Tanias Hafi-Blog

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Passt der Sattel? Der Knetpad-Test

Einen passenden Sattel zu finden, gehört wohl zu den schwierigsten Herausforderungen eines Pferdebesitzers. Dabei besteht das größte Problem darin, dass wir die Passform eines Sattels vor allem durch das Anschauen überprüfen müssen, dass aber das Pferd den Sattel fühlt und uns nicht sagen kann, ob er drückt oder kneift.

Wird ein Sattel durch einen guten Sattler angepasst, ist die Chance recht hoch, dass der Sattel zu diesem Zeitpunkt gut passt. Da sich aber die Muskulatur des Pferdes verändern kann, heißt es leider nicht, dass der Sattel auch nach einer Weile noch wirklich passt. Und leider merkt man oft erst, dass der Sattel nicht mehr passt, wenn das Pferd Schmerzen zeigt oder gar die Muskulatur weggedrückt wird.

Was kann man also als Laie tun, um einigermaßen sicherzustellen, dass das nicht passiert?

Eine Möglichkeit, zu überprüfen, ob ein Sattel drückt, sind so genannte „Impression-Pads“. Diese sind mit einer speziellen Masse gefüllt, die sich bei Druck verschiebt, so dass man nach dem Reiten sehen kann, ob ein Sattel Druckspitzen (also Stellen, wo der Druck zu groß wird und damit Schmerzen bereiten kann) macht. Solche Pads sind leider sehr teuer.

Nun gibt es aber findige Leute, die auf tolle Ideen kommen. Dazu gehört Carola von www.kaltblutpower.de. Sie hat eine kostengünstige und hoch funktionale Möglichkeit ausgetüftelt, wie man austesten kann, ob ein Sattel an bestimmten Stellen zu viel Druck ausübt – und zwar mit ihrem „Carola-Pad“, einem selbst gemachten Knetpad.

Die Füllung für dieses Pad ist für wenig Geld selbst herzustellen. Das Ganze wird dann in stabile Gefrierbeutel oder extra-starke Auslegfolie gefüllt, mit einem Nudelholz ausgerollt und schon hat man ein exzellentes Messinstrument für Sättel.

Ich selbst habe damit schon verschiedene Sättel ausgetestet.

So sieht das Pad aus (nach einem Test, der positiv ausfiel):

carolapad1.jpg

So liegt es auf dem Rücken:

carolapad3.jpg

Und hier kann man es unter dem Sattel erkennen:

carolapad2.jpg

Nach dem Test hält man es am besten gegen das Licht, dann lassen sich zu dünne Stellen am besten erkennen (wobei hier keine zu sehen sind, durch Druckspitzen weggedrückte Masse sieht man sehr deutlich):

carolapad4.jpg

Und wer nun das Rezept für dieses prima Pad haben möchte, geht zu www.kaltblutpower.de.

24. September 2008 von Tania • Kategorie: Ausrüstung 4 Kommentare »

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4 Reaktionen zu “Passt der Sattel? Der Knetpad-Test”

 

Von christina • 14. November 2008

Liebe Tanja,
nachdem ich ziemlich unerfreuliche und unendlich mühsame und für mein Pferd schmerzhafte Erfahrungen mit Sätteln gemacht habe, habe ich mal bei euch im blog umgeschaut, ob da irgendwo empfehlungen zu sätteln sind, hab aber nichts gefunden, außer den knetpad-test.
Ist vielleicht auch ein sehr empfindliches Thema, Marken zu empfehlen macht oft wenig Sinn, aber ich dachte so eine grundsätzliche Diskussion wär mal super. zum beispiel welche Vor- und Nachteile baumlose Sättel gegenüber semiflexiblen und Sätteln mit starrem Sattelbaum haben. Ich hab nämlich bei den Herstellern der Balance Sättel gelesen – baumlos – dass man mit baumlosen Sätteln nicht lange reiten soll (Ich versteh das so, dass man z.B eine Dressureinheit reiten könnte, aber halt keinen 3-stündigen Ausritt), der Reiter ein sehr gutes Balance und Bewegungsgefühl haben sollte und möglichst wenig Gewicht in den Steigbügeln sein sollte, damit so ein Sattel Sinn macht. Ich hatte schon einen barefoot und einen fhoenix und mein PFerd ist mit beiden nicht glücklich geworden, aber da wußte ich das ja noch nicht…alerdings haben diese sättel nie den schaden angerichtet, die die sättel mit starrem sattelbaum bei meinem pferd angerichtet haben. Ihr habt ja einen Link zu den Trekker Sätteln, war da jetzt auf der HP und hört sich ganz gut an, was ich super finde ist, dass man die Sättel innerhalb von 2 wochen zurückschicken kann.
Nachdem selbst der teuerste maßgefertigte Sattel nicht wirklich gepaßt hat, was aber eher eine schlamperei des sattlers war…und ich, die nicht genug courage hatte, mich einzumischen, weil ich blindes vertrauen hatte in den menschen oder mir es eher einfach machen wollte….
naja, jetzt bin ich beim achten sattel angelangt innerhalb von fünf jahren und hoffe, dass der endlich zu uns passt. Es wird ein gebrauchter ROC-Sattel sein, ich erhalte ihn die nächsten wochen und bin mehr als neugierig, nachdem die ja ein ganz eigenes Sattelkonzept haben, das sich jetzt mal von der Theorie her sehr vernünftig anhört.
welche sättel machen für euch sinn bzw. haben sich gut bewährt? ICh weiß, dass es sehr vom Perd und Reiter abhängt und generelle Aussagen schwierig sind, aber vielleicht weißt du ja was?
liebe grüße
christina
lg

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Hallo Christina,

hui, das ist ein sehr großes und vor allem sehr schwieriges Thema. Die Suche nach einem wirklich passenden Sattel ist alles andere als leicht und leider ist es wirklich nicht mit Pauschalempfehlungen getan, sondern muss immer ganz individuell auf das Pferd-Reiter-Team abgestimmt werden.

Babette hat mal einen kleinen Leitfaden erstellt, den findest Du hier.

Ich ganz persönlich halte baumlose Sättel in vielen Fällen für eine sehr gute Alternative. Bei Aramis hatte ein Baumsattel innerhalb kürzester Zeit die Muskulatur weggedrückt (Aramis Muskeln hatten sich durch einen Umzug und damit veränderte Geländebedingungen) schnell verändert, seitdem halte ich nicht mehr allzu viel von unflexiblen Sattelmodellen. Auch ziehe ich immer gerne den Vergleich zu Rucksäcken für Menschen: dort gab es früher auch welche mit Gestellen, heute produziert man solche, die sich der Anatomie anpassen.

Was nun die Baumlosen angeht, gibt es sehr große Unterschiede sowohl in der Form, dem Aufbau, der Qualität und dem Sitzgefühl. Auch baumlose Sättel müssen gut angepasst werden und bei fast allen Modellen ist eine sorgfältige Polsterung der Sattelunterlage nötig.

Ich habe für meine Pferde Sättel der Firma Trekker – für Aramis den baumlosen Trekker Dressage Endurance (das neue Modell heißt Trekker Pro Endurance) und für Anthony den Master II, der einen Lederbaum hat. Ich ganz persönlich bin rundum zufrieden mit den Sätteln. Aber man muss halt wirklich sehen, ob ein Sattel für das Pferd und auch für sich selbst passt. Ich habe auch ein bissl rumprobiert.

Mal schauen, vielleicht schreiben wir ja wirklich mal was Ausführliches darüber,
Tania

 

Von Mel • 18. Februar 2009

Ich reite mit einem Barefoot Cheyenne und bin auch sehr zufrieden damit. Erst letzte Woche habe ich den Carola-Test gemacht und kann seitdem mit ruhigem Gewissen reiten, da er keinerlei Abdrücke zeigte.

Für mich selbst (krankheitsbedingt) ist dieser Sattel schön leicht und er ermöglicht mir eine Westernausrüstung ohne mir und meinem Pferd ca. 10 Kilo anzutun.

Wenn ihr mich fragt, nur noch baumlos.
Ich bin sehr froh hier Gleichgesinnte zu treffen. Es bestätigt doch immer wieder, das Baumlosreiter, Reiter sind, die sich viele Gedanken um ihr Pferd machen. Alles genaustens überdenken egal ob es um das Longieren geht, die Ausrüstung, Hufschuhe etc.

Ich mag es natürlich nicht verallgemeinern, aber man trifft sich eben in den selben Sparten wieder.

LG, Mel

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Für mich ist baumlos nach wie vor eine echte Alternative. Ich denke, die Entwicklung wird ja auch immer weitergehen, insofern wird man sich wohl auch immer weiter umschauen und ggf. Neues probieren müssen, aber fürs Erste bin ich froh, einen Sattel gefunden zu haben – und ich freu mich, dass es Dir auch so geht!

Herzlich,
Tania

 

Von Bärbel • 10. August 2009

Nach langer Suche von fast einem halben Jahr und vielen Probesätteln, habe ich jetzt für mein Island-Pferd und mich die nicht ganz billige “eierlegende Wollmilchsau” gefunden, einen nachpolsterbaren Ledersattel mit Smooth-Touch-System und selbst zu wechselden Kopfeisen, je nach Trainungszustand des Pferdes. Bei dieser Suche habe ich viel über Sättel und deren Herstellungsart sowie die uneinheitlichen Kammerweiten gelernt.
Schade, dass ich bei meinem ersten Sattelkauf noch so unbedarft war; hätte mir einiges an Geld gespart.
Aber bei uns war es jetzt halt der zweite Sattelkauf.

Schöne, sehr interessante hp und vielseitige Tips.
Reiterliche Grüsse

Bärbel

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Dankeschön, Bärbel!
Herzlich,
Tania

 

Von Corinna • 22. Juni 2011

Hallo,

ich bin auch auf der Suche nach nem neuem Sattel.
Hab mir auch schon Babettes Blog dazu durchgelesen. Und finde dieses Pad hier echt toll, dass will ich auch nachbauen.
Leider ist es jetzt dann bei mir schon der dritte unpassende Sattel und jedesmal ist er zu eng an der Schulter. Meinem Hafi sieht man die breite Schulter nicht an, da er nicht gut bemuskelt ist und schon ne schlanke grundfigur hat.

Naja jetzt such ich halt mal wieder. ABER was ich eigenltich fragen wollte, wie bring ich Sattelverkäufer bzw. Sattler dazu solang dazubleiben bis ich mein Pferd schwitzig geritten hab und sehe ob der Sattel wirklich passt. Und irgendwie muss ich sagen Vertrauen ist toll, aber bei nem sau teueren Westernsattel ist Kontrolle doch nochmal viel besser.

Leider funktioniert derzeit der Link nicht, wie oft kann ich dieses Kent-Pad denn benutzen, bzw. wie dick sollte es sein?

Ach ja ich bin schon echt verunsichert…

LG
Corinna

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Hallo Corinna,

ja, das Thema Sättel ist leider wirklich oft ein höchst frustrierendes. Auch wenn es wahrscheinlich kein Trost ist: allein bist Du mit dem Problem nicht.

Zum Sattler: Fordere es ein! Ein Sattel kostet viel Geld, da ist es nicht zu viel verlangt, wenn ein Sattler sich entsprechend Zeit nimmt.

Und zu dem Link zum Knet-Pad: den habe ich korrigiert, jetzt funktioniert er wieder. Dort findest du alle Angaben.
Tania

 

 

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Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.