Tanias Hafi-Blog

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Nerv nicht!

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass Anthony und ich es zu Beginn nicht gerade leicht miteinander hatten. In den ersten zwei Jahren bin ich so manches Mal an seiner vermeintlichen “Sturheit” gescheitert und habe seinen Hafi-Dickschädel mehr als einmal verflucht.

Erst als ich erkannte, dass mein Pferd nicht “stur”, sondern streckenweise schlicht und einfach genervt von mir war, kam ich mit ihm voran. Denn durch diese Erkenntnis arbeitete ich an mir und nicht an ihm. Interessanterweise schärfte diese Erkenntnis bei mir den Blick auch dafür, dass ich auch Aramis manchmal ziemlich nervte – und auch hier konnte ich durch Veränderungen an meinem eigenen Verhalten viel Positives bewirken.

Nun erlebe ich durch die Schule, mit der ich in dieser Hinsicht bei meinen Pferden gegangen bin, auch bei anderen genau dieses Phänomen: Pferde, die von ihren Menschen zum Teil leicht, zum Teil aber auch schwer genervt sind. Und da ich glaube, dass vielen Menschen gar nicht klar ist, dass sie ihre Pferde nerven, dachte ich mir, schreib ich einfach mal darüber.

Woran erkennt man, ob ein Pferd genervt ist?

Viele scheinen gar nicht wahrzunehmen, dass ihr Pferd genervt ist. Von außen ist es natürlich leichter zu erkennen, zumal man nicht so stark emotional verbunden ist. Aber wir können selbst sensibler für die Anzeichen werden, wenn wir uns trauen, ein bisschen genauer hinzuschauen.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, da ehrlich mit sich selbst zu sein – schließlich möchte man doch sooo gerne von seinem Pferd geliebt werden. Aber – und auch das weiß ich von mir selbst – oft sind es gerade diejenigen, die besonders dringend von ihren Pferden geliebt werden wollen, die ihre Pferde nerven.

Ich habe hier einmal eine kleine Liste von Punkten zusammengestellt, die mir bei Pferden auffallen, die auf mich genervt wirken – sie ist sicher nicht vollständig, aber vielleicht ein hilfreicher Anhaltspunkt für die Selbstreflexion. Es sind auch immer mehrere dieser Faktoren, die uns zeigen, dass ein Pferd genervt sein kann, nicht nur einer davon.

  • Genervte Pferde legen häufig die Ohren dauerhaft an.
  • Ihr Blick ist in sich gekehrt.
  • Die Maulpartie wirkt verkniffen.
  • Genervte Pferde zeigen meist wenig Eigeninitiative – sie machen nicht freudig mit, sondern sitzen die Einheiten aus und machen “Dienst nach Vorschrift”, also nur das, was sich nicht vermeiden lässt.
  • Pferde, die genervt sind, bewegen sich lust- und energielos.
  • Genervte Pferde büffeln oft gegen ihre Menschen.
  • Sie lassen sich beim Führen ziehen und gehen nicht von sich aus mit. Oder sie ziehen in die Richtung, in die sie wollen, ohne auf den Menschen zu achten.
  • Sie reagieren nur zögerlich auf Ansprache oder Hilfen.
  • Sie bleiben oft stehen und verweigern sich manchmal komplett.
  • Genervte Pferde zeigen oft auch Kopfschlagen und/oder Kopfschütteln.
  • Im Extremfall werden genervte Pferde aggressiv.

Schult mal Euren Blick und schaut Euch bewusst um: Genervte Pferde strahlen ihr Genervtsein oft ganzheitlich aus. Man kann es nicht nur sehen, man kann es regelrecht fühlen.

Was genau nervt Pferde?

Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, was genau Pferde nervt – zuerst natürlich anhand meiner eigenen Pferde, denn da habe ich ja angesetzt, etwas zu ändern. Aber ich habe auch andere Pferd-Mensch-Paare beobachtet. Und aus diesen Erkenntnissen habe ich noch eine kleine Liste von Faktoren zusammengestellt, die ich als ursächlich für das Genervtsein von Pferden sehe:

  • Oft reden wir einfach zu viel mit unseren Pferden und in viel zu komplexen Strukturen.
  • Und wir reden oft viel zu laut mit unseren Pferden.
  • Viele von uns fassen unsere Pferde zu häufig und ohne Einverständnis des Pferdes und darüber hinaus auf eine Weise an, die ihnen oft gar nicht gefällt.
  • Wir geben oft viel zu viele Signale gleichzeitig.
  • Wir geben oft widersprüchliche Signale, sind also zu wenig klar in unserer Kommunikation, sondern widersprechen uns selbst.
  • Wir sind häufig auch nicht konsequent, sondern wollen mit unseren Signalen mal das eine, mal das andere – und strafen dann, wenn das Pferd “nicht richtig” reagiert.
  • Wir wollen und erwarten oft viel zu viel.
  • Wir nehmen sehr viel schnell als selbstverständlich und loben dann Richtiges nicht mehr. Fehler strafen wir hingegen immer ab – oft mit steigender Intensität.
  • Wir wenden nicht-pferdegerechte Erziehungsmaßnahmen an, sondern behandeln sie wie Menschen.
  • Wir sind schlicht und einfach zu ungeduldig, weil wir von unserem eigenen Zeitverständnis oder unserem eigenen Lernverhalten ausgehen und nicht erkennen, dass unser Pferd da “ganz anders tickt”.
  • Wir leben oft unsere menschliche Launen ungefiltert am Pferd aus.

Ich werde in der nächsten Zeit immer mal wieder Blogbeiträge zu diesen Punkten schreiben und herausarbeiten, wie wir diese Punkte ändern können. Vorher aber müssen wir zunächst eines tun: wir müssen bereit sein, einzusehen, dass wir unser Pferd nerven.

Für Veränderung ist Erkenntnis nötig

Ein genervtes Pferd ist häufig das Ergebnis einer ganze Reihe von Verhaltensweisen des Menschen – unbewusste wie bewusste. Es gehört einiges an Selbstreflexionsvermögen dazu, diese Verhaltensweisen erstens zu erkennen und zweitens zu verändern.

Der erste Schritt ist die Einsicht, dass man selbst tatsächlich verantwortlich für das Genervtsein seines Pferdes ist. Viele schieben das lieber zum Pferd: “Der ist einfach nur stur.” oder “Das ist die Rasse, die wirken eben so.” oder “Die war schon immer so, ich lebe inzwischen damit.” Solche Aussagen zeigen vor allem eines: dass man noch nicht wirklich verstanden hat, dass man selbst etwas dazu beiträgt, dass das Pferd so ist wie es ist. Und ohne das einzusehen, ist es fast unmöglich, sich zu ändern.

Also der 1. Schritt ist Einsicht! Zugegeben, es ist nicht schön, sich einzugestehen, ein Pferd zu nerven – schließlich gibt man sich viel Mühe und will alles richtig machen. Aber es ist nicht alles, von dem wir glauben, dass es richtig ist, wirklich sinnvoll und manches passiert so automatisch, dass wir erst einmal innehalten müssen, um genug Abstand zu gewinnen und uns zu hinterfragen.

Hausaufgabe :-)

Nutzt doch mal die nächsten Male im Stall dazu, Euch ehrlich zu fragen, ob auch Euer Pferd manchmal genervt von Euch ist. Und was genau es nerven könnte. Fragt hier ruhig auch mal andere um ihre Einschätzung (aber wählt dafür nur Leute, die Euch wohlgesinnt sind und nicht solche, die nur darauf warten, Euch kritisieren zu können). Je mehr Ihr die Mechanismen versteht, die dazu führen, das ein Pferd genervt ist, desto leichter wird es, das eigene Verhalten zu ändern.

Ich bin gespannt auf Eure Erkenntnisse!

24. Februar 2011 von Tania • Kategorie: Umgang 16 Kommentare »

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16 Reaktionen zu “Nerv nicht!”

 

Von Schnurzel • 24. Februar 2011

Liebe Tanja,

danke für deinen tollen Beitrag!
Ich nerve mein Pferd manchmal, das weiß ich schon länger und ich versuche seit einiger Zeit, das abzustellen und suche einen Weg, der mich ihm sympathischer macht.
Zuletzt war sein Genervtsein ganz deutlich, als ich mich in eine Angstspirale hineinmanövriert hatte.
Unsicher ging ich zum Pferd und fragte halbherzig Lektionen ab.
Er machte alles nur noch mit angelegten Ohren oder gar nicht.
Er ist eigentlich sehr konaktfreudig, aber plötzlich wollte er gar nichts von mir wissen.
Dank eurem Anti-Angst-Kurs bin ich aus diesem Zustand wieder ein gutes Stück heraus und kann wieder klare Anweisungen geben und er läuft z.B. wieder gerne an der Longe.
Aber so ganz habe ich den Weg zu ihm noch nicht gefunden, das ist wohl ein längerer Prozeß oder ich bin noch zu blöd ;o)).
Manche Situationen helfen mir zu verstehen, was er sich von mir wünscht.
Vorgestern gingen wir spazieren. Kurz hinter dem Stall ist eine große Wiese. Seine Idee war, dort erst mal zu grasen, meine Idee war, weiterzulaufen ;o).
Er lief dann rückwärts, immer weiter in die Wiese rein und versuchte zu verhindern, dass ich in die Führposition komme.
Ganz dumm bin ich aber auch nicht, also lief ich im Kreis um ihn rum und dann Richtung Stall.
Er folgte mir, ich kam in die Führposition, drehte wieder mit ihm um und danach kam er ohne zu zögern mit mir mit, an der Wiese vorbei, den Berg hoch usw.
Er will klare Anweisungen, oft war ich in unserer Vergangenheit zu wischiwaschi (heute manchmal auch noch, aber es ist wesentlich besser geworden) und manchmal fragt er das ab.
Was ich noch abstellen könnte, ist das dauernde Gequatsche, ich rede zuviel mit ihm, denke ich.
Und meine übergroßen Gefühle ihm gegenüber sind ihm auch nicht geheuer.
Als ich ihn so ein gutes halbes Jahr hatte, war ich mit ihm auf dem Reitplatz und ließ ihn frei laufen. Ich stand da und mich überspülte eine große “Liebeswelle”, ich dachte “Boah ist der süüüüüß”. Kann Zufall sein, aber was machte er? Er kam auf mich zu legte die Ohren an und biß mich!!!
Ich gehöre zu den Kandidaten, die sich sehr wünschen, dass mein Pferd mich mag. Vielleicht sollte ich damit mal zurückschrauben. In letzter Zeit habe ich mich nämlich sehr in dieses Thema vertieft, ich suche so dringend den tieferen Zugang zu ihm, ich will so gerne ein toller, interessanter Mensch für ihn sein, mit dem er freudig arbeitet.
Dieses Ziel verfolge ich weiter, aber vielleicht sollte ich mal aufhören, jeden Tag darauf zu warten, dass ich den Knackpunkt finde…..und einfach strukturierter und klarer und selbstsicherer mit ihm arbeiten.
DAS mag er nämlich, Klarheit, ohne Bimbam drumrum.
Danke für den Artikel, Tanja, er bringt mich zum Nachdenken!
Liebe Grüße
Anja

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Wow, Anja, da hast Du schon sooo viel erkannt! Toll, wie Du reflektierst und an Dir arbeitest. Für mich klingt das so, als seid Ihr zwei auf einem sehr, sehr guten Weg!

Die Sehnsucht, von unseren Pferden geliebt zu werden, ist sehr menschlich – aber eben genau das: menschlich. Ich habe für mich erkannt, dass ich meine Pferde Pferde sein lassen muss und sie eben nicht mit all meinen menschlichen Zuneigungswünschen und -arten überfrachten darf. Dann entsteht Raum für das, was sie mir geben wollen – und das ist unendlich viel!

Weiter so!
Tania

 

Von Jana • 24. Februar 2011

Toller Beitrag. :)

Bin schon ganz gespannt auf die Fortsetzung, denn irgendwie trift jeder der Punkte auf meine RB zu.

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Na, dann halte ich mich mal ran ;-)
Tania

 

Von Claudia • 24. Februar 2011

Danke!!
Der Beitrag kommt grade zur richtigen Zeit :)

Das mein Pflegi manchmal genervt ist, ist mir vorher schon öfter aufgefallen, das merke ich dann am Blick.
Das ist vor allem beim Spazierengehen der Fall.

Einerseits hat sie Arthrose und Spat, ist auch schon 27; deswegen kann ich verstehen dass Laufen vielleicht manchmal unangenehm für sie ist und sie deshalb keine Lust hat und dann genervt ist, wenn sie sich doch bissl bewegen soll (weil regelmäßige Bewegung ist halt dann doch gut für ihre Gesundheit).
An solchen Tagen gehen wir dann halt nicht so weit, und irgendwo hin wo’s interessant ist (z.B. die Nachbarspferde besuchen oder durchs Dorf), ich lobe viel und versuche das Pferdchen zu motivieren.

Auf der anderen Seite brabbel ich sie manchmal mit sinnlosem Zeug zu (bin dabei mir das abzugewöhnen xD), bin bestimmt oft ungenau, verwirrend, unaufmerksam und noch dazu total schusselig. An manchen Tagen mehr, an manchen weniger…
Wenn ich das dann locker nehme und gut drauf bin überträgt sich das oft auch positiv aufs Pferd. Vor allem nehme ich alle “Fehler” des Pferds (Nicht mehr weiter Wollen zum Beispiel) mit Geduld hin und lasse mir dadurch vor allem nicht die Laune verderben/mache einfach gut gelaunt weiter.
Wenn ich aber, wie heute, ein bischen unter Zeitdruck stehe und eh schon den ganzen Tag auf Achse war, der Sonnenuntergang soooo toll ich und den gerne entspannt mit dem Pferd genießen will – ABER FrauPferd dann meint, dass der Weg doch sooo doof ist und das Gras am Wegrand sooo verlockend ist – dann werde ich leider auch schlechter gelaunt.
Dann ist mir leider auch oft nicht nach Loben zumute, auch wenn es dann doch noch klappt. Ich lobe zwar trotzdem wenn sie es dann gut macht, aber es kommt eben irgendwie nicht “von Herzen”. Und es ist einfach nicht fair, schlechte Laune am Pferd auszulassen.

Da hilft es nur, an mir zu arbeiten….

Wenn mein Pflegi genervt ist, sei es wegen mir oder weil sie einfach einen schlechten Tag hatte, versuch ich ihre Laune zu heben, indem ich sie an ihren Lieblingsstellen kratze und/oder sie Massiere. (Das ist mittlerweile sowieso Standartprogramm nach jedem Spaziergang) (psst: Leckerli helfen übrigens auch oft xD)
Eine Massage bringt jedenfalls meistens und beide ziemlich runter und danach ist sie wieder froh mich als Hampelmännchen zu haben. Und Kraulen an den Lieblingsstellen steht bei ihr sowieso über allem, sogar über Fressen =O

Da muss jeder für sich und sein Pferd rausfinden, was am Besten hilft dass das Pferd nicht mehr genervt von einem ist. An sich Selbst Arbeiten sollte natürlich an erster Stelle stehen – aber wenn es dann doch mal wieder dazu gekommen ist, dass Mensch und Pferd genervt sind ist es ganz nützlich zu wissen, wie man das wieder ändert.
Sei es jetzt durch Kraulen, Leckerli, die Lieblingslektion,…

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Ich finde, es klingt toll, wie Du Du den Umgang mit dem Pferd überdenkst und Wege suchst, die es beiden leichter und schöner machen!
Tania

 

Von whispery (Susanne) • 26. Februar 2011

Hi,

ich habe auch schon einige genervte Pferde gesehen, die mir dann einfach nur noch Leid tun :(

Meiner ist eigentlich nur von bestimmten Situationen genervt. Dahingehend liebe ich Trakehner/Vollblut. Der zeigt einem ganz offen, was ihm passt und was nicht.
Du hast nämlich ein Merkmal vergessen*g*
Kopfschütteln!
Miro macht damit deutlich klar, wenn er was nicht will, dann fängt er an den Kopf auf und ab zu bewegen.
Seine größte “Genervtheit” kommt immer dann, wenn ich ihn ohne Halfter und Strick, wieder zurück zu seinem Putzplatz führen will. Er WILL dann nicht angefasst werden, frei nach dem Motto: “ich kann alleine laufen”. Ich geb ihm dann auch die Chance. Klappt nur nicht immer. Aber mitlerweile überlegt er es sich zweimal, ob er weggeht ;)

Ach und nochwas: Er mag es auch nicht, wenn man zu stürmisch in seinen Bereich geht, dann wird er genauso büffelig. Ich finde schon, dass man sich mit respekt und bedacht nähern sollte und nicht überstürzt.

Ich freue mich auf deine weiteren Beiträge :)

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Ah, super Ergänzung das mit dem Kopfschütteln – habe ich gleich noch eingefügt, dankeschön!

Herzlich,
Tania

 

Von Jasmin • 27. Februar 2011

Mein Hafi ist außerordentlich freundlich und geduldig, er ist eigentlich immer freudig und mit gespitzten Öhrchen dabei, wenn wir was unternehmen – das schätze ich sehr an ihm. Und jetzt, nachdem ich mich doch in einigem hier wiedererkannt habe und fürchte, dass ich ihm manchmal ganz furchtbar auf den Wecker falle, danke ich ihm noch mehr dafür.

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Na, sooo schlimm kann es mit dem Nerven dann nicht sein, würde ich sagen :-D
Tania

 

Von Maike • 28. Februar 2011

Liebe Tanja,

sehr guter Artikel – Danke!

Nun ja als Mensch eines Vollbluts kommt man – fast – nicht umhin diese Lektion zu lernen. Das Feedback ist sehr direkt und ungefiltert ;-) .

Kann da Susanne nur zustimmen. Meine zeigt auch sehr deutlich das sie Kontrolle hasst und alles “alleine kann”. Versucht man sie zu zwingen beißt man auf Granit, fragt man sie höflich, macht sie alles für einen.

Jedes Verhalten von mir bekommt seine Resonanz. Je mehr Achtsamkeit ich ihr gegenüber habe, desto achtsamer ist sie mir gegenüber. Eigentlich ganz einfach, oder? Ich denke manche Pferde stellen das “Reden” ein, weil sie feststellen das Menschen nicht reden können, sie also keine Resonanz von ihrem Menschen erhalten.

Liebe Grüße
Maike

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Ja, “eigentlich” ist es tatsächlich ganz einfach… – aber in der Umsetzng eben manchmal sooo schwer, was?
Tania

 

Von Gabriela • 28. Februar 2011

Liebe Tanja,

manchmal braucht man nur mal eine neue Perspektive. Über die Jahre wird man manchmal wirklich betriebsblind. Aber beim lesen deines Blogs, da ging mir doch eben grad ein Licht auf, danke!

LG, Gabriela

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Freut mich sehr!
Tania

 

Von Lisa • 28. Februar 2011

Ein toller beitrag…
Eines unserer Therapiepferde ist auch so ein Ohrenanleger. Mich verunsichert es immer, weil ich nicht abschätzen kann ob er die Ohren einfach nur anlegt weil er mit irgendwas überfordert ist oder ob er wirklich die Absicht hat, zu drohen und dann natürlich auch zuzubeißen. Aber die Idee dass er einfach nur genervt ist, leuchtet mir total ein. Viele unserer Kids sind hyperaktiv und wuseln dann dauernd um ihn herum, sind beim führen allzu ungeduldig und auch auf dem Pferderücken können sie keine Sekunde still sitzen. Wenn ich das Ganze nun im Zusammenhang mit deinem Beitrag sehe, verstehe ich das arme Pferd total. Ich wäre wahrscheinlich an seiner Stelle genauso genervt. Umso mehr bewundere ich unsere Tinkerstute, die alles ohne Kommentar mit sich machen lässt. Ich habe sie noch nie bockig erlebt, sie hat noch nie die Ohren angelegt, geschnappt, ist stehen geblieben oder sonstwas. Egal was die Kids machen, sie lässt es völlig kalt. Ich wünsche mir manchmal dass sie was von ihrer Ruhe an die anderen abgibt, damit die ganze Arbeit einfach mal entspannter wird^^
Werde mal bei meiner RB auch drauf achten, was die so von mir hält *angsthab*^^
LG Lisa

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Hab keine Angst, sei einfach aufmerksam und bereit, zu lernen. :-D

Zum Ohrenanlegen: Das kann auch ein Zeichen von Konzentration sein, man muss also da auch nicht immer gleich was Schlimmes annehmen. In dem beschriebenen Fall tippe ich jedoch auch darauf, dass Pferdi manchmal schlicht genervt ist.
Tania

 

Von Milian • 1. März 2011

Guten Morgen!

Vielen Dank für diesen (mal wieder) wertvollen Beitrag. Es spricht genau das Problem an, was ich habe. Auch mir sagte man, der ist einfach Stur. Aber ich habe es von Anfang an nicht geglaubt. Mir ist klar, dass es an unserer Beziehung zueinander liegt und ich wünsche mir von Herzen, dass zu ändern. Vllt ist das das Problem. Aber ich habe bereits erkannt, dass ich einige Dinge zu sehr will, dass es so einfach nicht läuft. Ich bin zu ehrgeizig, ungeduldig und unverständlich meinem Pferd gegenüber. Leider habe ich es noch nicht geschafft eine Sprache mit meinem Pferd zu finden.
Ich möchte, dass mein RB ein unbeschwertes Leben führen kann ohne diese ganzen Verhaltensweisen aufzuzeigen und sie auch in seine “Pferdischen” Freundschaften mit zu tragen.
Es wäre schön, noch weiter über das Thema zu lesen!

Viele Grüße,
Milian

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Das alles zu erkennen, ist schon ein riesiger Schritt! Damit bist Du auf einem guten Weg.

Herzlich,
Tania

 

Von Christine • 1. März 2011

Mein Pony zeigt hat mir im letzten Sommer, als es mehrere Wochen sehr heiß war, deutlich gezeigt, dass er genervt von mir ist.
Normalerweise kommt er freudig auf mich zu, wenn ich auf die Weide gehe. Aber nachdem ich es mit der Arbeit bei der Hitze seiner Meinung nach in letzter Zeit übertrieben habe (hatte Urlaub und jeden Tag mit ihm gearbeitet), lief er vor mir weg auf der Weide. Selbst ein Möhrchen konnte ihn nicht überzeugen, zu mir zu kommen.
Ich habe dann 4 Wochen Reitpause gemacht und nur getüdelt, geputzt usw. Schon nach ein paar Tagen Pause kam er wieder freudig auf mich zu und nach 4 Wochen zeigte er sich sehr unzufrieden, wenn ich ihn nach dem Putzen gleich wieder auf die Koppel brachte.
Nach dieser Zeit hat er wieder freudig mitgearbeit.

Für mich habe ich daraus gelernt, ihn einfach 2 x in der Woche in Ruhe zu lassen, auch wenn ich gerade Urlaub habe und das Wetter total schön zum Reiten ist.

LG
Christine

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Supischön, dass Du so auf Dein Pferd eingehst!
Tania

 

Von Steffi • 2. März 2011

Ein super Beitrag!!!
Mein Wallach vergräbt seine Ohren auch mal gerne ins Fell und durch deinen Artikel habe ich das Gefühl nicht ganz unschuldig daran zu sein. Ich versuche jetzt in Zukunft vermehrt darauf zu achten…

Noch eine Frage: Mein Wallach zeigt laut meiner Reitlehrerin auch vermehrte Anzeichen von Hengstverhalten, wie kann ich das denn am besten unterscheiden?

Viele Grüße
Steffi

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Hi Steffi,

wie schon geschrieben: angelegte Ohren können, aber müssen nicht immer ein Zeichen von Genervtheit oder Aggression sein – auch konzentrierte Pferde oder solche, die sich auf ihren Reiter ausrichten zeigen angelegte Ohren. Hier muss man das Gesamtbild sehen, um einschätzen zu können, wie das Pferd drauf ist.

Deine Frage nach dem Hengstverhalten kann ich leider nicht so einfach beantworten. Zuerst müsste man klären, was genau mit “Hengstverhalten” gemeint ist und dann müsste man das Pferd eben auch wirklich als Ganzes sehen, um hier sein Verhalten einschätzen zu können.

Herzlich,
Tania

 

Von Melissa • 4. März 2011

Hallöchen,
Ich bin gerade auf eure Seite gestoßen und bin geradezu überwältigt von den ganzen Puzzleteilchen, die sich gerade in meinem Kopf zusammensetzen.
Ich bin Anfängerin, was das Reiten angeht. Zwar hatte ich schon als Kind mit Pferden zu tun, bin auch mal “geritten” habe aber nie Unterricht bekommen. Jetzt bin ich 23 und habe vor einem Jahr wieder mit dem Reiten angefangen. Die zwei auf denen ich reite sind beides Therapie Pferde, eigentlich auch ganz lieb. Aber beide haben so ihre Macken. Ich weiß auch manchmal nicht, wie genau ich mich verhalten soll, wenn eine dieser Macken durchkommt: Probleme beim Auftrensen, das Shetland Pony (Anton) macht die Zähne nicht auseinander, oder lässt sich nicht gerne die Vorderhufe auskratzen. Die Besitzerin sagt immer, dass er stur ist und mich verarschen will. Natürlich ist er genervt von mir, da ich in manchen Dingen einfach noch sehr unsicher bin und das bestimmt auch ausstrahle. Ich wollte anfangen, ihn mit kleinen Leckerchen zu belohnen, wenn er etwas gut macht, aber die Besitzerin hält nichts davon.Sie ist der Meinung er würde dann zu gierig werden. Ich habe aber auch schon auf Freizeiten mit den Therapie Kindern( ich begleite diese als Erziehrin) bemerkt, dass er richtig zickig wird und auch mal schnappt (aber beißen würde er nicht). Als ich ihr das gesagt habe, hat sie gesagt, das sei Quatsch, er würde das nie machen. Aber natürlich macht er das wenn 5 Kinder um sie herumwuseln und laut sind. Ich bin mir gerade nicht mehr so sicher was ich von der Art der Besitzerin, Pferde zu sehen und einzuschätzen halten soll, vor allem, ist sie auch eine Freundin von mir. Auf der anderen Seite was soll ich machen, die Pferde gehören ihr und ich muss für die Reitbeteiligung nichts bezahlen.Habt ihr vielleicht einen Tipp? Ich weiß, ich bin kein Profi, aber ich weiß, dass ich viel Einfühlungsvermögen habe, egal ob Mensch oder Tier mein Gegenüber ist. Ich werde mich mal näher mit eurer Seite beschäftigen und hoffe, viel dazuzulernen, um mein Verhalten angenehmer für das Tier zu machen
Vielen Dank!
Melissa

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Hallo Melissa,

aus der Ferne sind Einschätzungen schwer zu treffen, denn das beschriebene Verhalten kann sehr viele Ursachen haben. Der Genervt-Faktor ist sicher einer, aber wenn ein Pferd das Gebiss nicht nehmen mag, schrillen bei mir noch andere Alarmglocken (z.B. dass das Gebiss nicht richtig passt, die Zähne nicht in Ordnung sind usw.).

Ursachenforschung ist IMMER der erste Schritt bei jeder Form von unerwünschten Verhalten, denn nur so kann man das Problem an der Wurzel lösen.

Wenn die Pferde nicht Dir gehören, gibt es natürlich Grenzen in dem, was Du machen kannst und Du musst immer wieder neu für Dich selbst entscheiden, wozu Du bereit bist und wozu nicht. Vielleicht kannst Du ja aber auch einfach immer mal wieder mit der Besitzerin reden. Gerade die Arbeit mit Futterlob, das so genannte Clickern, kann bei frustrierten Pferden wahre Wunder wirken. Babette hat dazu tolle Beiträge verfasst, schau mal hier, da findest Du etliche Artikel dazu.

Herzlich,
Tania

 

Von Laerke • 14. März 2011

Hallo Tanja,

ich habe deinen Beitrag erst heute gelesen. Mein erster Gedanke war: Wie können wir denn nervig sein? Und dann lass ich mögliche Symptome und muss feststellen, dass mein Pferd wohl durchaus manchmal genervt sein könnte. Sie zeigt das sehr deutlich mit gekräuselter Maulpartie und angelegten Ohren. Und dann dachte ich: Bin ich wirklich so schlimm? Ich werde jetzt also in mich gehen und versuchen herauszufinden, ob meine Annahme stimmt und was ich verändern könnte. Mein Pferd soll mich doch lieb haben ;-)

LG aus Hamburg

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Versuch mal nicht in der Kategorie “schlimm” zu denken. Allein, dass Du bereit bist, darüber nachzudenken, ist supi!
Tania

 

Von Snoopy • 14. März 2011

Also ich finde es super dass es mal thematisiert wird und man sieht das es anscheinend vielen so geht. Ich gehöre auch zu der Gattung Mensch die von ihrem Pferd geliebt werden wollen, weil ich meinen Dicki eben auch so liebe, aber ja, es ist eben eine menschliche Empfindung, und es ist klar dass er so nicht fühlen kann wie ich, also in dem emotionalen Ausmaß. Wir haben auch so unsere Momente.Wir haben uns beide sehr gern, ist er auf der Weide und hört mich irgendwo lässt er mich nicht aus den Augen, er kommt immer freundlich auf mich zu und wird ganz ungeduldig wenn er merkt das ich seine Sachen hole.aber nicht gestresst ungeduldig, sondern einfach zappel, trampel “Wann gehts denn endlich los?” (er ist im Juli 4.)aber Sonntagmorgens haben wir uns im Winter immer um 8 vor der Kinderreitstunde zum reiten getroffen, und immer wenn ich zu dieser seiner Meinung nach “unpferdlichen” Uhrzeit in seine Box kam, gnatzte er mich an und war dann regelrecht knatschig. Zu früh für ihn, er wollte erstmal entspannen nach dem Frühstück denke ich, ist ja auch verständlich, ließ sich aber manchmal nicht anders legen.Oder wenn ich ihn machmal für eine Bodenarbeitslektion o.ä. so überschwänglich lobe oder er einfach so niedlich ist dass ich ihn dann knuddeln muss, sieht er danach immer total genervt aus ;) Das war anfangs echt schwer für mich mich dahingehend zu beherrschen. Manchmal habe ich einfach Angst etwas falsch zu machen da er mein erstes eigenes JUngpferd ist, aber dann denke ich mir, ich kenne ihn schon lange und gut und aufgrund seiner Rasse (Hafi-Kalti Mix)zeigt er sehr deutlich wo bei ihm Schluss ist.
Aber zu den Symptomen einer Genervtheit fällt mir zu der Stute meiner Freundin noch was ein. Wenn sie keine Lust zu etwas hat oder es ihr stinkt das sie eine Übung wiederholen soll, atmet sie vorher einmal richtig richtig tief ein wie son genervter Teenie!( ist aber auch gerade in der Pubertät) ;-P

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Hab’ keine zu große Angst vor Fehlern – das kann auch dolle lähmen. Für mich klingt es danach, dass Du bereits sehr sensibel bist und Dein Verhalten hinterfragst. Dast ist toll!

Euch beiden alles Gute,
Tania

 

Von Anja • 30. März 2011

Hallo Tanja, sehr brisantes Thema. Leider kenne ich außer Dir nur einen Profi, der das auch mal in einem Buch niedergeschrieben hat. Er hatte allerdings noch andere Begriffe als nur “genervt”. Ich muss sagen dass fast jedes Pferd vom Reiter genervt ist oder schlimmeres. Nicht umsonst sagt mein TA immer, es wäre so ungewöhnlich, dass mein Pferd im Galopp von der Koppel zu mir kommt. Er kennt es eher andersrum bei seinen Kunden. Das Schlimme ist ja, dass ein Pferd zumeist für einen bestimmten Zweck gekauft wird. Da sind Erwartungen und Pläne, die müssen erfüllt werden, sonst ist das Tier ja nutzlos :-( Wie soll so eine schöne Beziehung entstehen, wie soll ein Pferd vor einem solchen Menschen Respekt haben und diesen als Leittier annehmen. Ohne diese Voraussetzungen wird aber ein Pferd niemals das erfüllen können, was wir uns so wünschen. So wird dann immer mehr mit Gewalt erzwungen, die Seele des Pferdes verkümmert und aus einem schönen Tier wird ein Krüppel. Aber wie ich an den vielen zustimmenden Kommentaren sehe, gibt es Hoffnung :-) L.G. Anja

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Hallo Anja,

ja, auch ich sehe eine Hauptursache des Übels im erwarteten “Nutzwert” des Tieres. Aber es gibt auch noch andere Gründe, denke ich. Oft z.B. schlicht und einfach Unwissenheit. Ich möchte nicht wissen, was ich heute noch alles falsch mache und es nicht weiß? Wir können nur immer wieder versuchen, uns selbst zu reflektieren und dazuzulernen.

Herzlich,
Tania

 

Von Sabine • 6. März 2012

Liebe Tania,
Vielen Dank für diesen Artikel. Ich sehe mein Pony richtig vor mir. Eigentlich hat er alle Anzeichen, aber ich bin auch selber schuld, denn wäre ich ein Pferd würde man an mir momentan die selben Zeichen sehen – ich bin sehr genervt. Leider kann ich das nicht abschalten und es spiegelt sich sehr schnell im Pony. Ausserdem erwarte ich natürlich das dann “Erholung” kommt wenn ich die Zeit habe und das kommt ja dann nie so wie man sich das denkt. Ich bin schon am tüfteln wie ich das wieder hinbekomme. Freude mit dem Pferd wär doch das erste! Danke nochmal, LG Bine

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Ich denke, es zu erkennen, ist der erste Schritt es zu verändern. Wichtig ist nur, da nicht zu hart mit sich zu sein. Wir sind alle “nur” Menschen und es gibt Phasen, in denen bekommen wir es nicht besser hin. Dann füttere halt nur und freu Dich an Deinem Pferd.

Tania

 

 

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Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.