Tanias Hafi-Blog
Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.
Die Sache mit der Anlehnung
Wenn man sich mal in den Reihallen umschaut oder durch Internet-Foren streift, das Thema “Anlehnung” ist überall präsent. Offenbar kann man sehr Unterschiedliches darunter verstehen und die allgemeine Unsicherheit darüber mag dazuführen, das vom schlabbernden Zügel bis hin zum auf die Brust gezogenen Pferd so ziemlich alles zu sehen ist.
Ich habe das Reiten in einem sehr kleinen Stall gelernt bei leider ziemlich schlechten Reitlehrerinnen. Dort war das Motto: vorne festhalten, hinten draufhauen und dabei möglichst oben bleiben.
Mit meinen Reitbeteiligungen lernte ich dann andere Reitweisen kennen. Aber erst mit meinem eigenen Pferd begann ich guten Unterricht zu nehmen und mich auch mit Büchern und Videos und Seminaren fortzubilden.
Was die Anlehnung angeht, so war ich da bis vor kurzem immer noch skeptisch. Aramis neigte schon immer zum Einrollen (ein Erbe der Zeit vor mir) und hat bisher einen Dauerkontakt möglichst vermieden. Ich selbst wollte auf keinen Fall mit Dauerzug reiten, wie ich es so oft sehe. Das führte dazu, dass ich den Zügel möglichst wenig anfasste.
Babette brachte mich nun sanft dazu, tatsächlich so etwas wie eine Anlehnung zu erarbeiten (siehe dazu auch ihren Beitrag zur Anlehnung). Der Grundgedanke dabei ist: das Pferd zu begleiten. Es also nicht allein zu lassen, indem man die Zügel wegwirft, sondern in einer stetigen, sanften Verbindung zu bleiben, mit der man dem Pferd immer sagen kann: “Ja, das ist richtig so.” oder “Jetzt bitte etwas mehr abstrecken.”
Die ersten Versuche meiner Kontaktaufnahme führten, wie zu erwarten war, tendenziell zum Einrollen oder Aramis hob sich immer sofort wieder nach oben heraus. Ohne Babettes Ermutigung hätte ich gedacht: “Es geht halt nicht.” Sie aber leitete mich an, mit jeder Bewegung mitzugehen und immer nur dann wirklich leicht nachzugeben (ohne den Kontakt aufzugeben), wenn die gewünschte Reaktion kam. Bei all dem war wichtig innerlich, liebevoll und sanft zu bleiben.
Babette spricht immer davon, mit den Zügel “zu locken” bzw. “zu verführen”. Und diese Einstellung ist natürlich eine gänzlich andere als wenn man “dem Gaul mal zeigt, wo der Schädel hingehört”. Aramis traute der ganzen Sache erst gar nicht, sprich: ich musste mir hier seine Bereitschaft, sich auf den Zügelkontakt einzulassen, wirklich erst verdienen. Ich durfte nicht ungeduldig werden und schon gar nicht ungerecht, wenn er sich zum 50. Mal heraushob, sondern einfach immer weiter dranbleiben. Das Lob kam exakt dann, wenn er die Verbindung zuließ und sich an den Zügel zu dehnen begann.
Und jetzt erst (ich reite seit 30 Jahren!) beginne ich langsam zu begreifen, was es eigentlich wirklich mit der Anlehnung auf sich hat! Wie es sein kann, wenn mein Pferd sie aktiv von sich aus sucht, ganz so als wolle er von mir geleitet werden. Und wenn das nicht nur kurze Momente sind, sondern wenn Phasen draus werden und wir beide uns in diesem sanften Kontakt entspannen können.
Ich weiß genau, welch enormer Vertrauensbeweis das für ein Pferd, das solche Angst vor dem Gebiss hat, wie mein Großer und es rührt mich sehr, das mit ihm zu erleben.
28. Mai 2008 von Tania • Kategorie: Reiten • 6 Kommentare »
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Von Therese
• 28. Mai 2008
Hallo Tania, mich würde interessieren, wie du Aramis dann gelobt hast?! Mit der Stimme? Oder wie oder was? Ich hatte nämlich oft das selbe Problem, wusste aber nicht, wie ich meinem damaligem Pferd zeigen konnte, wann es richtig war und die Reitlehrerin des Hofes konnte auch nur “vorne halten” und “hinten “aufwäcken”"
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Hallo Therese,
ja, ich habe mit Stimme gelobt, aber auch mit leichtem Streicheln am Hals und auch, indem ich ihn habe anhalten lassen und er bekam einen Keks. Früher habe ich nie vom Sattel aus mit Futterlob gearbeitet, weil ich fürchtete, dass er dann ständig betteln würde. Ist aber überhaupt nicht der Fall. Mit dem Futter kann ich aber prima was Gutes verstärken – und das ist eben auch wirklich ein Lob, welches er definitiv als solches empfindet
Herzlich,
Tania von “Wege zum Pferd”
Von Rahel Ruef
• 19. Juli 2008
Ich finde Ihre Webseite sehr gut:-)
Diese Seite ist sehr motifierend und lernförderlich!
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Hallo Rahel,
ganz herzlichen Dank für das tolle Feedback!
Weiterhin viel Freude mit “Wege zum Pferd”,
Tania
Von Susanne
• 25. August 2008
Hallo Tania! Die Ahnlehungsgeschichte ist klasse! Genauso habe ich das auch empfunden! Mir hatten diese Dressurstudien (ein Heft mit vielen Beiträgen von lauter “Spezialisten” zu einem bestimmten Thema) da sehr geholfen (die leiht Bianca mir freundlicherweise immer aus:-)). Es ist auch so, dass man wirklich Geduld braucht. Ich reite auch viel gebißlos, da hilft einem auch nichts, wenn es mit Sitz und Hilfen (so wenig wie möglich) nicht klappt! Das Annehmen des Zügels ist jedenfalls auch im Notfall eine ganz wichtige Sache – die muss einfach klappen! Und sieht auf den Bildern von euch gut aus! Ich denke, Lob ist das A und O im Umgang mit Pferden ( und Hunden und Kindern und Männern…… grins, man beachte die Reihenfolge) Viele Grüße aus dem Saarland! Susanne
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Hi Susanne,
schön, von Dir zu lesen
Jau, die Dressurstudien lese ich auch, wie vieles andere. Und es ist immer wieder schön, wenn zu dem verstandesmäßigen Verstehen das tatsächliche Erleben kommt.
Ein herzlicher Gruß an Dich,
Tania
Von Jenny
• 5. Juni 2009
Hallo,
ich habe eine Rb, 14 Jahre alt. Und ich habe eine sehr gute Reitlehrerin, bei der ich regelmäßigen Reitunterricht nehme, sie selbst hat ein Pferd ausgebildet und reitet Dressur im M-bereich.
Gerade sind wir dabei, das meine Rb mitte, bis ende beim Reiten (Nicht nur beim Reitunttericht, sondern auch wenn ich alleine Reite, was ich 3x die woche mache, sich schön abdehnt, daraus soll ja die Anlehnung entstehen. Gerade machen wir das noch so, das ich sehr stark mit der Hand arbeite, was nicht schön ist, aber ich muss es ja lernen. Wenn ich jetzt an diesem Punkt bin, ab dem sie sich total adehnt, wie soll ich ihr dann die Anlehnung anbieten? Und wie soll ich von anfang an beim Reiten anfangen, im Bereich Hilfen mit Hand und Bein?
Tanja, könntest du mir eine Mail schreiben, wo du mir schritt für schritt erklärst wie ich die Anlehnung einbringe?
Lg
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Hallo Jenny,
ich fürchte, da muss ich passen, tut mir sehr leid. Gerade das Thema Anlehnung ist sehr komplex und aus der Ferne, ohne Euch zu sehen, ohne zu wissen, wie Du reitest, ohne den Ausbildungsstand des Pferdes zu kennen und all die anderen wichtigen Faktoren kann ich leider keine konkreten Tipps geben.
Aber Deine Frage müsste Dir doch Deine Reitlehrerin beantworten können – sie bildet Euch doch aus.
Herzlich,
Tania
Von Charlotte
• 23. Juni 2010
Hallo Tania!
Ja, mit dem Thema Anlehnung habe ich auch so meine Probleme, besonders, weil dieser Punkt von unterschiedlichen Reischulen komplett unterschiedlich behandelt wird: Bei meiner alten Reitschule war das eigenliche Ziel jeder Stunde, das Pferd zu einer schönen Haltung und Anlehnung zu bringen.Bei meiner jetzigen wird plötzlich erwartet, das Pferd in fünfeinhalb Sekunden perfekt an den Zügel geritten zu haben. Leider muss ich zugeben, das ich es bei beiden Schulen nie geschafft habe,eine konstante Anlehnung beizubehalten. Vielleicht hat das Pferd mal kurz im Genick abgeknickt, ich ahb dann auch sofort mit der Hand nachgegeben, aber dann war es sofort wieder oben mit dem Kopf! 
Schwierige Sache, ich würde mich wahnsinnig über einen weiteren Beitrag zu diesem Thema freuen!
LG, Charlotte
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Schau mal – Babette hat dazu auch schon was veröffentlicht, vielleicht hilft das ein bisschen weiter?
http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2008/04/08/eine-ubung-fur-die-anlehnung/
http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2009/10/27/eine-spannende-ubung-zur-zugelfuhrung/
Herzlich,
Tania
Von Birgit(Gepardo)
• 28. Oktober 2010
Hallo Tanja,stöbere grad mal wieder auf Deinen Seiten und stieß auf das Tema Anlehnung.Mein größtes Problem mit meinem Hü.Ich hab in meinem Stall den Eindruck als könnten sie “es”alle nur ich bekomme mein Pferd nur mit sehr viel Schweiß in die Anlehnung/Aufrichtung.Mit langem Hals läuft er dahin und wenn mein Reitlehrer sagt der kaut zu wenig beschäftige ihn mal.Beweg deine Hände.Dann mach ich das artig nur mein Pferd drückt noch mehr dagegen.Druck erzeugt Gegendruck..Stellen läßt er sich auch nicht so gut.Schaut gerne nach außen.Am Boden Sieht das anders aus.Die Übungen zum Longenkurs macht er ganz brav mit.Neulich hat eine”die richtig reiten kann” auf ihm gesessen.Druck hat sie gemacht und mein Pferd hätte aufs Tunier gehen können,so toll ist er dahingeschwebt.Ich mag aber keinen “Druck”in der Form..gegenhalten..mehr Bein etc.
Gibts da vielleicht einen Rat von Dir,Übungen etc.die ich versuchen könnte.P.S.am liebsten galloppiere ich ohne Sattel mit wehendem Haar durch die Halle..dann sind “wir”so glücklich” 
ganz liebe Grüsse Birgit
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Hallo Birgit,
ohne Euch zu sehen, kann ich da leider gar nicht viel sagen. Ich wage aber arg zu bezweifeln, dass Druck zu schönen Gängen führt
Und auch “viel Schweiß” ist für mich nicht der richtige Weg.
Der Longenkurs ist ein sehr guter Weg, einem Pferd Balance und Selbsthaltung zu vermitteln. Im Aufbaukurs erfährst Du, wie Du die Idee des Longenkurses auch im Sattel umsetzen kannst.
Um mehr Aufrichtung und Versammlung zu erreichen, nutze ich viele Übergänge und Wechsel von gebogenen und geraden Linien sowie Seitengänge.
Tania
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