Tanias Hafi-Blog
Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.
Das kannst du doch!
Ich erwische mich immer mal wieder dabei, wie ich ungeduldig mit einem meiner Jungs werde und so etwas denke (oder auch sage), wie: “Himmel, das kannst du doch, stell dich nicht so an!”
Ein solcher Gedanke ist aus zweierlei Gründen nicht sinnvoll: Zum einen werde ich wütend, wenn ich das denke und Wut bringt mich nicht weiter. Zum anderen verkenne ich mit diesem Gedanken vollkommen die Situation.
Nur weil ich der Meinung bin, dass die gestellte Aufgabe etwas ist, was mein Pferd beherrscht, muss das noch lange nicht der Fall sein!
- Vielleicht sind es nur Nuancen, die diese Situation von der letzten unterscheiden, aber für mein Pferd sind sie ganz wesentlich.
- Vielleicht verlange ich die Übung an einer anderen Stelle, wo es anders aussieht oder anders riecht?
- Vielleicht war mein Pferd beim letzten Mal besser vorbereitet?
- Vielleicht hat es sich in dieser Nacht verlegen oder im Auslauf beim Spiel mit einem Kumpel verrenkt?
- Vielleicht ist meine Ausstrahlung bzw. meine Einwirkung heute eine andere?
- Usw. usw.
Ich mache oft den Fehler, dass ich nur von mir selbst ausgehe – sprich: von meinen Vorstellungen, von dem was ich will. Und dabei vergesse ich dann leider manchmal, dass meine Vorstellungen eben nicht die meines Pferdes sein müssen. Unsere Pferde stellen sich im Großen und Ganzen schon sehr gut auf uns ein, aber sie bringen eben auch ihre eigenen Erlebnisse, Bedürfnisse und vor allem ihre Instinkte mit.
Und wenn heute eben so ein Tag ist, an dem alles Gelernte vergessen zu sein scheint, dann nützt es wenig, wenn ich darauf beharre, dass das Pferd das doch aber eigentlich kann. Dann kämpfe ich gegen die Wirklichkeit an und damit gegen mein Pferd und wir werden nicht weiterkommen. Vielmehr muss ich entweder dafür sorgen,
- dass mich mein Pferd verstehen und und dass es tatsächlich erfüllen kann, was ich möchte
- oder ich muss meine Erwartungen der momentanen Befindlichkeit meines Pferdes anpassen.
19. März 2009 von Tania • Kategorie: Umgang • 6 Kommentare »
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Von Mary
• 19. März 2009
Hallo Tania,
Du hast wohl gestern in der Longenstunde mit unserer Stute “Mäuschen” gespielt. Genau das hab ich gestern gedacht und bemerkt wie langsam die Wut in mir hochstieg, als nicht, aber auch garnichts klappen wollte!!!
Also erstmal einen Schritt zurück und versuchen rauszubekommen was mit meinen Pferdchen und /oder mir eigentlich los ist.
Zum Glück gibt´s n` gute Freundin und die wird heute mal einen Blick auf uns “werfen”. 4 Augen sehen bekanntlich mehr als 2!
Ganz liebe Grüße an das ganze Team von Mary.
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Schön, dass Du es gemerkt hast!
Tania
Von Beate
• 23. März 2009
Hallo Tanja,du schreibst einigen von uns sicher aus der Seele.
Ich bin soooo froh, dass ich schon vor einiger Zeit von meinem Pferd “gezwungen” wurde über diese Dinge nach- und umzudenken. Die Arbeit nach eurem LK hat das ganze noch intensiviert.
Ich habe für mich festgestellt, dass eine derart veränderte Einstellungen auch auf viele andere Lebensbereiche ausstrahlt: Job, Beziehung, Freunde. Man wird gelassener und setzt andere Prioritäten. Um mich herum finden das alle sehr angenehm. Zuallererst mein GöGa natürlich!
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Ach schön, das zu lesen freut mich riesig!
Tania
Von Claudia
• 23. März 2009
Gott sei Dank geht es anderen auch so
) Was würde man nur ohne euren Newsletter machen? Ich jedenfalls würde immer denken, ich bin die einzige, “die immer alles falsch macht.. das arme Pferd”.
Dafür ganz herzlichen Dank!
)
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Genauso ging und geht es mir auch oft: zu erkenne, nicht allein zu sein mit a) dem, was man tut und b) vor allem auch den Versuchen, etwas zu ändern, hilft enorm.
Tania
Von Kerstin
• 23. März 2009
Hallo Tania,
wie recht Du hast. Ich hatte kürzlich auch erst so einen Fall wo mein Tinker Guinness sich partout nicht hinlegen wollte- und das kann er nun wirklich auf Kommando. Es war nichts zu machen. Ich frustriert und nahm die Beinlonge- auch damit klappte es nicht. Zum Schluss waren wir beide angesäuert. Und ich habe tatsächlich zu ihm gesagt:”Stell dich nicht so an- Du kannst das”! Unglaublich.
Beim nächsten Mal wird alles anders
)
Danke für die Erleuchtung
Viele Grüße (auch im Namen von Guinness)
Kerstin
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Ach schön, das freut mich sehr, dass es so gut passt!
Grüß mir Deinen Süßen
Tania
Von Amy
• 25. März 2009
Wie gut zu lesen, wie es anderen auch geht. Mein Hafi scheint leider genau zu wissen, wo meine Frustrationsgrenze liegt. Ich merke immer wie ich langsam sauer werde oder verzweifle, dann macht er das was er soll ein oder zweimal ganz vorbildlich, bleibt dann aber sofort stehen und grummelt mit tiefer Stimme solange bis ich weich werde und ihm das gewünschte Leckerchen gebe. Dann geht das Spiel von vorne los und ich weiß nicht wirklich, ob ich da jemals ohne fremde Hilfe wieder rauskomme.
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Erst einmal ein Trösterle für Dich! Die Situation zu erkennen, ist schon der erste Schritt. Hafis sind halt auch schlaue Kerlchen – da nutzt es nur, noch schlauer zu sein. Aus meiner Sicht kannst Du vor allem an Deiner Frustrationsgrenze arbeiten – verschieb sie. Sieh Dich herausgefordert, Dich nicht ärgern zu lassen. Ich weiß, leicht gesagt, aber möglich ist es
Herzlich,
Tania
Von Dela
• 7. April 2009
Hallo zusammen,
ich habe jetzt verschiedene Beiträge schon gelesen, weil ich demnächst wieder mit dem Reiten anfangen werde. Ich nehme hier unglaublich viel mit. Danke, Dela
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Ach schön,
das freut mich sehr
Herzlich,
Tania
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