Tanias Hafi-Blog : Kategorie ‘Erkenntnisse‘

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

So erkenne ich, ob ein Pferd auf der Vorhand läuft

In der Beurteilung darüber, wie gut ein Pferd läuft, geht es ja u.a. um die entscheidende Frage, ob das Pferd auf der Vorhand läuft. Um das zu erkennen, zeichne ich mir im Geiste eine Hilfslinie. Diese Linie zeichnet den Bewegungsfluss nach und an ihr wird für mich immer recht schnell deutlich, ob ein Pferd auf der Vorhand läuft oder nicht.

Ich will das mal an einigen Fotos verdeutlichen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Linie nur als Anhaltspunkt zu sehen ist. Wir haben es ja mit Bewegungen zu tun und diese Linie ist so ähnlich zu sehen wie ein Luftzug. Sie ist also nicht statisch, sondern zeichnet die Energie nach.

Wenn ein Pferd auf der Vorhand läuft, sieht das tendenziell so aus:

linie1.jpg

Wenn ich eine Linie von der Hinterhand über die Kruppe, den Rücken, den Widerrist, den Hals bis zum Kopf zeichne, dann bildet die Kruppe den höchsten Punkt und die Linie fällt nach vorne ab. Die Energie weist Richtung Boden. (weiterlesen…)

16. April 2009 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 14 Kommentare »

Umgedacht

Ich staune immer wieder, wie viel meine Gedanken im Umgang mit meinen Pferden ausmachen. Vor kurzem hatte ich dazu wieder ein sehr schönes Beispiel mit meinem Youngster, Anthony.

Anthony, ganz pubertierendes Jungpferd, testet immer mal wieder gerne, ob er denn wirklich tun muss, was er tun soll. Beim Reiten ist er beispielsweise oft der Ansicht, dass er auf der linken Hand partout nicht abbiegen kann. Die Ursache dafür liegt natürlich grundsätzlich in einem Balance-Problem, an dem wir aber gründlich arbeiten. Deshalb kann er es eigentlich schon…

Nun habe ich mich oft dabei erwischt, wie ich, wenn er gleich zu Beginn mal wieder so tut, als wäre ein Abwenden nach links vollkommen unmöglich und er stattdessen einfach geradeaus losbrettert, so etwas dachte, wie „Mist, das geht wieder nicht.“ oder „Alter Sturkopf, du sollst abwenden!“

Mit solchen Gedanken war ich innerlich und äußerlich gleich im Kampf. Ich zog mehr als gewollt am Zügel, verkrampfte mich und ja, wurde auch wütend.
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12. Februar 2009 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 5 Kommentare »

Die Magie des Nicht-Wollens

Vor zwei Tagen schrieb ich hier darüber, wie mein Stress unbewusst und ungewollt meine Pferde beeinflusste. Interessanterweise hatte sich allein durch das Nachdenken und Reflektieren vieles gelöst und meine Pferde waren, nachdem ich mir die dargestellte Erkenntnis bewusst gemacht hatte, schon deutlich entspannter.

Am Dienstag hatte ich dann mit beiden je eine sehr gute Arbeitseinheit in der Bahn und da ich ab dem kommenden Wochenende für eine gute Woche weg bin, schien mir das ein guter Abschluss vor der anstehenden Reise (DAS habe ich nämlich inzwischen gelernt, dass es keine gute Idee ist, an den letzten zwei Tagen vor einer Reise “noch mal richtig was machen zu wollen” – das ging bei mir schon x-mal schief…).

Als ich nun gestern zu den Jungs kam, hatte ich nichts Besonderes mit ihnen vor, war also tatsächlich seit langem mal wieder ganz entspannt und das machte wohl möglich, was dann kam.
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21. November 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 5 Kommentare »

Mein Stress ist ihr Stress

Meine Hafis haben beide im Moment mal wieder eine ziemlich penetrante Habs-Phase. Alle naselang werden die Zügel, meine Jacke, das Halfter oder sonstwas ins Maul genommen. Und ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich ins Schimpfen und Zetern komme, damit aber nichts erreiche.

Nun denke ich in solchen Fällen inzwischen ja auch mal nach und so ist mir wieder einmal ein interessanter Zusammenhang bewusst geworden: Das auffällige Hapsen (das ja zwischenzeitlich fast ganz weg war) fällt zeitgleich damit zusammen, dass ich unter Stress stehe.

In den letzten drei, vier Wochen habe ich wirklich sehr viel gearbeitet. Ich war froh, wenn ich meinen Tag einigermaßen so durchstrukturiert bekam, dass alles hineinpasste, was ich mir vorgenommen hatte und in diese Aufgabenplanung gehören natürlich auch die Jungs. Auch wenn ich mir immer einbilde, mir für die Jungs Zeit und Ruhe zu nehmen, fürchte ich doch, dass das real nicht der Fall war.
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19. November 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 9 Kommentare »

Angst macht doof

Heute möchte ich eine kleine Geschichte von unserer Hündin erzählen, durch die mir nämlich etwas klar wurde, das auch für den Umgang mit meinen Pferden wichtig ist.

Und zwar zeigte unsere Hündin letzte Woche eines Nachmittags Angst. Wir konnten ihr Verhalten nicht zuordnen, es musste etwas im Garten vorgefallen sein, was wir nicht mitbekommen hatten, jedenfalls verkroch sie sich mit eingekniffenen Schwanz und war richtig durch den Wind.

Um sie etwas abzulenken, holte mein Mann eines ihrer Spiele. Es ist ein kleines Intelligenz- und Suchspiel und als Beagle ist sie für alles, was mit der Nase zu tun hat, immer empfänglich. Bei diesem Spiel werden Kekse unter ausgehöhlte Holzstücke versteckt und der Hund muss sie erschnüffeln und dann den Kegel anheben, um an den Keks zu kommen.

Wir bauten das Spiel also auf und sie kam auch an, schnüffelte etwas, aber war nicht in der Lage, das Spiel zu lösen. Normalerweise geht sie da vollkommen zielgerichtet vor und hebt zuverlässig erst nur die Holzteile an, unter denen etwas liegt, und dann erst die, wo nichts drunter ist (für alle Fälle). An diesem Nachmittag aber konnte sie das Spiel nicht spielen. Sie schien vollkommen vergessen zu haben, was sie tun muss und sie konnte sich offenbar nicht genug konzentrieren, um es herauszufinden.

Und da wurde mir schlagartig klar: Angst macht doof.
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24. Oktober 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 4 Kommentare »

Alles zu seiner Zeit…

In diesen Tagen habe ich mal wieder eine Erkenntnis für mich formulieren können. Die Ausbildung meines Kleinen hat mich gelehrt, was es mit dem Spruch „Alles zu seiner Zeit“ auf sich hat.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den ersten Herbst (vor zwei Jahren). Da wollte ich mit meinem frisch erworbenen Youngster spazieren gehen. Ich hatte mir das so richtig nett ausgemalt, wie wir gemeinsam durch die Wälder streifen und zusammen alles kennen lernen würden, was so ein junges Pferd kennen lernen muss.

Tja,… da machte mir Anthony allerdings einen ziemlichen Strich durch die Rechnung, denn er sah überhaupt nicht ein, friedlich neben mir zu laufen, sondern hatte seine ganz eigenen Vorstellungen vom Spazierengehen. Ich brach das dann ab, um erst einmal mal in der Sicherheit der Halle und eines eingezäunten Platzes das kleine 1×1 des Führens zu erlernen.
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10. September 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 4 Kommentare »

Wie reden wir eigentlich über unsere Pferde? Was Worte ausmachen können

Seitdem ich das, was ich so mit meinem Pferden erlebe, aufschreibe, schult mich das immer mehr in der Fähigkeit zur Selbstreflexion. Und so werde ich neuerdings immer dann hellhörig, wenn mir etwas bei anderen negativ auffällt – denn: meist muss ich dann nur zu mir selbst schauen und finde genau das, was mir da aufgefallen ist, auch bei mir.

So ist es mir z.B. immer schon negativ aufgefallen, wenn Pferdeleute abwertend über ihre Tiere sprechen. „Der Bock“, „Die Zicke“ oder „Die Kuh“. Zeit, mal zu überprüfen, wie ich eigentlich selbst über meine Tiere spreche!

Bei Aramis muss ich mir da, glaube ich, nichts vorwerfen. Über ihn rede positiv und liebevoll. Aber was ist mit meinem Kleinen? Mit meinem pubertierenden Jungpferd, der es immer wieder schafft, Knöpfe bei mir zu drücken? Hier sieht die Bilanz nicht so gut aus. Auch wenn ich ihn nicht übelst beschimpfe, so muss ich zugeben, dass mir für ihn auch schon einige nicht ganz so schöne Bezeichnungen eingefallen sind.
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27. August 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 11 Kommentare »

Ich kenn doch mein Pferd! Oder etwa nicht?

Die meisten Menschen, die öfters mit einem Pferd zu tun haben oder denen es sogar gehört, würden sicher mit dem Brustton der Überzeugung sagen: “Ich kenne dieses Pferd!” Mir ging es zumindest so. Ich habe Aramis jetzt seit 1999 und ja, ich dachte, ich kenne ihn ziemlich gut…

Gerade die letzten ein, zwei Jahre haben mich aber mein Pferd ganz neu kennen lernen lassen. Und ich muss gestehen, dass ich ihn in einigen Punkten leider falsch eingeschätzt bzw. Wichtiges übersehen habe.

So ist mir z.B. bis vor kurzem nicht wirklich bewusst gewesen, wie sensibel mein Großer ist und wie sensibel er auf mich und meine Stimmungen reagiert. Aramis ist ein gestandener Haflinger-Mann mit einer starken Ausstrahlung. Er ist ein echtes Verlasspferd und eine Seele von Pferd. Ich habe schon immer genau diese Stärke an ihm bewundert und dabei übersehen, dass sich darin ein höchst empfindsames Pferd verbirgt.
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23. Juli 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 2 Kommentare »

Drei Erfolgsfaktoren

In der Arbeit mit meinen Pferden kristallisieren sich für mich immer mehr drei Erfolgsfaktoren heraus und das sind:

  • Zeit,
  • Geduld
  • und die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten.

Ich glaube, es geht vielen sehr ähnlich wie mir: Wir nehmen uns etwas vor und wollen es dann möglichst sofort (vor allem dann, wenn es schon mal ging, also z.B. Lektionen, die das Pferd schon einmal ausgeführt hat). Wenn es nicht klappt, probieren wir mehr vom Gleichen, machen Druck und sind irgendwann frustriert. Dann zweifeln wir an unseren Fähigkeiten und denken, das packen wir nie. Manchmal werden wir auch wütend, was dann unser Pferd zu spüren bekommt.

Dabei übersehen wir aber, dass Lernen ein Prozess in Wellen ist. Es geht nur ganz selten in einer geraden Linie nach oben. Stattdessen gibt es nach Fortschritten oft eine Phase der Stagnation oder sogar massive Rückschritte.
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11. Juni 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 4 Kommentare »

Was sehen wir in unseren Pferden?

Reiter/innen sind ja nicht immer nett zueinander. Da hört man schon mal so etwas wie “Für die ist ihr Pferd doch nur ein Sportgerät.” oder “Der hat sich das Pferd nur gekauft, um sein Selbstbewusstsein damit aufzupolieren.” oder auch “Du hast dein Pferd nur zum Bemuttern, kein Wunder, dass der ständig krank ist.”

Und tatsächlich lösen Pferde in uns die unterschiedlichsten Erwartungen aus und leider aktivieren sie auch nicht immer das Beste in uns Menschen. Die Spanne reicht von unangemessener Verhätschellei bis zu üblen Machtmissbrauch.

Sportgerät, Protzobjekt, Kindersatz – so nachvollziehbar unsere Erwartungen auch sind, schließlich investieren wir meist viel Zeit und/oder Geld in unsere Tiere – das, was wir in unseren Pferden sehen, wird ihnen leider nicht immer gerecht. Wir vergessen dabei nämlich schnell eines: Pferde sind vor allem Pferde und als Pferde sollten wir sie auch behandeln.
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9. Mai 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 0 Kommentare »

Zwischen Unter- und Überforderung…

Einen der schwierigsten Punkte im Umgang mit Pferden finde ich das Thema “Unter- bzw. Überforderung”

  • Wie viel kann bzw. soll ich fordern?
  • Wann ist der Punkt erreicht, dass ich mein Pferd überfordere, wann ist es unterfordert?
  • Und wie kann ich beides möglichst vermeiden?

Aus meinem reiterlichen Umfeld kenne ich beide Ausprägungen: Pferde, die viel zu hart rangenommen werden und fast konstant an ihrer Leistungsgrenze geschliffen werden und auch Pferde, die komplett gelangweilt sind, weil sie nie mal eine Aufgabe gestellt bekommen, die sie fordert. Und zwischen all dem gibt es dann natürlich noch viele Spielarten.
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24. April 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 2 Kommentare »

Das Richtige tun

Ich gehöre zu den Menschen, denen es ziemlich wichtig ist, das Richtige zu tun. Ich vermeide Fehler und Kritikmöglichkeiten, weil ich an mich den Anspruch habe, möglichst „gut“ zu sein, möglichst viel nachzudenken und möglichst viel zu lernen.

Ich stoße hier allerdings immer wieder an massive Grenzen (nicht nur im Pferdebereich, aber eben vor allem auch da), denn:

WAS ist eigentlich richtig?

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22. April 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 7 Kommentare »

Einfach mal runterkommen oder: Warum ich immer bei mir anfangen muss

Lernen kann ganz schön schwierig sein. Ich weiß nicht, wie viele Male ich nun schon die Erkenntnis gewonnen habe, dass ich immer erst bei mir anfangen muss und nicht beim Pferd und ich weiß auch nicht, wie oft ich schon gegen diesen Grundsatz verstoßen habe…

Vor einigen Tagen hatte ich aber ein sehr eindringliches Erlebnis, dass mir vielleicht helfen wird, tatsächlich immer öfter danach zu handeln.
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16. April 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 1 Kommentar »

Pausen? Pausen!

Im Februar war ich für zwei Wochen verreist. Im Vorfeld wurde ich immer wieder gefragt: “Und was machst du mit deinen Pferden? Wer macht dann was mit ihnen?” Und als ich antwortete “Nichts, die haben auch Urlaub – Urlaub für mich bedeutet auch Urlaub für die Jungs.” kamen Einwürfe wie “Vergessen die dich da nicht?” oder “Aber, dann verlernen die doch alles.”

Meine Erfahrung ist eine gänzlich andere. Ich habe immer wieder feststellen können, wie gut und wichtig Pausen sind. Schon einzelne Tage z.B. nachdem etwas besonders gut geklappt hat oder auch wenn es mal schlecht läuft, wirken sich durchweg positiv aus. Und auch mit längeren Pausen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

diejungs.jpg

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23. März 2008 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 3 Kommentare »

Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.