Tanias Hafi-Blog : Monatsarchiv für Juli 2008

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Die Sache mit der inneren Schulter oder: Worauf es beim Longieren ankommt

Longieren scheint so einfach – man steht in der Mitte und das Pferd läuft um einen herum, im Schritt, Trab und Galopp. Das zu erreichen ist für die meisten recht schnell möglich, aber: WIE läuft das Pferd da um einen herum? Denn genauso wie beim Reiten ist es auch beim Longieren sehr wichtig, dass das Pferd auf eine Art und Weise läuft, die ihm nicht schadet, sondern die ihm idealerweise nützt.

Beim Longieren wird vor allem der Bewegungsapparat des Pferdes belastet, insbesondere Sehnen und Gelenke. Die Kreisform ist für ein Pferd keine natürliche Bewegungsform und so legen sich alle Pferde naturgemäß in die Kurve wie ein Motorrad. Diese Bewegungen sind aber alles andere als gut und es ist sehr wichtig, genau daran zu arbeiten.

(weiterlesen…)

31. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Longieren 3 Kommentare »

Die Jungs auf Reisen, die zweite oder: Wie schon der Anfang zu einem Lehrstück wurde

Wir machen gerade mal wieder einen Lernurlaub bei Babette. Dieses Mal sind wir eine ganze Woche hier und werden sicher wieder ganz viel mitnehmen.

Bereits der erste Tag war für mich persönlich ein Lehrstück: Und zwar ging es ums Verladen. Schon verrückt: Früher hielt ich das Verladen nie für problematisch, sondern ging einfach ganz natürlich davon aus, dass mein Pferd in den Hänger ging. Es gab auch nie Probleme damit.

Nun habe ich in der letzten Zeit mehrfach mitbekommen, wie schwierig und auch schlimm Verladesituationen sein können – und prompt geht es auch bei uns nicht mehr so einfach. Und bei alledem weiß ich genau, dass ICH die Ursache bin, nicht meine Pferde. (weiterlesen…)

30. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Umgang 2 Kommentare »

Ich kenn doch mein Pferd! Oder etwa nicht?

Die meisten Menschen, die öfters mit einem Pferd zu tun haben oder denen es sogar gehört, würden sicher mit dem Brustton der Überzeugung sagen: “Ich kenne dieses Pferd!” Mir ging es zumindest so. Ich habe Aramis jetzt seit 1999 und ja, ich dachte, ich kenne ihn ziemlich gut…

Gerade die letzten ein, zwei Jahre haben mich aber mein Pferd ganz neu kennen lernen lassen. Und ich muss gestehen, dass ich ihn in einigen Punkten leider falsch eingeschätzt bzw. Wichtiges übersehen habe.

So ist mir z.B. bis vor kurzem nicht wirklich bewusst gewesen, wie sensibel mein Großer ist und wie sensibel er auf mich und meine Stimmungen reagiert. Aramis ist ein gestandener Haflinger-Mann mit einer starken Ausstrahlung. Er ist ein echtes Verlasspferd und eine Seele von Pferd. Ich habe schon immer genau diese Stärke an ihm bewundert und dabei übersehen, dass sich darin ein höchst empfindsames Pferd verbirgt.
(weiterlesen…)

23. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 2 Kommentare »

Eine interessante Übungsreihe für mehr Schulterkontrolle

Ich arbeite mit meinen Jungs auch gerne an der Hand. Vom Boden aus lässt sich vieles leichter vermitteln und man kann dann beim Reiten erheblich von der bereits vorhandenen Basis profitieren.

Vor einigen Tagen entwickelte ich eine sehr schöne Übungsreihe, die exzellent dazu geeignet ist, Schulterkontrolle zu erlangen und das Pferd von der Vohand wegzubekommen. Voraussetzung ist, dass das Pferd bereits entspannt an der Hand läuft und sich in Volten biegen und stellen lässt ohne eilig zu werden. Später kann man die Übung dann auch gut reiten.
(weiterlesen…)

18. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Arbeit an der Hand 6 Kommentare »

Neues neugierig erkunden oder: Wie Pferde selbstbewusster werden

Babette hat vor kurzem in einem Beitrag ihren Weg vorgestellt, Pferde an Neues zu gewöhnen. Ich habe es bisher mit meinen Jungs nicht ganz so systematisch, aber schon sehr ähnlich gemacht: Wann immer etwas “gruselig” ist, bin ich mit ihnen hin und habe sie ermuntert, sich die Sache anzuschauen und möglichst auch mit der Nase zu berühren. Für solchen Mut gab es dann immer ein großes Lob und auch ein Leckerli.

Ich suche auch regelrecht solche Situationen, sprich wenn auf dem Hof etwas los ist oder auf dem Weg etwas Unbekanntes steht, weiche ich nicht aus, sondern im Gegenteil, ich nutze es als Möglichkeit, meinen Pferden etwas Neues zu zeigen. Hier ist z.B. ein Bild zu sehen, wo ein Party-Zelt auf unserem Hof aufgebaut war:

neugier0.gif

Mein Motto: Wenn etwas gruselig ist, schauen wir es uns an.
(weiterlesen…)

16. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Umgang 6 Kommentare »

Die Sache mit dem Gruppendruck

Babette und ich denken ja viel darüber nach, warum in der Pferdewelt manches so schief läuft. Eine Ursache besteht meiner Ansicht nach in dem Phänomen “Gruppendruck”: Vieles wird gemacht, weil die anderen es auch so machen und weil man schnell zum Außenseiter wird, wenn man auffällt. Dann wird gelästert und gelacht, etwas, das die wenigsten von uns mögen.

Leute, die ihre Pferde in Eigenregie halten, haben es in dieser Hinsicht wahrscheinlich einfacher. Sie sind zwar auf sich gestellt, aber haben viel weniger Druck von außen als Reiter/innen, die in einer Reitschule oder in einem Verein sind. Je mehr Leute da sind, desto schwieriger scheint es oft, die eigenen Entscheidungen nicht in Hinblick auf die lästernden Leute am Hallenrand oder auf den Reitlehrer zu treffen, der gerade in der Halle reitet.

Ich weiß noch sehr genau, wie ich reiten lernte. Es war ein kleiner Stall in einem Berliner Außenbezirk. “Pferdegerecht” war damals noch ein Fremdwort und so lernte ich sehr viel Schlimmes kennen und leider auch selbst zu tun – und genau dazu wurde man dann auch immer wieder ermuntert. Bis zum heutigen Tag versuche ich mich von den Automatismen zu befreien, die sich damals als Kind in mein Hirn brannten, wie z.B. “Setz dich durch, der veräppelt dich nur!” oder “Der braucht mal ordentlich eins mit der Gerte.” oder “Da musst du nur mal kräftig zulangen, dann weiß er, wo es langgeht.” usw.
(weiterlesen…)

11. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Sonstiges 14 Kommentare »

Spielspaß oder: Was Pferde mit einer Iso-Matte alles machen können

Man nehme eine alte Iso-Matte, bringe sie zu seinem Pferd, lege sie auf den Boden und warte einfach mal ab, was passiert. :-) (Bitte natürlich nur unter Aufsicht, denn man ein gefräßiges Tier könnte auf die Idee kommen, so eine Matte aufessen zu wollen, was schlimme Koliken nach sich ziehen kann).

Meine Jungs waren sehr angetan, als ich genau das vor einigen Tagen tat. Zunächst wurde die Iso-Matte gründlich untersucht:

spielen_isoquatsch0.jpg

Und Anthony lud Aramis zum Spielen ein:

spielen_isoquatsch1.jpg

spielen_isoquatsch2.jpg
(weiterlesen…)

9. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Spiele 2 Kommentare »

Reiten heißt Fragen beantworten

Bei dem amerikanischen Pferdetrainer Mark Rashid (s.a. unsere Buchtipps) fand ich neulich eine sehr gute Anregung: Er sprach davon, dass unsere Pferde uns beim Reiten ständig Fragen stellen und wir es oft versäumen, die kleinen Fragen wahrzunehmen und zu beantworten. So ritt er z.B. sein Pferd Buck im Schritt an. Buck fragte relativ schnell nach, ob er langsamer werden dürfte, indem er es einfach probierte. Mark Rashid beantwortete das mit einem “Küsschen-Laut” und sagte so: “Nein, Buck, bitte wieder schneller.” Dann demonstrierte er, was passierte, wenn er die Frage nicht beantwortete: Buck wurde immer langsamer und schlurfte nur noch.

Die Grundidee dieser Überlegung ist Folgende: Reiten ist wie ein ständiges Zwiegespräch zweier Lebewesen. Wenn wir versäumen, die Fragen unseres Pferdes (“Darf ich langsamer werden?”, “Darf ich schneller werden?”) oder auch die Feststellungen (“Das Pferd dort drüben interessiert mich.” oder “Das Gras sieht lecker aus.”) zu beantworten, entscheiden sie selbst. In den meisten Fällen setzen wir dann erst ein, wenn schon viele kleine Entscheidungen zu einer Reaktion geführt haben, die wir nicht wollen (das Pferd ist zu langsam oder zu schnell, es läuft zu dem Zaun, wo das andere Pferd steht, es rupft ein Grasbüschel usw.). Dann allerdings muss die Reaktion deutlich stärker ausfallen, als sie nötig gewesen wäre, wenn wir früher reagiert hätten!

Wow – so einfach diese Erkenntnis erscheint, so viel Potential liegt in ihr! Der Einsatz feiner Hilfen erfordert also eine große Achtsamkeit und Aufmerksamkeit von meiner Seite. Ich bin gefordert, die Kommunikation nicht nur einseitig zu sein – also nach dem Motto “Ich sage, was gemacht wird.”, sondern ich muss mich öffnen für die Signale meines Pferdes, für seine Fragen, für seine Äußerungen und ich muss darauf reagieren.
(weiterlesen…)

4. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Reiten 2 Kommentare »

Kinderarbeit, nein danke!

Mein Youngster hat vor kurzem seinen letzten Milchzahn verloren. Für mich ist das ein kleiner Meilenstein in Sachen Erwachsenwerden, ein symbolischer Abschied von seiner Kindheit.

jungpferd2.jpgNun bekomme ich im Austausch mit anderen immer wieder mit, dass schon 3jährige eingeritten und ausgebildet werden und nicht selten bereits in diesem Alter auf erste Turniere gehen. Mir tut das immer richtig weh, jetzt noch mehr, wo ich die Entwicklung meines Kleinen verfolgen konnte.

Als ich ihn bekam war er 3 Jahre und 3 Monate. Er war noch durch und durch Kind. Natürlich hätte ich ihn auch schon mit diesem Alter anreiten können, aber das wäre mir nicht im Traum eingefallen, denn nicht nur weil etwas geht, muss man es auch tun. Ganz abgesehen davon, dass Pferde mit 3 Jahren noch ganz erheblich wachsen (die Wachstumsfugen haben sich also noch nicht geschlossen, wodurch durch eine Belastung Schäden auftreten können), sie sind einfach vom Kopf her auch noch mehr Fohlen als alles andere.
(weiterlesen…)

2. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Reiten 4 Kommentare »

Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.