Tanias Hafi-Blog : Monatsarchiv für September 2010

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Der ewig “Kleine”?

Als ich meinen Anthony bekam, war er etwas über drei Jahre alt. Neben dem gestandenen Aramis also wirklich noch ein Baby. Für mich war er vom ersten Tag “der Kleine” im Gegensatz zu Aramis, der “der Große” war.

Seit diesem Frühjahr nehme ich nun immer bewusster war, das mein “Kleiner” nicht mehr so klein ist. Aus dem pubertierenden Youngster wird ein erwachsenes Pferd. Nicht nur körperlich, sondern vor allem vom Kopf her, von seiner Ausstrahlung her ist er inzwischen ein ganzer Kerl geworden. Babette sagte neulich sogar, dass sie zweimal hinschauen musste, weil sie erst dachte, es sei Aramis, den ich ritt.

Hier die beiden mal im direkten Portrait-Vergleich, da wird es recht deutlich, finde ich:

Für mich besteht die Herausforderung nun darin, Anthony zuzugestehen, “groß” zu werden. Klar, er wird immer der jüngere von meinen Hafis sein, aber ich muss ihm erlauben, auch “groß” zu werden. Wenn ich ihn weiterhin als den Kleinen behandele, tue ich ihm Unrecht. Ich denke, das ist gar nicht so viel anders, wie auch bei Kindern, wo Eltern auch ihren Nesthäkchen erlauben müssen, erwachsen zu werden.

Und so dient mir dieser Eintrag hier dazu, Anthony auch ganz öffentlich ins Erwachsenenleben zu entlassen :-)

30. September 2010 von Tania • Kategorie: Sonstiges 2 Kommentare »

Zähne, die wasweißichwievielte…

Aus aktuellem Anlass möchte ich noch einmal das Thema “Zähne” aufgreifen. Wie hier und auch hier schon geschildert, habe ich inzwischen die Notwendigkeit der regelmäßigen Zahnkontrolle eingesehen. Da sich das aber offenbar noch lange nicht überall herumgesprochen hat und da auch ich immer noch versuche, diese unangenehme Sache ein bissl rauszuschieben, schildere ich heute meine aktuellen Erfahrungen.

Aramis wäre mit dem jährlichen Termin eigentlich im Frühjahr diesen Jahres dran gewesen. Der gemachte Termin wurde dann leider abgesagt und es gab immer wieder Gründe, durch die sich die Sache dann bis in den September hinzog. Anthony wäre eigentlich erst im Spätherbst dran gewesen, aber es zeigten nun beide deutlich, dass da wieder einiges im Argen war.

Der Zahnarzt, den ich dieses Mal für die Jungs da hatte, ließ mich auch selbst ins Maul schauen. Bei den Malen davor hatte ich fühlen dürfen, aber ich muss sagen, dass meine ungeschulte Hand da nicht wirklich viel fühlen konnte. Aber das Ganze mal zu sehen, das war was anderes. Leider gab es viel zu sehen :-(
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23. September 2010 von Tania • Kategorie: Gesundheit 11 Kommentare »

Aramis und das Rückwärtsgehen

Mit der Lektion “Rückwärtsgehen” ist das so eine Sache für Aramis. Bis jetzt ist so ziemlich jeder, der meinen Großen sieht, davon überzeugt, dass es für ihn gut wäre, ihn immer wieder rückwärtstreten zu lassen, um seine Hinterhand zu aktivieren – jeder, außer Aramis. Der findet das Rückwärtsgehen nämlich ziemlich blöd. Und weil er es blöd findet, habe ich auch begonnen, es blöd zu finden. Naja, und was passiert, wenn man etwas von seinem Pferd will, wovon man selbst nicht ganz überzeugt ist, wisst Ihr sicher alle.

In den letzten Wochen ist nun etwas Spannendes passiert: Wir hatten von unserer Osteopathin geraten bekommen, im Gelände rückwärts bergauf zu üben. Ihrer Meinung nach gibt es kaum eine bessere Übung. Ich habe freundlich gelächelt und bei mir gedacht “Klar, die Übung ist sicher gut, aber Aramis will ja nicht mal auf ebener Fläche rückwärts, da wird das bergauf sicher gar nichts.”

Aber, ich habe die Herausforderung angenommen und habe es probiert. Für jedes kleine Rückwärts gab es Lob und Kekse – und, man soll es nicht glauben: inzwischen geht der Große bergauf rückwärts. Nicht besonders schnell und die Begeisterung hält sich in Grenzen, aber es gibt Kekse und da ist dann schon mal der eine oder andere Schritt drin.

Die Übung ist tatsächlich genial, denn so deutlich kommt der Rücken bei keiner anderen hoch! Der Unterschied ist sofort zu spüren. Ich bin begeistert. Und als netter Nebeneffekt geht er inzwischen schon fast freiwillig und sehr flüssig auf ebener Erde rückwärts. Also: ein Erfolg auf ganzer Linie.

Probiert es doch auch einmal aus. Aber bitte beachten: rückwärts bergauf ist schon ziiieeemlich anstrengend, also bitte wirklich nur wenige Schritte verlangen und ganz viel loben!

16. September 2010 von Tania • Kategorie: Gesundheit 5 Kommentare »

Projekt Handpferdreiten

Als ich im Sommer 2006 Anthony zu mir holte, träumte ich von wunderschönen Handpferdausritten. Davon war in allen Jungpferdausbildungsbüchern zu lesen und ich sah uns zu dritt die Welt erobern – ich auf Aramis und Anthony brav neben mir…

Ein bisschen Wendy ist doch in jeder von uns, oder nicht?

Mich holte die Realität recht schnell ein, nämlich gleich bei meinem ersten Versuch ;-) Nachdem ich mir mit Anthony das Einmaleins des Führens und eine Basis an Grundbenimm erarbeitet hatte, sattelte ich eines schönen Tages Aramis und ging mit beiden spazieren. An einer guten Stelle weit weg von Straßen oder Störquellen, stieg ich auf Aramis, um unser erstes Stück als Trio zu unternehmen.

Anthony überlegte nicht lang. Ich war schließlich “nicht mehr zu sehen” und er hatte Flausen im Kopf. Also lief er flugs vor Aramis, drehte sich um und forderte den Großen steigend zum Spielen auf. Ich hatte nicht mal eine Chance gehabt, das zu verhindern, sondern konnte nur schnell wieder absteigen. Tatsächlich hatte ich auch ein bisschen auf Aramis’ Autorität gesetzt, aber der hielt sich raus, ganz nach dem Motto “Das ist dein Job”.

Also brach ich die Sache ab und führte die Jungs wieder nach Hause. Fluchte ein bisschen darüber, dass sich das in Büchern immer alles so leicht liest, es in der Praxis dann aber eben anders aussieht. Und dann fing ich an mir zu überlegen, wie ich das Projekt Handpferdreiten systematisch angehen könnte.

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9. September 2010 von Tania • Kategorie: Reiten 6 Kommentare »

Wieder mal eine Frage des Fokus

Ich glaube, ich habe es schon mal zugegeben: ich neige zur Fehlerguckerei. Bei mir, aber auch bei anderen. Und seltsamerweise neige ich vor allem in der Reiterwelt zum Fehlergucken. Immer wieder fällt mir bei anderen auf, was ich für doof, falsch oder schlecht halte.

Nun arbeite ich seit einiger Zeit ziemlich hart daran, meinen Fokus in dieser Hinsicht zu verändern. Ich habe nämlich festgestellt, dass mit meiner Fehlerguckerei etwas Ungutes in Gang gesetzt wird: Durch meine negative Wertung von anderen fühle ich mich selbst kein bisschen besser – im Gegenteil, je mehr Negatives ich bei anderen wahrnehme, desto unzufriedener und mäkliger bin ich auch mit mir selbst (es mag sein, dass die Wirkungsweise auch anders herum ist, ich also je härter ich zu mir selbst bin, desto mehr ich auf die Fehler anderer schaue – aber das ist letztlich egal, denn entscheidend ist, es zu durchbrechen). Und das hat natürlich wieder Auswirkung auf meine Pferde, die diese “negative Energie” spüren.

Inzwischen gelingt es mir immer öfter, bei anderen wahrzunehmen, was gut ist. Wie toll viele Leute mit ihren Pferden umgehen, wie viel Liebe da oft ist und dass es Leute gibt, die vieles auch besser können als ich selbst. Und wisst Ihr was? Ich fühle mich so viel besser damit.

Ist es nicht seltsam, dass wir andere oft versuchen klein zu machen, um uns besser zu fühlen (unbewusst natürlich, das macht kaum jemand vorsätzlich), dass aber die Wirkung eine ganz andere ist? Dass man sich nämlich selbst dann noch kleiner und mickriger fühlt?

Probiert mal aus, ganz gezielt Positives an anderen Pferdeleuten wahrzunehmen – und seien es noch so kleine Momente. Spürt mal nach, wie es Euch damit geht und was Ihr mit diesem Fokus in die Welt gebt. Für mich hat sich durch diesen bewussten Wechsel meiner Sicht schon jetzt enorm viel zum Guten geändert – für mich, für andere und vor allem für meine Pferde.

2. September 2010 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 7 Kommentare »

Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.