Tanias Hafi-Blog

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Ein gefährlicher Tipp

Der Alptraum so ziemlich aller reitenden Menschen ist ein durchgehendes Pferd. Der Kontrollverlust in der Kombination mit allen möglichen Risiken, die ein Durchgehen mit sich bringt und zusätzlich die Gefahr, vom Pferd zu fallen – all das lässt schon beim Drübernachdenken den meisten von uns den Angstschweiß auf der Stirn stehen.

Und genau deshalb sind wohl auch Artikel so beliebt, in denen Verhaltenstipps gegeben werden, nach dem Motto: Was Profis raten, wenn das Pferd durchgeht.

Nun habe ich schon mehrfach den Tipp gelesen, dass man bei einem durchgehenden Pferd zusätzlich treiben solle. Die Begründung war, dass man so Kontrolle vorgeben und damit wiedererlangen kann und auf diese Weise das Pferd wieder an die Hilfen bekommt.

In der Theorie fand ich das bisher überzeugend. Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, diesen Tipp in der Praxis zu testen und ich kann nur laut und deutlich sagen: Dieser Tipp ist nicht empfehlenswert. Mehr noch: er ist ausgesprochen gefährlich.

Mein Youngster hatte im Gelände meine Galopphilfe einmal etwas zu freudig angenommen und wurde schneller und schneller. Da er auf meine Signale, doch bitte wieder langsamer zu werden, nicht wirklich reagierte, ging ich im Geiste meine Optionen durch. Und da fiel mir besagter Tipp ein. Gut, also trieb ich nach.

Die Reaktion von Anthony war: “Oh, du möchtest noch schneller? Kein Problem!” und er gab erst recht richtig Gas. Kontrolle gewann ich damit leider überhaupt nicht, im Gegenteil – ich schätze, ich habe das Durchgehen damit erst recht angetrieben (im wahrsten Sinne des Wortes…).

Keine Sorge, das Ganze ging bei uns gut aus – irgendwann konnte ich ihn doch noch überzeugen, wieder langsamer zu werden. Ich will hier nur die Chance nutzen, ausdrücklich vor diesem schwachsinnigen Tipp zu warnen. Wer nicht gerade 10km freie und gerade Strecke vor sich hat, auf der keine Straßen, Menschen, Autos oder dergleichen zu erwarten sind, sollte im Falle eines Durchgehens NICHT nachtreiben – manche Pferde nehmen das einfach sehr wörtlich…

24. September 2009 von Tania • Kategorie: Reiten 18 Kommentare »

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18 Reaktionen zu “Ein gefährlicher Tipp”

 

Von Maja2009 • 24. September 2009

Hallo Tania

Ein sehr wertvoller Beitrag. Immer wieder hört man diesen Tip beim durchgehenden Pferd “Du musst nachtreiben!”

Mein Pferd ging mit mir auch einige Male durch und es ging nicht immer gut aus.

Nachtreiben war auch in meinem Fall nicht das richtige, auch mein Pferd wurde immer schneller und war unkontrollierbar.

Aber was ist der ultimative Tip in solch einer Situation ?

Wichtig ist wohl die Ursachen heraus zu finden und daran zu arbeiten ! Oder was denkst Du ?

VLG

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Jep, genau, ich setze auch auf Vorbeugen soweit es nur geht. Sehr vieles lässt sich erahnen und wenn man da sensibel wird, kann man sich manche heikle Situation sparen. Ist es doch soweit gekommen, kann man sicher immer nur aus der Situation heraus reagieren, aber Pauschaltipps wie den genannten, scheinen mir völlig unbrauchbar.

Tania

 

Von • 24. September 2009

Ach Du meine Güte!! Das ist ja wirklich ein gefählicher Tipp! Zwar irgendwie auch nachvollziehbar, aber nur irgendwie. Bis zu Deinem Artikel hatte ich ihn noch nicht gehört und bin froh, dass ich nun nie in die Versuchung kommen werde, ihn auszuprobieren. Danke für den Beitrag!
Volte reiten (geht natürich nur begrenzt) war immer meine Notlösung und da bleib ich lieber da dabei…

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Jep, wenn es möglich ist, würde ich genau das auch versuchen.

Herzlich,
Tania

 

Von Anne B. • 24. September 2009

Mein Knabi macht zwar viel Mist, aber Durchgehen wollte er als Jungpferd nur selten. Ich hatte aber vorher eine Durchgängerstute und hatte präventiv geübt nach Pat.Parelli immer mal mit der Hand am Zügel nach vorn zu greifen und den Kopf herumzunehmen. Irgendwann kam Lucas dann schon meiner Hand von alleine mit dem Kopf entgegen.So daß ich ihn auch bei kleinen Durchgehversuchen immer gut auf eine Volte ziehen konnte. Nachtreiben halte ich auch nur insofern kurz für sinnvoll, daß man duch ein kurzes Kicken das Pferd auf den Passagier aufmerksam macht. Manchmal half bei uns auch kurzes Anschreien. Aber schön ist das alles nicht.LG Anne.

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Da hast Du recht – es gibt wohl kaum etwas “Schönes” in dieser Situation und ich denke auch wirklich, dass man je nach Lage immer wieder neu entscheiden muss, was wirklich sinnvoll ist,
Tania

 

Von Kadda • 25. September 2009

Mir ging es letze Woche auch so. Henrika hat sich vor Schfen hinter einer Hecke erschrocken und ist mit mir quer über eine Wiese. Ich konnt sie zur volte beweguen und daraufhin durchparieren. dann bin ch mit ihr noch mal zu dem Monster hin. Leider ist siemir fst noch mal abgehauen, diesnmal auf dem Weg geblieben , dort wuchs neben bei auch eine dichte hecke ich hab sie versucht dann in richtung Hecke zu stellen daraufhin wurde sie langsamner denn da wollte sie auch nicht rein rennen. dass hiulft bei uns ganz gu tt das ich sie zuzusagen schräg stelle da kann sie nicht gut durchstarten. Bisher hat das immer ganz gut geklappt. hof das die Monster Schafe *g* sich morgen nicht hinter der Hecke verstecken.

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Gut gelöst, würde ich sagen!

Prima,
Tania

 

Von Nicole • 27. September 2009

Ich würde den Tip etwas anders formulieren, dann passt er meiner Meinung nach: Damit man nicht nur ins ziehen kommt (was viele Pferde gut ignorieren können), die Beine und den Po nicht vergessen, sondern wie beim ordentlichen Durchparieren die Schenkel- und Gewichtshilfen nicht vergessen, also versuchen sich aufrecht hinzusetzen, Gewicht in den Sattel und Beine ans Pferd bringen. Dann merkt es auch: da ist ja noch jemand.

So bin ich jedenfalls bisher aus jeder Situation gut herausgekommen.
Aber Vorsorge ist natürlich immer besser als Nachsorge!
LG

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Jep, Nicole, so formuliert, klingt das deutlich sinnvoller.

Danke für den den Hinweis,
Tania

 

Von Sigrun • 28. September 2009

Ich würde auch sagen: Nachtreiben ist gefährlich und kontraproduktiv, denn es bestätigt das Pferd in seinem Tun, wenn es aus Übermut durchgeht und erhöht den Stress, wenn es aus Fluchtinstinkt durchgeht! Der Tipp gehört in dieselbe Kiste wie das Pferd “sich mal auslaufen /auspowern” zu lassen, wenn es sehr lauffreudig ist oder gar zum Zackeln oder Durchgehen neigt. In beiden Fällen hilft nur, bestmögliche Ruhe zu bewahren und so gut wie möglich mit Gewicht, Sitz, Schenkel und dann Zügel einzuwirken. Und danach die Situation möglichst zu vermeiden bzw. an der Rittigkeit / am Problem zu arbeiten, damit sie sich nicht wiederholt. “Reinsetzen, Hände tief” wäre meiner Meinung nach ein besserer Tipp, wenn man auf dieser schlichten Ebene bleiben will.

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Super Beitrag – herzlichen Dank!
Tania

 

Von Anna • 28. September 2009

Ich denke der Tipp mit dem Treiben funktioniert nur wenn man tatsachlich 10km freie und gerade Strecke vor sich hat, auf der keine Straßen, Menschen, Autos oder dergleichen zu erwarten sind…was bei mir auch noch nie der Fall war.
Bisher fand ich den Tipp aber von der Grundidee nicht schlecht, man soll ja das Pferd nciht nur treiben, sondern solange treiben bis es nicht mehr laufen will und dann soll es weitergetrieben werden.
Psychologisch gesehen, dass das Pferd durchgehen damit verbindert, dass es dann richtig anstrengend wird.
ich denke das funktioniert natürlich nur auf geeigneter Strecke, die so gut wie nie bei uns vorhanden ist und ich denke das so etwas auch charakterlich vom Pferd abhängig gemacht werden muss.

Also ein Tipp der tatsächlich nach hinten losgehen kann.

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Jep, bei 10km freie Fläche voraus, würde ich es auch noch mal machen ;-)
Tania

 

Von Lizzy • 28. September 2009

Vielen Dank für diesen ehrlichen Bericht! Oftmals wird diese Problematik ja totgeschwiegen…
Ich denke auch, dass es wichtig ist, zu Hause die Rittigkeit zu erhöhen und im Ernstfall zu versuchen, das Pferd wieder mit den “gewohnten” Hilfen zur Aufmerksamkeit zu bringen und wenn das geschafft ist, sollte das Durchparieren funktionieren.
Auf jeden Fall sollte man sich VORHER überlegen, was für einen in Frage kommt und was nicht.
Den Tipp mit den Volten habe ich auch schon oft gehört, auch leider schon angewendet, jedoch ist auch hier absolute Vorsicht geboten, denn bei dieser Aktion kann man dem Pferd ein Hinterbein wegziehen und im schlimmsten Fall zum Sturz bringen.
Auch das Abwenden Richtung Hecke/ Wand/ Begrenzung ist sicher nciht für jedes Pferd empfehlenswert, da ich einige Pferde kennen, die versuchen würden darüber zu springen oder tatsächlich einfach durch zu rennen. Aber das hängt natürlich stark ab von der inneren Haltung des Pferdes.
Das habe ich zum Glück noch nicht erlebt, aber leider ist mir Anfang des Jahres mein ehemaliges Rennpferd im Gelände durchgegangen. Urplötzlich galoppierte er los und war im Rennmodus- nicht mehr ansprechbar. Und der Weg führte auf Schotter zu, dann auf Beton und dann auf eine Landstraße. Beim Versuch, ihn in einen Acker zu wenden trennten sich unsere Wege.
Folge war ein tiefer Schock für das Pferd, leichte Gehirnerschütterung für mich und ein gestörtes Verhältnis zum Pferd, das wir erst jetzt langsam wieder finden. Gelände war seither nicht mehr drin. Aber in erster Linie eben darum, weil ich einfach keine Antwort darauf habe, was zu tun ist wenn….

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Oje, das klingt furchtbar. Dass das tief sitzt, kann ich mir gut vorstellen.

Kannst Du nicht vielleicht wieder mit Spazierengehen beginnen und einfach immer mal wieder für einige Meter drauf gehen? So kannst Du Dich vielleicht wieder langsam herantasten.

Alles Gute,
Tania

 

Von Katja Maria Günder • 28. September 2009

Hallo zusammen, ich bin auch nicht der Meinung, man sollte ein durchgehendes Pferd noch anfeuern. Allerdings sollte man auch nicht vor lauter Schreck die Schenkel vom Pferd nehmen und es so “allein” lassen. Ich hatte diesen Tip auch immer so verstanden, dass man, wenn das Pferd wieder langsamer werden will, es weitertreibt. Unter dem Motto: “Wann ich es sage ist Schluß”. Dann kann man sicher das Pferd durchparieren. Da ich einen notorischen Durchgeher hatte, kann ich mitreden. Erst ins Gelände gehen, wenn das Stellen und Biegen reflektorisch klappt. Nur dann reiten, wenn man sich gut fühlt. Im Zweifel absteigen und ein bißchen mit demm Pferd bummmeln gehen. Wenn ein Pferd durchgeht, möglichst schnell und konsequent eine Stellung abverlangen. Gestellt macht Laufen nicht mehr wirklich Spaß.

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Wow, also diese Tipps halte ich alle für sehr, sehr sinnvoll. Danke Katja!
Tania

 

Von Kerstin Schneider • 28. September 2009

Zum Glück ist Euch nichts passiert.
Diesen “Tipp” kannte ich auch und bin auch – ich nenn es mal- drauf rein gefallen. Sehr gefährlich kann das werden. Auch bei uns ging es gut (aber nur, weil dem Tinker die Puste ausgegangen ist)- aber mein Adrenalin war sehr hoch und der Puls auf 180 und die Beine nur noch Gummi.

Viele liebe Grüße
Kerstin mit Guinness

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Der gute Guiness kann also auch anders, ja? Na mal gut, dass Euch nichts passiert ist.

Knuddel mal den Süßen von mir,
Tania

 

Von Lizzy • 29. September 2009

Oh ja, im Zweifelsfall ist auch ein geordnetes Absteigen (wenn man vorher merkt, es wird egfährlich) sicher ein durchaus probates Mittel, bei dem man sich keinen Zacken aus der Krone bricht. Unter dem Strich ist es ja schon so, dass Durchgehen bedeutet, dass das Pferd einem die Entscheidung in der Situation abnimmt und “allein” weiter macht. Auch deshalb ist es so wichtig, ein gut gymnastiziertes, gehorsames (im Sinne von aufmerksam und folgend) Pferd in der Bahn zu trainieren, um das dann im Gelände abrufen zu können.
Und ja, wir gehen schon auch wieder spazieren ;) ISt bei einem Ehem Rennpferd (3 Jahre lang Rennen gelaufen) eben einfach schwierig, da er ja gelernt hat, wenn jemand drauf sitzt und dann auch noch die Zügel aufnimmt heißt das: “Let the race begin”. Abwer das wird ;)
Ich fand es schon toll, dass du das Thema mal angesprochen hast!

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Danke, Lizzy! Rechtzeitig abzusteigen, wäre, wenn möglich auch ein Mittel meiner Wahl. Nur, was man manchmal auch liest: abzuspringen, wenn es schon losgegangen ist, würde ich wiederum nicht wirklich empfehlen ;-)

Alles Gute für Euren Weg,
Tania

 

Von Madeleine • 1. Oktober 2009

Ich habe kein Problem damit, wenn mein Pferdchen mal einen Hopser im Gelände macht, aber einen Durchgänger könnte ich nicht ertragen. Meinen Knabi habe ich als Jährling gekauft. Bis heute (er ist jetzt 7) gehe ich nicht mit allen Reitern aus meinem Stall ausreiten. Ich galoppiere mit meinem Wallach sehr ruhig und gesetzt, andere können ihre Pferde nur flach rennen lassen.Ich reite entweder alleine oder mit Stallkollegen, die wissen, dass ich Angst vor einer etwaigen Unkontrollierbarkeit habe und sich voll auf mich einstellen (ich habe das jüngste Pferd!). Merke ich, dass mein Pferdchen spannig und nervös ist, im Trab immer schneller wird,gegen die Hand geht und nicht mehr “online” ist, galoppiere ich eben nicht und bleibe so auf der sicheren Seite. Ganz egal, was die anderen meinen. Ich bin zudem Mama und habe Verantwortung: für mich, meine Familie, mein Pferd und die Menschen, die sonst noch irgendwie unterwegs sind.

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Hut ab – das finde ich sehr schlau und vernünftig!
Tania

 

Von Verena • 1. Oktober 2009

Japp, mir ist es einmal passiert, dass meine RB, als ich allein mit ihr unterwegs war, lieber zurück zum Stall wollte als weiter mit mir ausreiten. Er buckelte , drehte um und wollte losgalloppieren, ich dachte in diesem Moment an diesen tollen Tipp , den ich gelesen hatte (Michael Geitner rät dies ja übrigens auch ), gab Zügel und trieb, naja er rannte weiter und irgendwann flog ich in der Kurve halt runter (nix groß passiert).

Neulich hatte ich leider wieder die Situation, dass er aufm Feldweg , der nach hause führte schnell loswollte, da hab ich schnell reagiert und ihn an einem Zügel “herumgerissen”, hat ihn ziemlich verdutzt und so konnten wir im schritt weiter.

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Nur gut, dass Dir nichts passiert ist!
Tania

 

Von corinna • 1. Oktober 2009

Das Durchgehen ist auch meine größte Angst beim Reiten mit meinem Jungpferd.In diesem Frühjahr ist es mir dann das erstemal passiert, als auf dem Nachhauseweg an einer Strasse plötzlich eine Herde Jungbullen in unsere Richtung zum Zaun rasten. Ich konnte nach kurzem Schreck das Gelernte abrufen>Stotterbremse mit dem Zügel>ruhig bleiben>leichte Schlangenlinien reiten.Dadurch fiel mein Pferd in den Trab und nach ca.300mtr. konnte ich wieder zum Schritt durchparieren.Ich war froh das es so gut geklappt hatte und die Angst ist etwas kleiner geworden.Ansonsten halte ich es wie Madleine und vermeide Ausritte mit Gruppen die durch den Wald rasen.

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Super gerettet, auch für Dich ein Hut ab!
Tania

 

Von Frauke • 2. Oktober 2009

Ich sehe den Tipp mit dem Weitertreiben eher als Rat, aktiv weiterzureiten und sich nicht in Schreckstarre in die Bügel zu stemmen und vorne zu ziehen, so stark wie’s nur geht und alles zu vergessen was man sich so hart in unzähligen Reitstunden erarbeitet hat.
Die “Gesetze” der Reitlehren gelten auch für durchgehende Pferde!

Ich gehe davon aus, dass hier im Forum nur Reiter unterwegs sind, denen das Pferdemaul heilig ist und die hart an ihrer Balance im Sattel arbeiten. Und das ist in solchen Situation um so wichtiger.
Also, auch wenn’s schwer fällt, erst mal tief ausatmen und sich bewußt machen, das ein verkrampfter Reiter und Schmerzen im Maul ein schlechtes Argument für’s Pferd sind, durchzuparieren.
Das Reitlehrer-Radio im Kopf einschallten: Bleib locker! …in der Bewegung des Perdes bleiben, Schultern und Ellbogen lösen … und den “Zugpunkt” für die Anlehnung finden, etc. Atmen nicht vergessen!
Und wenn man sich dann selber da oben ausgerichtet hat klappt es auch mit dem Stellen oder Volten reiten besser.

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Ok, so interpretiert macht es Sinn. Aber ob es wirklich immer so verstanden wird?

Tania

 

Von Verena • 4. Oktober 2009

Ich hab auch so ein Pferd, das am Anfang oft durchging – nicht kopflos (sie selbst hat immer nen klaren Kopf behalten) aber im absoluten Renngalopp und völlig unsteuerbar – abzuwenden wäre echt nicht möglich gewesen. Jeder noch so vorsichtige oder auch deutliche Versuch meinerseits, Tempo oder Richtung zu bestimmen wurde mit Bocksprüngen oder, wenn überhaupt noch möglich, weiterem Beschleunigen quittiert. Die Lösung war hier tatsächlich etwa 10m laufen lassen, dann drauftreiben, denn erst dann hat sie die Hilfen wieder zur Kenntnis genommen.
Das war dann allerdings das Notfallprogramm. Ich habe in der Zeit viel geführt bzw mich führen lassen, bis JEDE Strecke auch im Schritt machbar war. Nach einer solchen Rennattacke bin ich immer abgestiegen, hab zurück geführt und bin dann die Strecke im Schritt nochmal geritten (hat sie irgendwann schon von selbst gemacht). Außerdem habe ich das Pferd darauf trainiert IMMER an Kreuzungen anzuhalten. Dadurch hat sie auch beim Durchgehen an Kreuzungen verlangsamt, sodass ich sie wenigstens kurz durchparieren konnte um abzuspringen.
Nach konsequenten Trainig hat sich das Problem jetzt aber (nach 1-2 Jahren) so gut wie erledigt. Gottseidank!

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Wow, Hut ab, Verena!
Tania

 

Von Nicole • 26. Oktober 2009

Ja würde den Typ auch als Schwachsinn abtun, obwohl er mir einmal wirklich geholfen hat bei einer Durchgänger Stute die prinzipiell bei jeder offenen Fläche davon geschossen ist. Ihre Reiterinnen waren dann froh wenn sie stand.
Hab sie dann mal geritten und auf der grossen Wiese ist sie natürlich weg aber als sie langsamer wurde hab ich weiter getrieben (davor kaum Einwirkung, da sie eh alles ignoriert hat) und dann kontrolliert durchpariert und richtig viel gelobt. Danach war es bei fremden Reitern besser, die beiden Frauen die sie davor ritten konnten sie allerdings immer noch nicht halten. Sie hat aber nun nen neuen Besitzer der ganz toll auf sie eingeht und mit ihr gut klar kommt.
Dennoch würde ich so etwas nicht für den Normalfall vorschlagen, denke aber dass es ab und zu angebracht ist, je nach Pferd und Situation (also ganz selten).

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Ja, da kann ich dann noch nicken ;-)
Tania

 

Von sabine • 16. Januar 2012

grad les ich was ihr alles schon für Erfahrungen gemacht habt.
Ich bin grad total frustriert weil meine Isi stute vorgestern im Gelände plötzlich eine Hinterhandwendung gemacht hat und dann Richtung Heimat rannte. Ich sass nur noch halb drauf.
Als ich sie dann wieder hatte und Richtung Reitlehrerin zurückgeritten bin, sagte sie: ich würde ihr jetzt erstmal mit der Gerte eins geben und über die Stelle wegreiten. So hab ichs gemacht und Lukka hat gleich nochmal rumgedreht und ist wieder los. Als sie dann wieder einigermassen stand bin ich zitternd abgestiegen. Meine Reitlehrerin ist dann drauf und ist mit ihr unter Diskussion an der Stelle vorbei.
Ich bin ein eher ängstlicher Reiter und jetzt meinte meine Reitlehrerin ich müsse mir überlegen ob ich sie nicht doch besser verkaufe. Das will ich aber nicht!!
Ich ahb sie jetzt seit ca. 1,5 J. Sie ist jung und ich bin jetzt 5 Monate nur noch mit Reitlehrerin ( eben weil sie immer wieder versucht hat umzudrehen wenn ich mit ihr draussen war) – zuerst als Handpferd und dann immer selbständiger geritten und es hat sich so gut entwickelt. Jetzt bin ich verzweifelt!!!!
Hab jetzt gehört, dass an der Stelle wohl Wildschweine im Wald sein sollen?! Denn als wir zu Fuss am nächsten Tag wieder dort waren hat sie die gleiche Reaktion gezeigt. Frage: hat sie nun den Respekt verloren und wird das immerwieder machen oder waren es die Wildschweine???

Hat jemand Ideen wie ich weitermachen kann?

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Hallo Sabine,

ich finde den Rat Deiner Reitlehrerin sehr traurig. Ein Pferd zu schlagen, ist nicht dazu angetan, ein Vertrauensverhältnis zu schaffen. Was die Ursache für das Verhalten Deines Pferdes war, wird sich wohl kaum noch sicher klären lassen, aber sollten es tatsächlich Wildschweine gewesen sein, dann wurde Dein Pferd für seine naturgemäße Angst geschlagen. Das macht mich traurig.

Schau doch mal, wenn Du magst, in unser Forum. Da findest Du viele Leute, die andere Wege im Umgang mit Pferden gehen und die Dir andere Impulse geben können. Auch unser Anti-Angst-Kurs könnte Dir viele Ideen geben, wie Du mit Deinem Pferd ein gutes Verhältnis entwickeln kannst.

Schlagen ist IMMER die schlechteste Wahl,
Tania

 

 

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Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.