Zwischen Unter- und Überforderung…
Einen der schwierigsten Punkte im Umgang mit Pferden finde ich das Thema “Unter- bzw. Überforderung”
- Wie viel kann bzw. soll ich fordern?
- Wann ist der Punkt erreicht, dass ich mein Pferd überfordere, wann ist es unterfordert?
- Und wie kann ich beides möglichst vermeiden?
Aus meinem reiterlichen Umfeld kenne ich beide Ausprägungen: Pferde, die viel zu hart rangenommen werden und fast konstant an ihrer Leistungsgrenze geschliffen werden und auch Pferde, die komplett gelangweilt sind, weil sie nie mal eine Aufgabe gestellt bekommen, die sie fordert. Und zwischen all dem gibt es dann natürlich noch viele Spielarten.
Da ich von meiner Persönlichkeit her ein ehrgeiziger und leistungsorientierter Mensch bin, ist bei mir die Gefahr der Überforderung immer größer als die einer Unterforderung. Ich habe mich deshalb sehr bewusst dagegen entschieden, mit meinen Pferden auf Turniere zu gehen. Dort würde all das in mir aktiviert werden, was ich meinen Tieren nicht antun will. Doch selbst im Alltag, auch wenn ich nur ganz für mich alleine reiten, muss ich immer wieder aufpassen, nicht zu viel zu verlangen.
Nach unserer Lernwoche bei Babette, in der ich merkte, dass mein Jungpferd doch schon zu mehr in der Lage ist, als ich zuvor dachte, bin ich dann zu Hause gleich wieder übers Ziel hinausgeschossen. Ich forderte in einer Einheit viel zu viel, mit dem Ergebnis, dass er den Dienst quittierte. Erfreulicherweise war er nicht nachtragend, so dass ich die Sache schon am nächsten Tag wieder auflösen könnte, aber es hat mich im Nachhinein doch sehr geärgert.
Und so besteht hier für mich persönlich noch ein riesiges Lernfeld, denn ich möchte idealerweise schon im Vorfeld erkennen, wann ich in Gefahr komme, zu viel zu verlangen. Dass, das, was unsere Pferde leisten und geben können und wollen, immer auch tagesformabhängig ist, macht die Sache natürlich nicht leichter.
Als Maßnahmen habe ich Folgendes beschlossen:
- Noch besser hinschauen und vor allem hinfühlen.
- Bei “Ungehorsam” noch kritischer überprüfen, was konkret die Ursache davon ist.
- Meine eigene Motivation noch genauer analysieren, bevor ich etwas durchsetzen will.
- Und: Mehr Entspannen, lockerer sein und noch viel mehr lachen!
Mich würde interessieren: Wie geht Ihr mit diesem Thema um? Wie versucht Ihr zu verhindern, Eure Pferde zu über- oder zu unterfordern? Ich bin gespannt!
24. April 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse • 1 Kommentar »

