Tanias Hafi-Blog

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Kleine und subjektive Kunde der gebisslosen Zäumungen

Im letzten Beitrag schrieb ich schon ein bisschen über das gebisslose Reiten. Da ich in diesem Bereich schon einiges ausprobiert habe, möchte ich hier einfach mal über meine Erfahrungen berichten und aufzeigen, für welche Einsatzgebiete ich welche Zäumungen sinnvoll finde.Auf den folgenden Bildern seht ihr einmal das merothische Reithalfter (links) und ein mechanisches Hackamore (rechts).

gebisslose.jpg

Mit beiden Zäumungen bin ich Aramis ein ganzes Weilchen geritten.

Das merothische Reithalfter ist sehr leicht und mild. Es besteht aus einem Bügel, der auf die Nase des Pferdes wirkt. Die Zügel werden in zwei Riemen gehakt, die unter dem Kinn über Kreuz verlaufen. Bei Zug zieht sich der Bügel auf der Nase zusammen. Die Stoppfunktion ist sehr klar für das Pferd. Weniger klar scheinen aber die seitlichen Impulse anzukommen, so dass ich diese Zäumung für die Dressurarbeit nicht nützlich fand. Ein wirkliches Stellen ist damit kaum möglich.

Das mechanische Hackamore gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das hier auf dem Foto ist die milde Variante mit einem dicken Ledernasenteil und kurzen Anzügen. Ausführungen mit dünnen Nasenteilen und langen Anzügen können durch die Hebelwirkung so viel Kraft entwickeln, dass man damit einem Pferd den Nasenrücken brechen können soll. Mit so einem Hackamore bin ich nie geritten. Die hier zu sehende milde Version ist nett zum Ausreiten. Man hat hier keine dauerhafte Anlehnung, sondern reitet nur mit Impulsen. Für die Dressurarbeit kann man in einem gewissen Maße auch stellend einwirken, aber ich war damit nicht so ganz glücklich. Ich musste schon manchmal ziemlich stark einwirken, um eine Reaktion zu erzielen.

Die mechanische Hackamore ist nicht zu verwechseln mit der echten Hackamore, die aus einem schweren Rohhautring besteht, der auf die Pferdenase einwirkt. Auch mit einem solchen Zaum bin ich bisher noch nicht geritten, aber mit einer ähnlich aufgebauten Hanf-Version davon, die so aussieht:

hanfbosal.jpg

Auch diese Zäumung ist vor allem etwas zum Ausreiten, setzt aber ein braves Pferd voraus, das gut zuhört, denn wirklich viel ausrichten kann man mit ihr nicht. Für die stellende Dressurarbeit ist sie gar nicht geeignet.Eine weitere bekannte, gebisslose Zäumung ist das Sidepull. Es gibt es in verschiedenen Ausführungen und es ist, je nachdem, ob das Nasenteil aus Leder, aus Rohhaut, aus Sisal o.ä. besteht, unterschiedlich scharf. Hier ist eine kleine Abwandlung vom Sidepull zu sehen – ein in jeden Zaum einschnallbares Nasenband aus Leder. Das ist sehr mild in der Wirkung, aber es lässt auch leichte, stellende Hilfen zu:

nasenband.jpg

Eine vielfältig zu nutzende gebisslose Zäumung ist der LG-Zaum (hieß früher “Glücksrad”). Ihn nutze ich sowohl im Gelände als auch für die Dressurarbeit, da er sehr gut auch stellende Impulse zulässt:

lgzaum.jpg

Und nun interessieren mich natürlich Eure Erfahrungen mit gebisslosen Zäumungen!

28. November 2008 von Tania • Kategorie: Ausrüstung 23 Kommentare »

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23 Reaktionen zu “Kleine und subjektive Kunde der gebisslosen Zäumungen”

 

Von Petra • 28. November 2008

Hallo!
Ich bin neu auf eurer Seite und muss erst mal sagen, dass ich diese total super finde. Hab selbst zwei Hafis – 6,5 und 3,5 Jahre alt, und von Gummigebiss bis Hackemore hab ich schon alles ausprobiert und bin meistens dabei verzweifelt – mein Pferdchen leider auch :( ! Mein älteres Pferd musste da leider als “Versuchskanichen” herhalten, aber mittlerweile habe ich die richtige Zäumung gefunden! Zum ausreiten verwende ich meistens das Sidepull und wenn wir in der Bahn arbeiten, dann nur mit dem LG Zaum! Hat zwar ein bisschen gedauert, bis ich die richtige Einstellung bei beiden Pferden gefunden habe, aber jetzt funktionierts super! Man kann damit wirklich so ziemlich jede Übung reiten – vorausgesetzt Reiter und Pferd beherrschen diese :) ! Aber auch bei der Bodenarbeit möchte ich nicht mehr darauf verzichten! Ich kanns nur jedem emmpfehlen auf den LG-Zaum umzusteigen – vorallem wenn man so hört was ein Gebiss in einem Pferdemaul so alles anrichten kann – von div. Kandaren gar nicht erst zu reden :( ! Mein Dicker war aufeinmal total anders – viel aufmerksamer und hatte wieder so richtig Spass am reiten und bei der Bodenarbeit! Die Umstellungsphase dauert natürlich ein bisschen – für den Reiter ein bisschen länger als fürs Pferd, aber in unserem Stall werden jetzt sogar teilweise Pferde die seit über 15 Jahren mit Gebiss geritten worden sind auf gebisslos umgestellt – und bis jetzt hat es noch kein Reiter bereut und die Pferde sowieso nicht!
LG Petra

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Hallo Petra,

herzlich willkommen bei uns und vielen Dank für Deine netten Zeilen. Schön, dass Du auch Hafis hast :-) und mich freuen Deine positiven Erfahrungen mit gebisslosen Zäumungen sehr. Das macht sicher so manch einem Mut, es einfach mal auszuprobieren.

Liebe Grüße an Deine Beiden,
Tania

 

Von christina • 30. November 2008

Liebe Tanja,

ich glaub, ich werd mir wohl auch bald so einen LG-Zaum zulegen, nachdem von vielen Seiten so positive Meinungen kommen. Ich finde ihn aber etwas teuer, darum versuch ich mal einen gebrauchten zu bekommen.
Ich reite seit einigen Monaten mit einem selbstgebauten Sidepull mit LederNasenband in der Bahn und im Gelände. Vorher war ich mit doppelt gebrochener Wassertrense unterwegs und bin so froh, den Schritt zum gebißlosen Reiten gemacht zu haben. Im Gelände ist Sando jetzt viel besser zu halten und es gibt kaum mehr Probleme mit Buckeln und Wegdüsen.
Dadurch, dass er sehr empfindlich im Maul ist und ich in der Bahn fast ohne Zügeleinwirkung mit ihm reiten konnte, hatten wir das Problem draussen, dass er dann doch oft übermutig wurde und ich an den Zügeln zog, um ihn zurückzuhalten. Das hat ihn dann so geärgert, dass er zu buckeln begann und total sauer wurde.
Außerdem vermute ich, dass die Trense seine Hengstzähne beleidigte, obwohl sie kurz zurückgeschliffen sind.
Am Sidepull kann ich mal kurz stärker anziehen, wenn er panisch wird und es ist ok für ihn. Das hat uns ein großes Stück weitergebracht.
Das mit dem Stellen funktioniert relativ gut, aber da sind wir noch am Üben und wenn meine Hilfen mit dem LG-Zaum besser rüberkommen, dann wird wohl eins hermüssen. Ich werd mir wohl mal eins ausborgen zum probieren.

Liebe Grüße
christina

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Nach dem, was Du so schreibst, kann ich mir gut vorstellen, dass der LG-Zaum sehr gut für Euch geeignet ist. Ich empfand ihn schon als wirkliche Verbesserung zum Sidepull, er wirkt einfach präziser. Ich komme mit weniger Einwirkung aus, habe aber im Notfall auch mal was in der Hand.

Berichte mal, wenn Du ihn testest, ja?

Herzlich,
Tania

 

Von Eva • 1. Dezember 2008

Guten Morgen,
ein tolles Thema und ich möchte Euch gerne meine Geschichte dazu erzählen. Ich bin seit einigen Wochen begeisterte LG Zaum Reiterin. Mein Pferd hatte wegen eines Sehnenschadens einen “gelben Schein”. Seitdem ich sie wieder bewegen darf habe ich einiges umgestellt u.a. habe ich auch einen LG Zaum getestet. An dem Tag ist sie wunderbar gelaufen (sie ist bevor ich sie bekommen habe extrem über die Hand geritten worden..), hatte vertrauen und sich rundum wohlgefühlt. Am folgenden Tag mußte ich wieder die Trense nehmen, da ich den Zaum nur geliehen hatte und sie hat mir deutlich gezeigt, was sie davon hält – mit buckeln und steigen.. das macht sie sonst nie. Ihr glaubt nicht wie schnell ich einen eigenen hatte :)

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Na, das nenne ich eine deutliche Meinungsäußerung, was? ;-) Schön, dass Du drauf eingegangen bist und dass Dein Pferd mitentscheiden darf.

Herzlich,
Tania

 

Von Almut • 1. Dezember 2008

Hallo Tania,
ich habe mal etwas rumgestöbert in Sachen LG-Zaum zwecks ausprobieren und habe u.a. gelesen, dass z.B. die Zügel hinter dem Kinnriemen keine viel größere Wirkung haben als bei einem normalen Halfter. Kannst Du insoweit vielleicht noch was über die verschiedenen Einstellungen beim LG-Zaum schreiben? Und reitest Du mit Kinnkette oder mit Lederkinnriemen? (Für Ponys wurde, wenn ich mich recht erinnere, wegen besserer Verstellbarkeit die Ledervariante empfohlen.)
Danke und ein lieber Gruß,
Almut

PS: Und noch eine Frage: Hast Du auch Erfahrung mit dem Bitless Bridle? Klingt für mich von der Wirkungsweise her ähnlich wie das merothische Reithalfter.

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Hallo Almut,

ich habe den Zügel meistens in der Speiche vor dem Kinnriemen. Das funktioniert bei uns prima. Sehr viel anderes habe ich noch nicht ausprobiert, kann also zu den Unterschieden nicht viel sagen. Für mich steht aber fest, dass der Zaum deutlich anders wirkt, als ein “normales” Halfter. Ich habe viel mehr Einwirkung, kann viel präziser arbeiten. Eher sehe ich wenig Unterschied zur Trense (außer, dass man Pferd zufriedener ist :-) ).

Das Bidless Bridle kenne ich nicht. Ich habe es bisher nicht ausprobiert, weil es mir eben auch recht ähnlich zum merothischen erschien und ich das eben wegen der Überkreuz-Wirkung für nur bedingt nützlich halte.

Lieber Gruß,
Tania

Ach so, eine Frage noch vergessen zu beantworten: Ich habe die Kinnkette für beide.

 

Von Caro • 2. Dezember 2008

Hallo!

Ich reite meine Stute seit einigen Monaten auch mit LG-Zaum und sie läuft sehr zufrieden damit. Früher hat sie sich oft im Genick steif gemacht und war insgesamt nicht wirklich kooperativ beim reiten, jetzt ist sie sehr entspannt und es macht uns beiden wieder richtig Spaß :-)
Ich war vorher nämlich schon einige Male kurz davor das Reiten aufzugeben, weil wir nicht mehr weiter kamen und das ganze eher ein Krampf war. Bis mir dann die Idee kam es gebisslos zu versuchen… Nach langem Stöbern im Internet und Überlegen hab ich uns dann den LG-Zaum geschenkt und muss sagen, es war die beste Investition seit langem :-)

Noch zur Kinnkette:
Ich hatte beim ersten Ritt die Kinnkette drin, aber ich finde die ziemlich scharf. Die Kleine war überhaupt nicht begeistert von dem Ding, obwohl ich wirklich sehr vorsichtig war. Beim nächsten Mal hab ich die Kinnkette durch nen Lederriemen (umgebauter Sperriemen;-)) ersetzt und es hat super geklappt.

lg, Caro

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Hey Caro,

schön zu lesen, dass auch andere so begeistert sind. Mich hat das Teil auch vollends überzeugt.

Zur Schärfe: Gut, dass Du darauf noch mal hingewiesen hast. Bei uns funktioniert das prima so, aber ich kann mir schon vorstellen, dass sehr sensible Pferde die Kinnkette als unangenehm empfinden.

Lieber Gruß,
Tania

 

Von Iris • 3. Dezember 2008

Liebe Tania,

ich kann was zum Bitless Bridle sagen, da ich mir vor Jahren mal eins gekauft habe, was mein Einstieg in die gebisslose Reiterei werden sollte. Letzten Endes hat das aber nicht besonders gut geklappt. Ich hatte ein BB aus Gurtband (deutsche Produktion), das zwar in der Größe sehr gut verstellbar war, wo sich aber leider schon bei geringster Zügeleinwirkung (und ich habe eine weiche Hand!) der Riemen, der über das Genick läuft und unter den Ganaschen kreuzt, zugezogen hat. Somit war ein schnelles Nachgeben praktisch nicht möglich. Vielleicht lassen sich solche Nachteile ausschließen, wenn man wirklich ein Bridle beim Erfinder Robert Cook bezieht. Mein Pferd kam von Anfang an ganz gut mit der Wirkungsweise zurecht, merkte aber auch sehr schnell, dass man sich gut da “reinlümmeln” und der Einwirkung des Reiters entziehen konnte. Das BB ist eine sehr milde Zäumung, war mir in der Einwirkung aber zu unpräzise und schwammig, und auch Stellung ist – ähnlich wie beim merothischen Reithalfter – schwierig.

Liebe Grüße,

Iris

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Danke, für Deine Erfahrungen! Mich hat dieser Zaum irgendwie nie angesprochen.

Herzlich,
Tania

 

Von Sheitana • 4. Dezember 2008

Hallo Tania!

Die Zäumung auf dem ersten Reitbild beschreibst du als Hackamore. Ich kenne diese aber nur unter dem Namen Bosal, dass eine andere Wirkung hat. Oder erkenne ich das falsch?

LG
Sheitana

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Hi Sheitana,

soweit ich informiert bin, gibt es die so genannte “echte” oder auch “kalifornische” oder auch “klassische” Hackamore und die besteht aus zwei Teilen: dem Bosal und der Mecate. Zusammen heißt sie dann Hackamore, wird aber sehr oft einfach “Bosal” genannt.

Manchmal sind die ganzen Begriffe ziemlich verwirrend :-)

Herzlich,
Tania

 

Von Sheitana • 4. Dezember 2008

Danke, dann bin ich jetzt schlauer, ich kannte dafür wirklich nur den Begriff Bosal bzw. Mecate…;-) Wobei ich dir Wirkung zu einer Hackamore mit Hebeln dann doch recht anders finde, dafür dass es den gleichen Namen hat. Aber wer weiß, wie es dazu gekommen ist..

LG
Sheitana

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Ich vermute stark, dass das vor allem ein Übersetzungsproblem ist.
Tania

 

Von Sigi • 5. Dezember 2008

Hallo Tania,

auch ich habe das BB schon ausprobiert, an meinem Shettymix. Ich habe ihn damit eingefahren, am Anfang lief auch alles gut (er ist sowieso sehr gutmütig, auch wenn er wegen Beißens zum Schlachter sollte), bis er eines Tages durchgegangen ist vor der Kutsche (eher ein: ich will mal zeigen was in mir steckt, nicht panisch), seitdem reagiert er darauf überhaupt nicht mehr. Da ich damals noch nicht so die Ahnung hatte, habe ich wenig mit Stellung und Biegung gearbeitet, kann dazu allso nichts sagen. Es ging, aber nicht gut, da er (und ich auch) nicht wirklich ausgebildet sind. Mit den meisten Gebissen sperrt er schon beim Zügelaufnehmen.

Ich habe ihn momentan viel mit Kappzaum gearbeitet (auch mal mit Serreta ohne Zähne), er wird wieder besser und ich werde jetzt auch mal aktiver mit dem LG-Zaum arbeiten, bin gespannt, wie er sich damit verhält. Da wir an den Grundlagen arbeiten (obwohl er schon fast 20 ist), wird es etwas dauern, bin aber frohen Mutes!

Ich habe auch den Longenkurs von euch und will mit ihm (und meiner momentan nicht reitbaren Norwegerstute, auch nie wirklich ausgebildet, 14 Jahre) den Kurs durcharbeiten. Ich freue mich schon auf die Erfolge!

LG und macht weiter so, so eine Seite ist Gold wert und hat schon lange gefehlt!

Sigi

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Hallo Sigi,

herzlichen Dank für Deinen Beitrag und für das tolle Lob – wir freuen uns :-)

Und Deinen kleinen Racker würde ich ja gerne mal kennen lernen – gerade die Kleinen haben es ja oft faustdick hinter den Ohren, was?

Lieber Gruß,
Tania

 

Von Daniela • 5. Dezember 2008

Hallo, bin das erste mal hier und finde es sehr interessant. Ich reite seid einiger zeit mein Pferd im Gelände auch gebißlos. Nehme allerdings dazu ein Knotenhalfter. Das klappt wunderbar.
Für gymnastische Arbeit ist es weniger geeignet, aber im Gelände braucht man Anlehnung u.ä. auch nicht.

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Hallo Daniela,

schön, dass Du zu uns gefunden hast. Jep, bei einem braven Pferd kann das mit einem Knotenhalfter gut klappen – hatte ich auch schon ausprobiert. Da ich nur im Gelände auch gerne hin und wieder mal kleinere Lektionen einbaue, ist mir eine Zäumung lieber, mit der ich auch seitlich einwirken kann.

Ein herzlicher Gruß,
Tania

 

Von Sigi • 8. Dezember 2008

Du kannst Dich gerne melden, wenn Du oder ihr im Rhein-Main-Gebiet seid! Die Dicken und ich würden uns sehr freuen!

Liebe Grüße, Sigi

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Ohhh, dankeschön für die Einladung – das habe ich mir gleich mal im Geiste notiert :-)

Herzlich,
Tania

 

Von Mirja • 10. Dezember 2008

Hallo!

Will kein Spielverderber sein, aber bitte beachtet die versicherungsrechtlichen, möglichen Folgen! Selbst wenn Eure Versicherung gebissloses Reiten akzeptiert, heißt das nicht, dass man im Falle eines Unfalls vor Gericht gut dasteht. Denn wenn zB Gutachter auftreten, kommen die in der Regel von der FN oder ähnlichen Verbänden, und die halten bei Pferden ab 1 Jahr eine Trense für das einzig sichere Kopfstück außerhalb des Hofes. Es könnten Dinge wie Mitschuld oder Fahrlässigkeit angekreidet werden.

Bin selber aber auch ein großer Gebißlos-Fan und habe gerade das S-Hackamore (kurze Anzüge, aber das Hackamore ist stark gebogen) für meine Stute und mich entdeckt. Das Nasenteil habe ich dick umpolstert. Man kann ein Pferd halt auch “nasensauer” machen. Der Youngster hasst das Teil. Das Mädel ist damit ganz fein zu regulieren. Und ich habe festgestellt, dass man sich Stellung und Biegung wirklich erreiten muss (geht aber zum Glück). Nix von wegen “Zupf am Zügel – Hals rund – Selbstbeschiß”! Find ich gut :-)

Schön fand ich lange auch ein Knotenhalfter mit seitlichen Einschnallringen. Konnte dann aber mit Trense besser Stellen und Biegen.
Unser Oldie trug zu Reitzeiten ein Ding, das aussieht wie ein “umgedrehtes Geitner-Halfter”, also beweglicher, dicker Lederriemen unterm Kinn. Absolut haffi-freundlich, man kann im Vorbeilaufen alles essen :-)

Beim Original-Merothischen Zaumzeug fand meine Stute die “Nasenklammer” abartig.
Das Bitless Bridle hatte leider eine Qualität, die für Playmobil-Pferde ausreicht und zwickte im winterlichen Damenbart der Tinkerin.

Wer was Neues probieren will: habe noch eine “Welturaufführung” abzugeben: Mischzäumung aus Knotenhalfter und Bitless Bridle, Versuchsstück von Heinz Welz für einen Artikel zum Thema…. Wirkt sanft auf Nase und Nacken.

So, Roman beendet.

Grüße,

Mirja

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Hallo Mirja,

herzlichen Dank für Deinen Erfahrungsbericht – wow, Du hast ja auch schon einiges probiert!

Zu Deinem Hinweis auf die Sache mit der Versicherung: Danke, dass Du das so klar geschrieben hast, es ist wichtig, das zu wissen. Ich denke halt nur auch, dass es nötig und wünschenswert sein wird, dass die Sache irgendwann auch vor Gerichten “durchgefochten” wird. Das Reiten mit Gebiss als einzig “sichere” Alternative abzutun, ist zwar für den Geist der Bürokratie sehr praktisch (weil leicht festzustellen), wird aber dem Tier und dem Reiten und ja, auch der Gefahr, die durch ein Pferd ausgeht, meiner Ansicht nach nicht gerecht. Aber, wie gesagt: wissen muss man es.

Herzlich,
Tania

 

Von Stefanie • 11. Dezember 2008

Hallo Tania,
seit geraumer Zeit schaue ich immer wieder gerne auf diese Seite und habe mit grpßem Interesse die Beiträge zur Zäumung gelesen. Mein Haflinger-Wallach geht im Grunde ganz gut mit Gebiss (recht dünn, da er dickere immer sofort ausspucken möchte), aber immer mal wieder legt er dann doch die Zunge übers Gebiss und macht auch schon mal das Maul auf, wenn es ihm so gar nicht passt (meist auf dem Heimweg, wenn eben nicht schnell gegangen werden soll…) Dass ein Pferd im Ernstfall mit oder ohne Gebiss durchgeht, hört man immer wieder, aber auch, dass ein Pferd mit LG-Zaum abstumpft. Hast du auch diesen Eindruck?
Leider ist der LG-Zaum ja sehr kostspielig und mir widerstrebt es, “mal schnell zum Testen” knapp 100 € auszugeben.
Wie dem auch sei, ich lese mich also seit dem ich deinen Beitrag gelesen habe durchs Netz und ringe mit mir…

Viele Grüße,
Stefanie

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Hallo Stefanie,

grundsätzlich kann jedes Pferd mit jeder Art von Zaumzeug abstumpfen – dann, wenn der Reiter nicht konsequent an einer Minimierung der Hilfen arbeitet, sondern die Hilfen eben entweder immer gleich stark oder immer stärker werdend nutzt. Beim LG-Zaum ist auf jeden Fall wichtig, immer sehr genau darauf zu achten, so wenig wie möglich an Signal einzusetzen, aber das sollte ja eigentlich auch am Gebiss der Fall sein.

Ich habe jedenfalls bei beiden Pferden nicht das Gefühl, dass sie abstumpfen, im Gegenteil – mein eher etwas sturköpfiger Youngster respektiert diesen Zaum sehr gut. Ich reite ihn allerdings immer auch wieder mit Gebiss.

Letztlich wirst Du um ein Ausprobieren wahrscheinlich nicht drum herumkommen. Ich denke aber mal, dass sich der LG-Zaum ggf. auch leicht wieder verkaufen lässt – der wird ja von vielen gesucht.

Herzlich,
Tania

 

Von Bianca • 21. Dezember 2008

Hallo Tania!

Auch ich überlege schon lange, ob ich das gebisslose reiten mal testen soll. Allerdings habe ich ein bißchen Sorge, weil unser Dicker gerne versucht seinen eigenen Dickkopf durch zusetzen und ich so manches Mal zu kämpfen habe :-/ Weshalb ich mich irgendwie noch nicht so recht traue, und unsere “Reitbedingungen” auch nicht optimal sind (Weide). Und fast 100,- € um das mal einfach auszuprobieren, ist auch nicht ohne.
Aber wenn ich so hier die ganzen Erfahrungen lese, würd ich schon gerne. Also mal sehen, was mein Konto nach Weihnachten sagt ;)
Allerdings hab ich auch noch ein bißchen Sorge, dass die Ringe vom LG Zaum zu klein für unseren Kalti sind.

So, und zum Schluß noch ein Lob für diesen tollen Blog hier, ich schaue immer wieder gerne hier rein ;)

Lg Bianca

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Hallo Bianca,

hm, das ist schwer einzuschätzen, ob und wie gut Ihr damit klarkommt. Auch was die Größe angeht… – Aramis hat nicht gerade einen kleinen Kopf, aber ein Kaltblut ist natürlich schon nochmal was anderes.

Im Grunde müsstet Ihr , die Ihr den LG-Zaum gerne ausprobieren würdet, mal direkt an Frau Lehmenkühler schreiben. Vielleicht kann sie ja so etwas wie eine Testmöglichkeit bieten.

Ansonsten lieben Dank für das Lob :-)
Tania

 

Von Bianca • 21. Dezember 2008

Ja, das ist eine gute Idee, das werde ich machen.

Danke :)

 

Von Stefanie • 9. Januar 2009

Hallo Tania,
jetzt habe ich den LG-Zaum schon seit ein paar Wochen und teste es. Bisher konnte ich noch keinen Unterschied zum Gebiss feststellen, und das ist -so finde ich- doch auch schon mal ein positives Ergebnis! AUf dem Platz reagiert er sehr gut auf alle Signale und draußen ist gerade eh aufregende Schneelandschaft, die ihn wohl auch mit Gebiss nicht zum Engel machen würde. Ich kann nur sagen, dass ich, wenn es weiter so bleibt, sehr zufrieden bin!
Aber eine Frage: Beim Aufziehen des Zaums ist es immer in unheimliches Gewurschtel, bis ich die Ohren durch hab, weil der Zaum etwas enger sitzt als ein Trense, bei der beim Aufziehen das Gebiss in den Laden ja noch etwas nachgibt. mache jetzt schon immer eine Schnalle auf, so geht es. Gibt es da einen Trick?

Viele Grüße,
Stefanie

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Wow, das hört sich doch gut an!

Zum Anlegen: Bei mir ist es kein großes Gewurschtel, deshalb habe ich da bisher auch noch nicht nach anderen Lösungen gesucht. Mir fällt auch erst einmal nur Schnalle öffnen ein. Zusätzliche Karabiner würden ja die Wirkung verändern, denke ich…

Ich überleg nochmal,
Tania

 

Von Andrea Böhme • 30. März 2009

Hallo Tania,
ich riskiere immer wieder ein fristlose Kündigung (nicht im Ernst, hoffe ich) weil ich mich jedesmal auf eurer Seite festlese (zu Hause gehe ich selten in’s Netz, weil Hund und Pferd genug andere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten). Ich habe eine Frage zum LG-Zaum (werde ich auch an Frau Lehmkühler stellen): mich interessiert das gebisslose Reiten auch schon lange, habe auch schon viel über den LG-Zaum gelesen. Meine Sorge: ich habe einen Arabermix von 1,46 m und fürchte, dass das Rad einfach ein bißchen zu groß ist für sein Köpfchen. Zudem ist er sehr empfindlich, was scheuern angeht, z. B. scheuern oft die Nähte vom Neoprengurt. Habt ihr den Zaum schon mit Ponies oder Arabern ausprobiert?
Viele liebe Grüße
Andrea

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Hallo Andrea,

herzlichen Dank für Deine netten Zeilen :-)

Ja, bei sehr zierlichen Köpfen könnte es da Probleme geben, fürchte ich. Ich selbst kann da nicht aus eigener Erfahrung sprechen, deshalb ist es sicher gut, mal Frau Lehmenkühler direkt zu fragen.

Herzlich,
Tania

 

Von Petra • 17. April 2009

Hallo Tania,
jetzt möchte ich auch mal über meine Erfahrungen mit dem LG-Zaum berichten. Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich mein Pferd gekauft und im Nachhinein erfahren, dass er einige Jahre seines Lebens auf den Trabrennbahnen Europas zu Hause war. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht gut reiten konnte, besser gesagt gar nicht. Was nun?
Ein Traber hat nur gelernt den Kopf hoch zu tragen und den Unterhals herauszudrücken. Rückenmuskulatur wird nicht gebraucht, da er keinen Reiter trägt. So weit so gut, ein ganzes Stück “Arbeit” stand mir bevor. Ich habe aber nicht eine Sekunde daran gedacht ihn wieder herzugeben. Nun beim Reiten bekam ich von allen (ca. 20) Reitlehrern (falls sie überhaupt bereit waren, so etwas “wie uns” zu unterrichten) gesagt, dass ich ihm den Weg “nach unten” zeigen muss !!!. Allerdings meinten sie nicht zeigen sondern Druck ausüben. Mein sehr kluges Pferd hat NIE nachgegeben. Da wir keine Fortschritte machten, habe ich sogar irgendwann ganz auf den Unterricht verzichtet. Ich hatte immer das Gefühl, dass dieser Druck kontraproduktiv ist. Dann hatte ich eine Eingebung und kaufte mir den LG-Zaum. Ich muss sagen, es war die beste Entscheidung, die ich für mein Pferd und mich treffen konnte. Fast gleichzeitig mit der Umstellung auf den LG-Zaum fand ich endlich eine kompetente um nicht zu sagen phantastische Reitlehrerin (Marlene Kremp, der Name muss an dieser Stelle einfach erwähnt werden), die mir erst einmal zeigte wie unglaublich sensibel mein Pferd ist, das auf Druck und Zug nie reagiert hatte. Mittlerweile halte ich keine Zügel, sondern einen Seidenfaden (im übertragenen Sinne) in den Händen und mein Pferd stellt und biegt sich auf dem Zirkel schon von alleine. Ich habe noch nie auf einem so fein zu reitenden Pferd gesessen (schlaues Pferd). Tja und da stehen sie jetzt, die Dressurreiter, die immer schärfere Gebisse benutzen und sich über steife Pferde wundern und können nicht glauben, dass mein Pferd jemals auf einer Trabrennbahn war (der Körperbau ist nicht wiederzuerkennen). Allen Unkenrufen zum Trotz und jederzeit wieder, ein Vollblut ist so intelligent, dass es sich nicht aufgibt und resigniert, sondern seinem Menschen unglaublich dankbar ist, wenn man den richtigen Weg findet, zum Beispiel das gebisslose Reiten mit dem LG-Zaum.
Wir reiten auch mit dem Zaum aus und wie jeder weiß, erreicht ein Vollblut Geschwindigkeiten, die einem das Gefühl des Fliegens geben :-) Ach und zu dem vorherigen Beitrag, mein Pferd hat ein so schmales Köpfchen, dass ich nur Vollblutzubehör verwende und der Zaum passt!!
Liebe Grüße
Petra

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Ach, schön!!!! Eine tolle LG-Zaum-Erfolgsgeschichte!
Tania

 

Von Kerstin • 28. August 2009

Hallo Tania,
habe heute Deine Seite gefunden.
Wir selber reiten schon immer gebisslos, unsere Pferde kennen gar kein Gebiss.
Wir haben auch schon einiges durch, sind dann aber bei der kleinen mechanischen Hackamore hängengeblieben, da mein Kleiner damit den zufriedensten Eindruck machte.
Leider habe ich dafür bis heute noch kein schönes Kopfstück gefunden, die bisherigen sind nach einigen Wochen schon ausgeleiert, kaufe alle paar Monate ein neues.Selbst stellen ist kein Problem, aber er ist auch extrem sensibel und kann mit sehr wenig Zügelhilfen geritten werden, dadurch gibt er sofort nach.Ansonsten reiten wir alternativ mit Knotenhalfter oder einem Sidepull mit ganz weichen Nasenstück.
Ich würde jedenfalls nicht auf die Idee kommen etwas zu ändern, haben unsere Pferde so angeritten und reiten seit 7 und 8 Jahren damit.
LG Kerstin

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Hört sich toll an! Ich bin auch dabei, die Gebisse komplett liegen zu lassen :-)

Herzlich,
Tania

 

Von Charly • 25. Januar 2010

Hallo Tanja,

Ich reite auch meinen dicken seid zwei tagen gebisslos,da es bei diesen saukalten tagen einfach angnehmer ist im pferdemaul.Nur ist das naschen links und rechts jetzt gaaannz toll.Aber ich sehe es mit humor.Und arbeite mit stimme wenn er die nase in richtung lecker äste schiebt,kommt ein lautes “nein”und es klappt.Aber manchmal auch nicht,was solls,im winter ist die gier nach etwas zu knabbern ebend größer.Ich stecke ihm manchmal ein paar obstäste in sein heunetz abends.Hm lecker.

Gruß Charly

P.S. den hof in Rudow gibt es leider immernoch glaube ich.Da sind wir auch früher als die mauer noch stand vorbeigeritten.

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Hi Charly, schön, dass Du es gebisslos probierst! Und ich denke, das Naschen bekommst Du sicher den Griff – habe ich auch :-)

Ja, ich denke, den Hof gibt es noch – und ich stelle mir jetzt einfach vor, dass es da heute netter zugeht als früher (und wenn es auch nur Wunschdenken sein sollte).

Tania

 

Von Corinna • 5. Februar 2010

Hallo Tania,

ich hab nen 8 Jährigen Hafi-Wallach. Ein ganz lieber. Seit ca. 1,5 Jharen reite ich mit dem LG-Zaum und bin sowas von zufrieden und würde jedem nur empfehlen ebenso umzusteigen. Wenn man sich das Buch von Monika Lehmenkühler mal durchliest dann weiß man was man seinem “geliebten” Pferd damit antut.
Mein Pferd ist mir sichtlich dankbar das ich ihn auf Gebisslos umgestellt habe und ich bin über Glücklich damit. Mein Pferd ist mir mit Gebiss des öfteren durch gegangen mit dem LG-Zaum war das bis jetzt noch kein Problem, er nimmt die Paraden viel schöner an.

GLG
Corinna und Nanigo

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Super hört sich das an bei Euch!
Tania

 

Von Sherien • 20. Juni 2010

Hallo Tania,
ich habe einen 12 jährigen Merenswallach der schon seit 10 Jahren bei uns ist. Mit 2,5 J ging er bereits im Schulbetrieb weil unsere damalige Trainerin sagte, dass er so am besten lernt und rittiger wird. Damals war ich 12, also war es angesagt das zu tun was die großen sagen. Leider! Es hat nur ein halbes Jahr gedauert bis wir ihn nicht mehr reiten konnten, weil es lebensgefährlich war und keiner an das Pferd ran wollte.
Am Anfang sind wir ihn noch auf Kappzaum geritten (aber keiner mit Eisenbügeln sondern aus Leder)dann auf Schenkeltrense und später auf ungebrochnenem Pellham um uns überhaupt Aufmerksamkeit im Sattel zu verschaffen.
Nach einem halben Jahr wo er nur auf Koppel stand haben wir langsam uns wieder mit neuem Trainer und auf Basis “Ich tu dir nix, du tust mir nix” rangetastet. Leider hat er seit dem immer das Problem, dass er in manchen Situationen, gerade im Gelände, unsicher ist und dem Menschen nicht voll vertraut. Er weiß zwar wie er zu ragieren hat aber wählt gern den angenehmsten Weg. Rückwärts sich der Sache entziehen und ganz schnell Richtung Heimat. Es hat sich schon wesentlich gebessert, mittelweile gehen wir meist mit Trense (doppeltgebrochene Sprenger, anatomisch geformt) ins Gelände aber auf Wanderritten begegnet er natürlich neuen und aufregenden Dingen bzw. wenn andere Pferde kommen spielt er Hengst, da er sehr viel Hengstmanier besitzt, und wird schwer zu kontrollieren. Deshalb nehme ich da immernoch das Pelham, würde ihn aber gern auf Gebisslos reiten, gerade auf langen Strecken. Ich weiß nur nicht ob ich ihn wirklich mit der sanften Variante unter Kontrolle bekomme.
Dazu söllte man vielleicht sagen das er Dressurmäßig bis zu den hohen Lektionen ausgebildet ist und in der Bahn super geht. Egal ob mit Trense, Kandarre, oder auf Kappzaum. Bloß unser kleines Durchgeh-Problem im Gelände.
Auf gewohnten Strecken reite ich ihn auch ganz gern mal auf Strickhalfter oder Kappzaum.
Hat da jemand vielleicht schon mal ähnliche Probleme gehabt? Ich will ja jetzt nicht Kopf und Kragen riskieren nur weil ich die falsche Zäumung gewählt habe.
Im Allgemein bin ich sehr für gebisslose Zäumungen, gerade im Freizeit- und Wanderreitbereich, da ich selbst schon mit anderen Pferden da sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Nur mein eigener kleiner Spaßvogel bereitet mir da Sorgen.
So also falls jemand ein Feedback geben kann. Gern ;-)
Lg Sherien

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Hallo Sherien,

vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Diese Blogkommentar-Funktion ist ja weniger für einen Austausch geeignet, deshalb erwarte nicht zu viele Rückmeldungen. Für mich persönlich klingt Euer Vorgehen verantwortungsvoll und achtsam. Ich selbst bin auch eine Zeitlang mit einem Pelham geritten. Ich konnte mich damit verständlicher machen als mit einem einfachen Gebiss – und das eben ohne brutal zu werden. Mein Ziel war aber immer, es nicht mehr zu brauchen – und das ist nun schon seit vielen Jahren der Fall. Es klingt für mich bei Euch nicht so, dass das Pelham als “Lösung” eingesetzt wird, sondern, dass es einfach zur Zeit noch besser ist, für den Notfall durchkommen zu können. In dieser Weise finde ich eine schärfere Zäumung angemessen. Man darf halt nur beim Reiten nie vergessen, was man da drin hat.

Alles Gute für Euch,
Tania

 

Von Anna • 8. Juli 2010

Erstmal herzlichen Dank an Tania für die guten Fotos und die kurzen Erklärungen zu den verschiedenen gebisslosen Zäumungen.
Gerade weil ich bisher noch kein eigenes Pferd besitze und somit viele, verschiedene Pferde reite, habe ich schon alle möglichen gebisslosen Zäumungen ausprobiert. Begonnen hat alle mit einer verstellbaren variante des Bitless Bridle, und obwohl diese Zäumung sich hier keinet besondrene Beliebtheit erfreut muss ich dagen, dass ich damit gut zurechtgekommen bin – sogar in Setengängen mit Stellung und allem. Auch meine Tochter kam als relative Reitanfängerin und auf verschiedenen Schulponys ohne große Umgewöhnung mit dieser Zäumung klar – allerdings ist es wirklich nicht möglich das BB mit ständiger Anlehung zu reiten und ich habe inzwischen auch Pferde erlebt, die etwas dickfelliger waren als die Holsteinermixe auf denen ich ins Reiten wieder eingestiegen bin und bei denen das BB nicht wirklich funktionierte. Ich bin dann auch über die merothische Zäumung sehr schnell zum LG-Zaum gewandert und absolut begeistert davon. Bisher ist mir noch kein Pferd untergekommen, dass man damit nicht reiten konnte – und zwar völlig unanbhängig vom Alter oder der Ausbildung des Pferdes und auch in verschiedenen Reitweisen: Englisch, Western, Barock
Inzwischen habe ich auch Bosal und Hackamore ausprobiert wenn meine Reitbeteiligungen das schon so kannten, kehre aber immer wieder zum LG-Zaum und manchmal zur Merothischen Zäumung zurück.
Mein bisher allerschönstes “gebisslos-reiten”-Erlebnis hatte ich aber tatsächlich mit dem Bitless Bridle auf einem großen und leider sehr grob gerittenen Island Wallach, der bei jeder Gelegenheit einfach nur wegrennen wollte und zwar im panischen Nähmaschinentrab bei weggedrücktem Rücken und hochgerissenem Kopf. Die Familie, bei der er im Stall stand vermutete, er sei als nicht-Naturtölter von seinen Bereitern auf island wohl ziemlich hart angepackt worden – den Tölt hatte er trotzdem nicht gelernt. Als ich gleich bei unserer ersten Begegnung die Einladung zum gemeinsamen Ausritt annahm und dann das BB auspackte, erklärten mich die anwesenden Reiter für leicht plemplem, aber ich ließ mich glücklicherweise nicht berirren. Den ganzen Ausritt über hatte ich ein mehr und mehr entspanntes Pferd, dass zufrieden in den Schnee schnoberte und statt in seinen panischen Renntrab ganz locker in einen wunderbar runden Galopp sprang.
Ich bin inzwischen 100%ig davon überzeugt, dass ein Gebiss ein durchgehendes Pferd auch nicht hält – ganz im Gegenteil. In den ganzen 2 Jahren die ich jetzt (nach längerer Reitpause wieder reite) bin ich nur ein einziges Mal von einem (buckelnden) Pferd gefallen – das Pferd trug eine doppelt gebrochene Wassertrense, mit gebissloser Zäumung gab es keine Probleme.

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Ganz herzlichen Dank für den tollen Erfahrungsbericht!
Tania

 

 

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Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.