Pferd verspannt, Mensch verspannt – oder umgekehrt?
Neulich ritt ich Anthony und wunderte mich darüber, dass er so komisch lief. Er ist sonst sehr weich zu sitzen und seine Bewegungen sind geschmeidig. Nun lief er klemmig und ich fragte mich, ob er gar lahmte…
Ich fühlte dann einmal ganz bewusst nach – und stellte fest, dass ich im unteren Rücken total blockiert war. Ich konnte da kaum seitliche Bewegungen machen. Nicht er lief also komisch, sondern ich ritt komisch! Er reagierte auf meine Rückenblockade und lief selbst klemmig.
Tja, und da habe ich mich gefragt, wie oft das unseren Pferden wohl so geht, dass sie wegen uns “schlecht laufen”, weil wir
- z.B. Verspannungen und Blockaden mitbringen, die dann sie in ihren Bewegungen behindern,
- weil wir schlecht sitzen (schief, im Ungleichgewicht, zu weit hinten oder vorne, im Stuhlsitz oder Spaltsitz usw.)
- weil wir – aus Unvermögen oder eigenen Verspannungen heraus – grobe oder falsche Hilfen geben (am Zügel ziehen, mit den Beinen boxen, unbewusste Gewichtshilfen geben usw.)
- weil wir uns verkrampfen
- oder angestaute Aggressionen mitbringen
- und vieles mehr…
Doch, was passiert in der Regel? Wir schauen auf unser Pferd und sagen: “Es läuft heute doof!” Wir geben ihm die Schuld, motzen es an, warum es nicht tut, was wir wollen und im schlimmsten Fall strafen wir es dafür, dass es “schlecht” läuft.
Dabei sind die Ursache wir selbst…
Mich hat das wieder mal sehr nachdenklich gemacht.
7. April 2011 von Tania • Kategorie: Reiten • 10 Kommentare »















