Tanias Hafi-Blog
Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.
Eine interessante Übungsreihe für mehr Schulterkontrolle
Ich arbeite mit meinen Jungs auch gerne an der Hand. Vom Boden aus lässt sich vieles leichter vermitteln und man kann dann beim Reiten erheblich von der bereits vorhandenen Basis profitieren.
Vor einigen Tagen entwickelte ich eine sehr schöne Übungsreihe, die exzellent dazu geeignet ist, Schulterkontrolle zu erlangen und das Pferd von der Vohand wegzubekommen. Voraussetzung ist, dass das Pferd bereits entspannt an der Hand läuft und sich in Volten biegen und stellen lässt ohne eilig zu werden. Später kann man die Übung dann auch gut reiten.
Und so geht’s
Zunächst ganze Bahn Schritt gehen.
Dann aus der Ecke kehrt. Man bleibt innen und fragt nach einem Konterschulterherein (man selbst geht nun an der Bande) und geht im Konterstellung bzw. auch Konterschulterherein die lange Seite entlang.

Nun eine Kehrtvolte in Außenstellung einleiten – Stellung, Biegung und Position bleiben unverändert. Hier notfalls mit Hilfen an der Schulter dem Pferd klar machen, dass es Richtung äußere Schulter gehen soll.

Die Konterstellung vermittelt gerade solchen Pferden, die sich gerne auf die innere Schulter legen oder die schnell auf die Vorhand fallen, eine gute erste Idee davon, wie es sich anfühlt, wenn sie von der inneren Schulter wegkommen.
Tipp: Gelingt die Außenstellung noch nicht, einfach noch eine oder zwei weitere Volten anschließen und erst auf die Kehrtvolte gehen, wenn zumindest das Grundprinzip umgesetzt wurde. Zurück auf dem Hufschlag in normaler Innenstellung wieder zur nächsten Ecke und dort mit einem aus-der-Ecke-kehrt die Übungsfolge wiederholen.
Am Ende der Kehrtvolte kann man auch sehr gut ein erstes Schulterhervor oder Schulterherein erarbeiten, da durch die Konterstellung die innere Schulter bereits angehoben und damit frei ist. Für das Pferd ist es dann gar nicht mehr so schwer, das Schulterherein zu verstehen und umzusetzen.
Probiert es mal aus und berichtet, wie es geklappt hat.
18. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Arbeit an der Hand • 6 Kommentare »
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Von Almut
• 22. Juli 2008
Hallo Tania,
haben diese Übung heute – erstmal an der Hand – ausprobiert. Mein Pony beherrscht das Schulterherein schon sicher, aber die Kehrtvolte in Konterstellung fanden wir gar nicht soo einfach… es braucht ein bisschen Fingerspitzengefühl, die Richtung klar zu machen und trotzdem die Stellung und Biegung beizubehalten. Aber auf jeden Fall eine interessante, anspruchsvolle Übung, die ich bestimmt bald mal beim reiten einbauen werde.
Danke für die vielen Anregungen auf Eurer tollen Seite und herzliche Grüsse,
Almut
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Jep, anspruchsvoll ist die Übung! Aber jetzt, wo ich sie immer mal wieder einbaue, merke ich, wie wirkungsvoll gerade die Konterstellung ist. So schwer es zunächst für das Pferd zu begreifen ist, wie das gehen soll, so löst sich genau dadurch offenbar ein großer Knoten was die Frage angeht, wie man von der inneren Schulter wegkommen kann. Ich bin selbst immer begeisterter von der kleinen Übungsreihe
Und herzlichen Dank für das tolle Lob,
Tania von “Wege zum Pferd”
Von Almut
• 24. Juli 2008
Habe heute die Übung beim reiten probiert – ging sogar noch besser 
Eilige Grüsse, Almut
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Wow, super!
Tania
Von Lizzy
• 3. September 2009
Hallp Tania,
ich finde die Übung sehr spannend (konnte sie aber ncih nicht ausprobieren, da gerade erst gesehen), weil ich ein ehem. Rennpferd reite, das nach seiner Karriere direkt 1 Jahr lang mit einem Schlaufzügel zusammengezogen wirde. Resultat war nciht nur ein mächtiger Unterhals, sondern auch (und daran knabbern wir heute noch massiv) die Bestrebung, sich auf der inneren Schulter abzustützen. Ich erkläre mir das so, dass das Pferd überhaupt nicht ausbalanciert war (auf der Rennbah in hohem Tempo fällt man nicht so schnell um) und dann plötzlich zusammengezogen in der engen Bahn das Gefühl hatte umzufallen. Einzige Hilfe, um sich noch abstürzen zu können, war natürlich die innere Schulter… Ich arbeite seit 2 Jahren mit ihm und wir sind schon ein gutes Stück Weg zusammen gegangen (es gab noch viele, viele andere Probleme auch im Verhalten, als nur die Schulter), aber gerade bei Unsicherheit oder Stress fällt er in die alten Muster udn auf die Schulter.
Daher möchte ich die Übunge gerne mal ausprobieren.
Zu meinem Verständnis aber:
Wenn ich nun in Außenstellung auf die Kehrtvolte gehe, gehe ich ja in dem fall außen mit. Hebe ich dann aber nicht sie ÄUßERE Schulter? Schiebe ich durch die Außenstelung das Pferd nicht auf die innere (von mir entlegene) also in die Kerhtvolte zeigende Schulter?
Ich bezweifle nicht, dass das klappt, ich möchte mir nur vorher klar sein, wo ich was beeinflusse.
Oder kommt das bessere gefühl des Pferdes für seine Schultern daher, dass ich betont die Lastverschiebung auf den Schultern wechsle (also einmal Kehrtvorlte innen gestellt, dann Kehrtvolte nach außen gestellt)?
Viele Grüße, Lizzy.
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Es ist Zweiteres: nämlich der Wechsel der Lastverschiebung. Je flexibler das Pferd sein Gewicht verlagern kann, desto leichter kann man es auch von der Tendenz, nach innen zu fallen, wegbringen. Probiers mal aus – die ersten Versuche werden sicher nicht besonders gut klappen. Aber wenn das Pferd sein Gewicht verlagert, dann gaaaanz dolle loben
Tania
PS: Vielleicht kennst Du unseren Longenkurs schon? Da geht es ganz gezielt darum, an der Tendenz, auf die innere Schulter zu fallen, zu arbeiten.
Von Lizzy
• 7. September 2009
Hallo Tania,
natürlich bin ich schon auf euren Longenkurs gestoßen und habe Elemente davon so weit ich das sehen kann auch bereits in meiner Arbeit, ich denke aber in der Tat, dass ich ihn mir unbedingt zulegen sollte…
Ich habe die oben beschriebene Übung übrigens mit unserer Merens Stute ausprobiert (an der Hand) und das hat ziemlich gut geklappt, abgesehen davon, dass wir dann noch an der Wegfindung arbeiten müssen… Da sie sehr gedrungen und wendig ist, fällt ihr die Gewichtsverlagerung viel leichter. So eine neue Übung ist erst mal leichter für mich mit einem Pferd zu üben, dem das nicht so schwer fällt. Demnächst ist dann unser Großer dran. Bin gespannt. Aber auf jeden Fall ist das eine sehr schöne Anregung, um ein Pferd dazu zu bringen, sein Gewicht mal zu verlagern und zu verschieben.
Viele Grüße, Lizzy.
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Freut mich!
Tania
Von Christine
• 6. November 2010
Moin Tanja,
arbeite mit meiner RB-Stute bereits ein halbes Jahr nach eurem Longenkurs und bin nach wie vor begeistert. Daher schaue ich auch immer mal auf eurer Seite nach, was noch so interessant für das weitere Gymnastizieren ist. Meine Frage nun zu dieser Übungsreihe: Benutzt du für diese Arbeit an der Hand den Kappzaum oder die Trense?
Grüße und Danke, Christine
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Hallo Christine,
ich freu mich über Deine Rückmeldung!
Für den Anfang würde ich immer erst einen Kappzaum nehmen, bei solchen Übungsfolgen kommt es ja doch öfter mal zu kleineren Missverständnissen. Erst wenn das Pferd eine grundsätzliche Vorstellung von dem hat, was gemacht werden soll, würde ich zur Trense greifen. Wobei ich zur Zeit nur noch den LG-Zaum nehme, auch für die Handarbeit.
Herzlich,
Tania
Von Ryll Monika
• 18. Januar 2012
Hallo Tania!
Hab erst jetzt angefangen mich mal mit euren Seiten zu beschäftigen, und wollt einfach mal Danke sagen,zu dem was du schreibst über Pferde dürfen Fehler machen usw. ja auch ich habe gelernt, daß man streng sein soll und nicht bittet und ich arbeite nun schon eine ganze Weile hart an mir es zu ändern. Meine beiden Stuten danken es mir. Such aber gerade nach einer Idee, meine WB Stute 18jährig zu überzeugen, daß etwas mehr Engagement und Fleiß auch Spaß machen könnte. Hättest du dafür vielleicht einen Tipp?
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Hallo Monika,
danke für Deinen Kommentar!
Zu Deiner Frage: Ohne ein bisschen mehr zu erfahren, kann ich dazu leider nichts sagen. Es gibt viele Ursachen, warum ein Pferd eher träge ist und genauso viele Möglichkeiten, daran zu arbeiten. Melde Dich mal in unseren Forum an – dort könntest Du das Thema zur Diskussion stellen und ein bisschen mehr über das Pferd schreiben. Ich bin mir ganz sicher, dass Du da gute Hinweise bekommen wirst.
Herzlich,
Tania
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