-)
Tania

 

 

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Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.