Tanias Hafi-Blog

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Noch mal gut gegangen…

Babette hat in ihrem letzten Blogbeitrag das wichtige Thema “Hufrehe” angesprochen. Leider habe ich auch damit inzwischen Erfahrungen gesammelt. Ich möchte hier ein bisschen darüber schreiben, vielleicht kann auch dieser Beitrag etwas dazu tun, dass die Sache manch einem Pferd erspart bleibt.

Aramis hatte im Jahr 2006 ziemlich zugenommen und über den Winter ins Jahr 2007 hatten wir nicht wirklich darauf geachtet, dass er abspeckt. So ging er die Weidezeit 2007 mit einer ganz schönen Portion Übergewicht an. In diesem Frühjahr hatte ich außerdem beide Pferde gegen Haarlinge behandelt, was eine Belastung des Stoffwechsels durch Gifte bedeutete. Zusätzlich fütterte ich ein Zusatzfutter, das mir empfohlen worden war. Zu alledem kamen noch extreme Wetterverhältnisse. Als Krönung des Ganzen ließ ich ausgerechnet in diesem Jahr meine sonst so große Vorsicht bezüglich eines langsamen Anweidens etwas außer Acht und beschleunigte deutlich schneller als all die Jahre zuvor und durch eine Unterbrechung des Anweidens auf der Koppel und Zufüttern von geschnittenem Gras verloren wir für drei Tage den Überblick über die tatsächlich zugefütterte Menge Gras.

Welcher dieser Faktoren letztlich auslösend war, sei dahingestellt – ich vermute, dass es eine Kombination aus allem war. Wenn ich im Nachhinein diese Aufzählung lese, kann ich nur den Kopf über mich schütteln – aber das nützt ja heute auch nichts mehr.

Einen Morgen im Mai holte ich Aramis von der Weide und er ging lahm auf beiden Vorderhufen. Bei mir schrillten die Alarmglocken. Ich rief sofort meine Tierärztin und meine Hufpflegerin an. Die Tierärztin konnte aufgrund eines anderen Notfalls nicht sofort kommen und von meiner Hufpflegerin erhielt ich folgenden Rat: “Setz dich drauf und reite los. Wenn es nach zehn Minuten nicht besser wird, bring ihn zurück und ruf sofort den Tierarzt. Wenn es sich bessert, reite zwei Stunden.”

Ich setzte mich also heulend auf mein lahmendes Pferd und ritt los. Das erste Stück war schrecklich, aber dann wurde es tatsächlich besser! Ich ritt also beherzt weiter, getrieben von meiner Sorge. Ich hatte zwar große Angst, noch zusätzlich was falsch zu machen, vertraute aber meiner Hufpflegerin voll und ganz, denn sie hat sehr, sehr viel Erfahrung in Sachen Hufrehe.

Als wir zurückkamen, lief Aramis deutlich besser. Die Tierärztin kam und stellte folgende Diagnose: “Haarscharf an einer Hufrehe vorbei.” Sie spritzte Blutverdünner und gab ein homöopathisches Mittel. Weide wurde sofort gestrichen, eine strenge Diät verordnet und Bewegung, Bewegung, Bewegung, zu Beginn sogar zweimal am Tag. Zusätzlich kühlte ich die Hufe nach jeder Bewegungseinheit, was ihm offenbar guttat.

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Ich habe die Hufrehe auf diese Weise tatsächlich abwenden können. Aramis lief noch einige Tage klamm, aber es wurde mit jedem Tag besser. Es war sogar möglich, ihn im Spätsommer in Absprache mit meiner Hufpflegerin und Tierärztin noch einmal ganz behutsam anzuweiden, so dass er für eine Stunden seinen geliebten Weidegang genießen konnte. Er hatte zu diesem Zeitpunkt schon ordentlich an Gewicht verloren und ich achtete noch immer auf viel Bewegung.

Bis heute sitzt mir dieser Schrecken im Nacken. Ich habe mich in der Zwischenzeit ziemlich schlau in Sachen Rehe gemacht. Bewegung kann tatsächlich das Schlimmste abwenden, sofern man es früh genug erkennt und die Rehe noch nicht wirklich im Gange ist. Aber statt es erst zu einem solchen Notfallprogramm kommen zu lassen, für das es unter Umständen schon zu spät ist, ist Vorbeugen angesagt!

  • Ich achte seit dieser Sache peinlich genau auf das Gewicht.
  • Das Anweiden habe ich im letzten Jahr übervorsichtig betrieben und werde genau das auch dieses Jahr wieder tun. Ich beginne im April damit, kleine Mengen Gras zu füttern und steigere in Minischritten. Auf die Weide kommen die Pferde dann das erste Mal ca. eine dreiviertel Stunde und es wird nur ganz langsam gesteigert. Bei Wetterumschwüngen gehe ich vorsichtshalber in der Zeit immer wieder zurück.
  • Wann immer ich im letzten Sommer das Gefühl hatte, eine Klammheit zu ahnen oder auch wenn ich nur ein komisches Gefühl hatte, habe ich den Weidegang verringert und für etwas mehr Bewegung gesorgt. Genau das werde ich auch dieses Jahr tun.
  • Ich achte darauf, im Frühjahr keine Experimente mit neuen Zusatzmitteln oder Veränderungen zu machen.
  • Zusätzlich mache ich begleitend eine homöophatische Entgiftungskur.

Für mich war das Ganze ein mehr als ernster Warnschuss und ich bin endlos glücklich und dankbar, dass die Sache so gut ausgegangen ist und hoffe, mit diesem Beitrag vielleicht den einen oder die andere sensibel zu machen für die Gefahr der Hufrehe.

2. April 2009 von Tania • Kategorie: Gesundheit 6 Kommentare »

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6 Reaktionen zu “Noch mal gut gegangen…”

 

Von Katrin • 6. April 2009

Liebe Tania,

danke für die wertvollen Infos. Du erwähnst ein homöopathische Entgiftungskur. Kannst du mir homöopathische Mittel empfehlen?
Ich sorge mich etwas um mein Pferd, er hat eine Stelle am Hals, die ständig schwitzt. Sein braunes Fell an dieser Stelle verliert bereits Pigmente. Diese Stelle ist völlig frei von Druck oder Sonstiges, also von außen her unerklärlich.
Ich bilde mir ein, dass ich Mineralzusätze uns Pelletts weg lassen sollte.
Keine Ahnung, aber Entgiftung finde ich gut.

vielen Dank für Eure super gute Seite, viele Infos, wertvolle Tipps, große Klasse

Gruß
Katrin

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Hallo Katrin,

ich habe mit “Coenzym Comp.” entgiftet. Das bekommt man in Ampullen, die eigentlich gespritzt werden, ich sollte es aber direkt ins Maul geben. War so eine Kur: 3 Tage täglich eine halbe Ampulle, dann 3x jeden zweiten Tag eine halbe und dann nochmal jeden 3. Tag eine halbe.

Grundsätzlich würde ich aber bei solchen Sachen lieber dazu raten, einen Fachmenschen zu fragen.

Wünsch Euch gute Besserung,
Tania

 

Von Mary • 7. April 2009

Leider hat auch eins unsere Hafi´s 2006 Hufrehe gehabt. Es ist nicht ganz so gut ausgegangen wie bei Euch. Vor allem hat mir niemand den Tip mit der Bewegung gegeben. Vielleicht wär´s dann etwas besser ausgegangen.So hat es praktisch über ein Jahr bis zur endgültigen Genesung gebraucht. Allerdings hatte er sich zwischendurch noch eine schwere Verletzung am Krohnrand und Fesselgelenk zugezogen.
Jedenfalls läuft es mir seither schon beim Aussprechen des Wortes “Hufrehe” kalt den Rücken herunter. Und das jährliche Anweiden ist purer Stress für mich. das geht nur in ganz ganz kleinen Schritten.( Familienkrach ist vorprogrammiert! )Leider (ober Gott sei dank ) waren die Rehe bei unseren Wallach nicht eindeutig Futterrehe. Wichtige Faktoren für seine Erkrankung waren Stress, zu harter Untergrund im Winterauslauf ohne Möglichkeit mal Matsch- oder Sandstellen aufzusuchen, genetisch bedingte flache Hufsohle und mehrere Verletzungen der Gliedmaßen hintereinander mit unklarer Ursache (wobei letzteres vielleicht schon erste Anzeichen der Erkrankung waren).
Trotzdem ist es natürlich wichtig gerade im Frühjahr bei der Umstellung ganz vorsichtig vorzugehen. Am liebsten würde ich die Zeit des Anweidens ausdehnen bis die Pferdchen wieder eingestallt werden! Ich bin immer froh wenn der Mai und der Juni rum sind.
Vielen Dank für Deinen Beitrag im Hafi-Block. Er macht Mut für die kommenden Wochen.
Liebe Grüße Mary.

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Freut mich, Dir Mut machen zu können! Ich denke, es ist wichtig, sich und das Pferd bei aller Wachsamkeit nicht zu sehr auf die Rehe hinzuprogrammieren. Ich versuche jedenfalls immer wieder ganz bewusst, meiner Angst entgegen zu wirken.

Wünsch Euch von Herzen, dass alles gutgeht!
Tania

 

Von Andrea Böhme • 21. April 2009

Was mir noch ein bißchen fehlt, ist der Hinweis, dass die Rehegefahr nach dem Anweiden noch nicht gebannt ist. Meine Stute damals hatte einen Reheschub im Herbst. Sehr kaltes, aber sonniges Wetter. Dies bewirkt einen starken Anstieg des Fruktangehaltes im Gras, besonders im kurzen Gras, oder vielleicht hat sie auch zu viele Eicheln gefressen, ich weiß es nicht! Sie war nicht zu dick, keine typische “Reherasse” wie Pony, sondern eher der Typ Shagya-Araber. Und doch hat es sie erwischt.

Und ich denke auch wie Tania: wir sollten uns nicht verrückt machen. Wachsam sein – und trotzdem geniessen!

Alles Gute für die Hottis!
Andrea

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Danke, Andrea, für die wichtige Ergänzung. Rehe kann leider zu allen möglichen Zeiten auftreten, wer da ein gefährdetes Pferd hat, muss eigentlich ständig wachsam sein, stimmt.

Hoffen wir, dass unsere Pferde allesamt verschont bleiben!
Tania

 

Von • 10. September 2009

Ich bin auf diesen post gekommen, weil ich Deinen Eintrag im heutigen Blog gelesen hatte. Super interessant! Danke!
Und ich muss ja sagen: Unglücklich schaut Aramis in seinen Wassereimern ja nicht gerade aus!! *lach* Klasse Bild! :)

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Ach je, dem Guten ging es da tatsächlich gar nicht gut. Er hatte schon ziemliche Schmerzen :-( – aber das Kühlen tat wohl gut.

Herzlich,
Tania

 

Von Jessica • 7. März 2010

Hallo,
Deine Schreck kann ich Nachvollziehen, ich erinnere mich heute noch an mein erstes Pony. Ich war gerade 15 und hab mein Pony Klamm auf der Weide vorgefunden. Ich weis noch es war 1. Mai, Sonntag. Statt mein Tierarzt kam die Vertretung und Spritze Schmerzstiller und meinte”Morgen ist alles wieder gut”.
Jeder kann sich denken DAS WAR ES NICHT. Ende vom Lied war das mein Pony nach drei MOnaten Kampf verloren hatte. Er schuhte aus und die Schmerzen wollte ich ihm nicht weiter antun, Wir schläferten ihn ein.
Meine Unwissenheit damals war fatal, hätte ich mehr über Hufrehe gewusst dann hättte ich selber sehen müssen das da etwas nicht stimmt. So schmervoll lernt man dazu.
Ich lege jeden ans Herz sich über Hufrehe schlau zu lesen. Es gibt nämlich mehr als nur ein Grund der zur Hufrehe führt. Um so mehr man weis um so besser kann man im Notfall sein Pferd helfen.
Liebe Grüße

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Wie traurig, ich drück dich mal.
Tania

 

Von Sabine Fischer • 12. Januar 2012

Auch mein Hafi hatte im vergangen Herbst eine kräftige Hufrehe. Ein befreundeter Pferdehalter sagt die Stute muss stillstehen, mindestens 3 monate der Tierarzt gab ihr Entzündungshemmer eine Woche lang in Pulverform. Dann konnte mir nach einer Woche niemand mehr weiterhelfen. Der befreundetet Pferdehalter leget mir ans Herz die Stute zu schlachten und sich ein neues Pferd zuzulegen und der Tierarzt war auch keine Hilfe. Ich war komplett fertig mit meinen Nerven. Dann mein letzter Ausweg war eine Tierheilpraktikerin aus dem Nachbardorf. Sie gab mir eine Globulimischung die sie durch Bioresonaz zusammengestellt hat und ich bin jeden Tag spazieren gegangen. Denn meine Hafistute drehte in der Box schon durch. Dann wurde es endlich besser und ich konnte aufatmen und war erleichtert.
Liebe Grüße Sabine

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Puh, was für eine Geschichte! Wie schön, dass sie gut ausgegangen ist!
Tania

 

 

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Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.