Tanias Hafi-Blog : Monatsarchiv für April 2010

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Zu schade … oder vielleicht auch nicht?

Ich erlebe immer wieder Momente mit meinen Pferden, bei denen ich es doch ein bisschen schade finde, dass ich sie mit niemanden außer ihnen teilen kann.

Wenn ich z.B. mit Aramis durch die Wälder streife und wir vollkommen auf einander eingespielt sind und ich ihm zu 100% vertraue, dann denke ich manchmal: Oh, wenn das doch nur jemand sehen oder auch so empfinden könnte… Oder wenn ich die nächste Vertrauensstufe mit Anthony erklimme, denke ich: Ach, wenn doch jemand dabei wäre! Oder wenn mal wieder eine Lektion mit einem von ihnen in wunderbar leichter Perfektion klappt. Oder …, oder…

Der zweite Gedanke ist dann allerdings immer der, dass ich das genauso wahrscheinlich nicht erleben würden, wenn denn tatsächlich jemand dabei wäre! Wie heißt es so schön: der Beobachter verändert das Experiment. Und ich weiß ja, wie anders alles oft ist, wenn jemand Fotos macht oder einfach nur zusieht.

Ja, vielleicht sind die schönsten Momente mit unseren Pferden einfach wirklich nur für uns selbst bestimmt. Und so ist es, wenn man genau darüber nachdenkt, eigentlich gerade schön, dass man sie mit niemand anderen teilen kann, als mit dem Pferd selbst :-)

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Oder, was denkt Ihr?

29. April 2010 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 7 Kommentare »

Freiarbeit – jetzt auch im Parcours

Ich arbeite ja mit meinen Pferden gerne frei. Während es dabei zunächst erstmal nur darum ging, sie überhaupt irgendwie körpersprachlich dirigieren zu können, haben wir die Sache über die Zeit immer mehr verfeinert. Anthony ist also inzwischen ein echter Profi geworden, so dass wir uns daran machen können, auch Hindernisse und Herausforderungen in die Arbeit einzubauen.

Zuerst hatte ich damit begonnen, einfach mal eine Gasse mit zwei Dual-Schläuchen (n. M. Geitner) hinzulegen und ihn anzuregen, dadurch zu laufen. Das hatte er sehr schnell verstanden:

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Hinweis: Ich nehme für diese Arbeit sehr gerne Dual-Schläuche. Sie haben den großen Vorteil, dass das Pferd sich nicht verletzen kann, wenn es drauftritt. Und draufgetreten wird da durchaus, denn das Feintuning will ja erst erarbeitet werden.

Ich habe die Schlauchgassen dann auch mit Pylonen kombiniert:

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Als das gut klappte habe ich in einem nächsten Schritt dann auch Cavalettis dazugenommen – zum Traben und auch als kleine Sprünge. Ich hatte das vorher gut an der Longe geübt, so dass Anthony nicht unvorbereitet war. Und genau, wie ich es vermutet hatte: er löste diese Aufgabe spielend. Und können wir nun schon sehr spannende kleine Parcours aufbauen und die Freiarbeit damit sehr abwechslungsreich gestalten. Hier könnt Ihr ein aktuelles Video von unserer Parcours-Freiarbeit sehen. :-)

22. April 2010 von Tania • Kategorie: Freiarbeit 6 Kommentare »

Falsche Frage, nächste Frage

In der Pferdewelt hört man immer wieder folgende Frage: “Warum macht das Pferd (oder meist vielmehr “der Bock” oder “die Ziege”) das nicht?” Auch ich selbst habe mir diese Frage an die 30 Jahre lange gestellt.

Neulich, als meine Pferde die wunderschönsten Kringel für mich liefen, anstandslos alle Seitengänge zeigten, punktgenau angaloppierten und wieder durchparierten, kam mir eine andere Frage in den Sinn: Warum machen sie das eigentlich?

Und diese Frage war ein richtiger kleiner Erleuchtungsblitz. Mir wurde klar, dass die Frage “Warum macht mein Pferd xyz nicht?” mich immer wieder in die falsche Richtung geführt hat. Ich wollte etwas und ärgerte mich, wenn es nicht klappte. Ich ging davon aus, dass ich eine Art Recht auf die Ausführung meiner Forderungen hatte. Meine Frage war immer mehr Vorwurf als alles andere, nach dem Motto: Das Pferd hat das zu tun, Punkt.

Als ich mich nun fragte, warum mein Pferd das eigentlich alles für mich tut, öffneten sich ganze Tore. Mir wurde bewusst, wie viel ich von meinen Pferden erwarte und dass die meisten meiner Erwartungen Menschenerwartungen sind.

Wir Menschen habe klare Vorstellungen davon, was ein Pferd tun soll – für ein Pferd ist nichts davon klar. Im Gegenteil – vieles (fast alles?) dürfte einem Pferd zunächst vollkommen seltsam vorkommen, denn von alleine würde es auf vieles gar nicht kommen! Für ein Pferd hat ja eine Reitbahn erst einmal keine besondere Bedeutung; genauso wenig wie Bahnfiguren oder Lektionen, wie Hilfen oder Übergänge usw. usw. Aber da uns klar ist, was getan werden soll, setzen wir diese Klarheit auch bei unseren Pferden voraus. Schließlich sagen wir ihnen ja, was sie tun sollen, nicht wahr? Wir zeigen es ihnen, bringen es ihnen bei und dann hat es bitteschön auch zu funktionieren.

Aber warum eigentlich?

Die Frage danach, warum ein Pferd für uns tut, was es unserer Ansicht nach tun soll, bringt uns zur Frage nach der Motivation. Und zur Frage danach, was wir tun können, unserem Pferd es leicht und vor allem möglich zu machen, unsere Forderungen zu erfüllen. Wir können dann versuchen, die ganze Sache mal aus Pferdesicht zu sehen – und zumindest mir ging es so, dass mir schlagartig klar wurde, was für ein Wunder es ist, dass diese großen, kräftigen Tiere uns nicht einfach den Stinkefinger zeigen.

Wie seht Ihr das?

15. April 2010 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 9 Kommentare »

Pferde schlafen im Stehen?

Es ist schon erstaunlich, wie lange sich manche Märchen halten: So gibt es doch tatsächlich noch immer Leute, die glauben, dass Pferde im Stehen schlafen!

Na, mit diesem Ammenmärchen lässt sich aufräumen – die Jungs zeigen, wie man als Pferd “richtig” gut schläft:

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(weiterlesen …)

8. April 2010 von Tania • Kategorie: Verhalten 12 Kommentare »

So geht das!

Wer mit Pferden zu tun hat, hat fast immer auch mit Menschen zu tun. Und meiner Erfahrung nach findet man in der Pferdewelt vor allem zwei Typen von Menschen: unsichere und die, die wissen, “wo es lang geht”. Die Menge der unsicheren Pferdemenschen scheint mir deutlich größer zu sein als die der “Wissenden” und so kommen auf jeden, der weiß wie es geht, viele, die hinterhereifern.

Von anderen Menschen zu lernen, ist etwas Tolles. Vorausgesetzt allerdings, dass das, was es zu lernen gibt, zu einem passt und einen wirklich weiterbringt. Und genau da steckt der Teufel im Detail: Menschen, die vorgeben zu wissen, wie etwas geht, zeichnen sich relativ selten durch eine Fähigkeit zum Differenzieren aus. Sie haben für sich eine Lösung gefunden und DIE ist dann richtig. Punkt.

Nun haben wir es aber in der Pferdewelt mit Persönlichkeiten zu tun – auf der Menschen- wie auch auf der Pferdeseite. Und jede Persönlichkeit ist anders. Jeder Mensch und jedes Pferd.

Ich habe für diese Erkenntnisse, die ich hier mal eben in einigen Sätzen niederschreiben kann, viele, viele Jahre gebraucht. Da, wo ich heute stehe, betrachte ich jeden, der vorgibt etwas “sicher” zu wissen, skeptisch. Und ich betrachte Leute skeptisch, die von der “einzig richtigen” Reitweise oder von “der ultimativen” Methode reden. Und Leute, die zu mir sagen: “Du musst…” genauso wie Leute, die weder mich noch mein Pferd kennen, aber die zu wissen vorgeben, was für uns gut und richtig ist.

Das Problem ist, dass man schon eine gewisse Stärke braucht, um sich gegen ein “So geht das!” zu behaupten. Gerade wenn man unsicher ist, neigt man dazu, sich besonders kraftvoll vorgetragenen Überzeugungen anzuschließen. Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung kann ich aber auch unsicheren Menschen nur dazu raten, sich nicht dem Erstbesten anzuschließen, der eine Richtung vorgibt. Es gilt, jeden Rat und jeden Vorschlag erst einmal in Ruhe zu überdenken und zu prüfen, ob sich das richtig und gut für einen selbst anfühlt.

Ich habe in der Vergangenheit leider die größten Fehler gemacht, weil ich zu bereitwillig das tat, was mir andere anwiesen. Am meisten habe ich hingegen von Menschen gelernt, die so etwas zu mir sagten: “Ich weiß es auch nicht sicher, aber vielleicht kannst Du es mal so probieren”- deren Tipps waren in der Regel immer die besseren!

1. April 2010 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 10 Kommentare »

Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.