Tanias Hafi-Blog : Monatsarchiv für Mai 2010

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Kann ich doch schon!

Babette gibt ja außerhalb ihrer Kurse so gut wie keinen Unterricht mehr, so dass auch meine Lehrstunden bei ihr rar gesät sind. Nun hatte ich vor kurzem mal wieder eine kostbare Stunde Unterricht bei ihr und machte mal wieder eine interessante Beobachtung, die ich mit Euch teilen will.

Wir sollten Schritt gehen. Ordentlich Schritt. Noch ordentlicher Schritt – also schön gleichmäßig, flott voran in guter Selbsthaltung. Babette ließ nicht locker – Runde um Runde feilte sie am Schritt bei uns. Und was ging mir durch den Kopf? “Menno, Schritt reiten kann ich doch, warum macht sie nichts anderes mit uns, schließlich will ich doch was lernen!”

Nun kenne ich das ja inzwischen von unseren Unterrichtseinheiten – also sowohl Babettes Grundlagenfeilerei als auch meine Ungeduld. Dennoch tappte ich auch hier wieder in die mir eigentlich so sehr bekannte Falle. Schließlich hatte ich an der Versammlung feilen wollen, an den Seitengängen, ja vielleicht an ersten halben Tritten! Und was musste ich machen? Schritt reiten.

Tjaaaaa, und genau das war absolut richtig so! Ich neige dazu (wie wahrscheinlich viele andere auch), wenn ich so vor mich hinreite, die Grundlagen doch immer wieder schleifen zu lassen. Anthonys Schritt war eh “nie so dolle gewesen” und er “bevorzugt lieber Trab”. Mit solchen Ausreden hatte ich mich immer drum herumgedrückt, ihn da mehr zu fordern und wirklich einen dynamischen, taktklaren Schritt zu reiten.

Ich weiß nicht, wie lange wir in der Unterrichtseinheit Schritt gingen (wahrscheinlich war es weniger als es sich anfühlte), aber Babettes Drängen auf das korrekte Schrittreiten bewirkte eine ganze Kettenreaktion. Nicht nur, dass in der Reitstunde sowohl der Trab als auch der Galopp netter waren als zuvor (ja, ich durfte auch noch etwas anderes reiten ;-) ), sondern ich hielt mich dann in den folgenden Einheiten auch daran, gleich von Beginn an, auf einen guten Schritt zu achten. In der Folge war das Hafilein unter mir gar nicht mehr “zäh”, sondern sehr aufmerksam und motiviert. Und es änderte sich unmittelbar etwas am Gangbild und den Bewegungen.

So ziehe ich aus dieser Erfahrung einmal mehr die Erkenntnis: “Können” nützt nichts, wenn man es nicht macht, Deshalb ist es gut, immer wieder an die Grundlektionen zu gehen und diese konsequent und sauber zu erarbeiten – und jemanden zu haben, der einen hin und wieder sanft dazu zwingt.

Danke, Babette!

27. Mai 2010 von Tania • Kategorie: Reiten 7 Kommentare »

Die Weidezeit ist eröffnet!

Am vergangenen Samstag war der wohl schönste Tag im Jahr für unsere Pferde: Es ging hinauf zum Sommerauslauf und damit wurde auch die Weidezeit eröffnet.

Und mit solchen Gesichtern wurde das von den Jungs quittiert:

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Erwartungsvoller geht es kaum, oder?
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20. Mai 2010 von Tania • Kategorie: Verhalten 5 Kommentare »

Von Geschenken

Stellt Euch mal vor, jemand bringt Euch das Bodenturnen bei. Ihr seid zunächst ungelenkig und ungeschickt und fragt Euch, wie Ihr nur all die vielen Übungen bewältigen sollt. Dann spürt Ihr, dass Ihr eine Übung langsam beherrscht und als Euer Trainer sie sehen möchte, präsentiert Ihr sie freudestrahlend. Und die Reaktion? “Schön und nun bitte diese Übung gleich nochmal und einen Handstand dazu!” Ach ja, … und falls Ihr das nicht schafft, bufft Euch die Person solange, bis Ihr es macht.

Abwegig? Absurd?

Schauen wir uns noch ein Beispiel an: Wir bringen unseren Pferden Lektionen bei. Mühsame, schwierige Lektionen, die viel Einsatz und Konzentration fordern. Den Pferden fällt es ganz schön schwer, ihre Beine zu sortieren, die Balance zu halten und all die vielen Anweisungen zu verstehen. Und was passiert nun, wenn ein Pferd uns zeigt, was es kann, wenn es uns also die Ausführung einer Lektion schenkt? Wir klopfen den Hals und fordern nicht nur die Lektion gleich nochmal (oder sogar viele, viele Male), sondern nein, wir wollen dann sofort auch die nächste angehen. Je nach unserer Grundeinstellung machen wir das mehr oder weniger liebevoll oder nachdrücklich.

Auch abwegig? Auch absurd? Oder der ganz normale Pferdewelten-Wahnsinn?

Und noch verrückter ist es, wenn ein Pferd dann später von sich aus stolz eine Lektion zeigt, die es gerade verstanden hat und dafür dann bestraft wird, weil das “gerade nicht gefragt war und man ja nicht zulassen kann, dass so ein Pferd macht, was es will“.

Fühlen wir uns doch mal für einen Moment in oben aufgeführtes Beispiel ein und stellen uns vor, was das Verhalten des Trainers für uns und unsere Motivation bedeuten würde. So können wir eine Ahnung davon bekommen, wie es unseren Pferden leider sehr, sehr oft geht.

Es gibt so viele schöne Wege, sich für ein Geschenk zu bedanken – denken wir das nächste Mal daran, wenn wir eines von unserem Pferd bekommen!

13. Mai 2010 von Tania • Kategorie: Umgang 12 Kommentare »

Effektives Hinterhandtraining leicht gemacht

Aramis hat es leider immer mal wieder im Kreuz. Seine Hinterhand ist eh seine Schwachstelle, aber er scheint sich im Spiel dann auch regelmäßig zu überschätzen, so dass es ihm dann im Rücken zwackt. Also ist meine Osteopathin schon Dauergast bei uns …

Nun gibt es eine Übung, die ich eigentlich immer wieder mit ihm machen soll und das ist diese: ich soll ihn an einem Hang ganz langsam bergauf und bergab führen. Das mit dem “langsam” ist dabei gar nicht so einfach, denn am Hang zu klettern ist ja anstrengend und wie auch wir Menschen bringt es deshalb ein Pferd ebenfalls gerne schnell hinter sich.

Mir fiel da aber etwas Schlaues ein: Was passiert, wenn ich mein Pferd nicht am Hang führe, sondern ihn grasen lasse? Genau das, was ich mir erhofft hatte: er bewegt sich vorbildlich langsam sowohl bergauf als auch bergab:

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Man kann richtig sehen, wie die Muskeln arbeiten – besser bekomme ich das geführt nie und nimmer hin! :-)

6. Mai 2010 von Tania • Kategorie: Gesundheit 11 Kommentare »

Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.