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	<title>Tanias Hafi-Blog &#187; Umgang</title>
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	<description>Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger.  HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt - klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link "Den ganzen Beitrag lesen".</description>
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		<title>Pferde sind auch nur Menschen</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 02:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Keine Sorge, wer bei dem Titel nun befürchtet, dass ich Pferde hoffnungslos vermenschliche   Ich fand den Titel nur sehr passend, weil mir mal wieder klar wurde, dass wir unseren Pferden leider oft viel weniger an Regungen und Stimmungen zugestehen als uns selbst.
Auf die Idee für diesen Artikel hat mich mein Aramis gebracht. Ihm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Sorge, wer bei dem Titel nun befürchtet, dass ich Pferde hoffnungslos vermenschliche <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich fand den Titel nur sehr passend, weil mir mal wieder klar wurde, dass wir unseren Pferden leider oft viel weniger an Regungen und Stimmungen zugestehen als uns selbst.</p>
<p>Auf die Idee für diesen Artikel hat mich mein Aramis gebracht. Ihm ging es im letzten halben Jahr nicht wirklich gut. Mein sonst vor Stärke strotzender Haflinger-Mann wirkte matt und müde. Körperlich baute er ziemlich ab, stimmungsmäßig war er kaum zu motivieren. Dann kamen noch einige Erkrankungen dazu, in der Herde gingen etliche Pferde und er rutschte von der Rangfolge ganz weit nach unten ab.</p>
<p>Die Ursachen für all das waren vielfältig, das Ergebnis war, das mein sonst so motiviertes Pferd fast zu nichts mehr zu gebrauchen war.</p>
<p>Bei uns war diese Phase schon ziemlich stark, aber ich denke fast jeder von uns kennt Zeiten, in denen unsere Pferde nicht so wollen, wie wir es gewohnt sind. In denen sie faul sind und träge und unmotiviert – oder je nach Typ vielleicht auch fahrig, nervös und überängstlich. Die Frage ist, wie geht man damit um?</p>
<p>Die meisten von uns fordern von ihren Pferden einen immer  gleichbleibenden oder gar steigenden Level an Leistung und  Leistungsbereitschaft. Und wenn das Pferd nicht will, muss man sich halt  durchsetzen, nicht wahr? Schließlich soll es nicht den Eindruck  bekommen, es könne sich vor der Arbeit drücken und wir wollen ja den so mühsam erarbeiteten Trainingsstand nicht verlieren! Nein, da muss so ein Pferd durch, oder nicht?</p>
<p><span id="more-1659"></span>Und damit kommen wir wieder auf den Titel von diesem Artikel zurück. Wir Menschen haben unsere Launen und schlechte Phasen. Da fühlen wir uns müde und unmotiviert und irgendwie &#8220;down&#8221;. Manchmal kränkeln wir auch ein bisschen, ohne wirklich krank zu werden oder kämpfen mit dunklen Gedanken und Traurigkeit. Ja, und hin und wieder geraten wir auch in Lebenskrisen oder müssen Herausforderungen bewältigen, die unsere ganze Kraft fordern. Klar also, dass keine/r von uns über ein immer gleich hohes Niveau an Motivation und Energie verfügt. Und klar, dass wir manchmal einfach keinen Bock haben. Solche Phasen können mal einen Tag betreffen, mal eine Woche und auch mal eine deutlich längere Zeit.</p>
<p>Nun sind Pferde Lebewesen und auch sie sind Stimmungsschwankungen unterworfen. Sicher nicht in dem Ausmaß wie wir Menschen, denn Pferde haben ja nicht all unsere Herausforderungen des Lebens zu meistern, wie z.B. Ärger im Job, Ehekrisen,  Existenzängste, Problemen mit den Kindern oder ähnliches, aber auch ihre  Befindlichkeiten werden durch allerlei Faktoren beeinflusst. Stress in der Herde, der Verlust eines  Kumpels, körperliche Probleme, Langeweile, zu viel Druck – all das und  vieles mehr kann Pferden sehr zu schaffen machen. Besonders sensible Tiere  reagieren auch stark auf die Stimmungen ihrer Menschen und so kann eine  Lebenskrise beim Menschen auch das Pferd traurig werden lassen.</p>
<p>Ich kenne mein Pferd gut genug, um zu wissen, dass Aramis nicht faul oder unwillig ist. Wenn er nicht mag, hat er Gründe. Während ich früher leider in solchen Phasen mit mehr Druck gearbeitet habe, kann ich ihm heute Auszeiten zugestehen. Er braucht sie genauso wie ich und wie wir alle. Ja, er hat in dieser Zeit abgebaut und ja, viele erarbeitete Muskeln haben sich zurückgebildet. Aber Muskeln sind nicht alles, auch die Psyche muss mitmachen. Und seit kurzem blüht er wieder auf. Seine Augen glänzen wieder, er ist in der Rangfolge wieder weit nach oben geklettert und er ist munter und agil. Er spielt wieder mit Anthony und an den anderen Pferden in der Herde. Die Arbeit macht ihm langsam wieder Freude und damit wachsen auch die Muskeln wieder. Genauso froh wie ich darüber bin, dass er aus der schlechten Phase wieder herausgekommen ist, bin ich es darüber, dass ich ihm die Zeit gegeben habe, die er brauchte.</p>
<p>Mit diesem Text möchte ich anregen, dass wir keinen bösen Willen dahinter vermuten sollten, wenn unsere Pferde mal nicht so mitmachen, wie man es gewohnt ist, sondern dass wir uns immer wieder klar machen, dass Pferde lebendige Wesen und keine Maschinen sind. Die Welt geht nicht unter, wenn wir den vorhandenen Trainingsstand nicht immer gleich halten und die Welt geht auch nicht unter, wenn das Pferd einige Muskeln verliert. Wenn wir in solchen Phasen uns in unser Pferd einfühlen, spüren wir, wann es wieder bereit ist, etwas zu tun – und dann ist es gut, es wieder zu fördern und aus der dunklen Phase herauszuholen.</p>
<p>Aber nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/02/arundich.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1664" title="arundich" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/02/arundich.jpg" alt="" width="403" height="257" /></a></p>
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		<item>
		<title>Frech, oder was?</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/01/24/frech-oder-was/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 02:10:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir bekommen immer wieder Anfragen von Pferdeleuten, die wissen möchten, wie sie sich verhalten sollen, wenn ihr Pferd &#8220;zu frech&#8221; ist. Als Beispiel wird dann genannt, dass ein Pferd an der Jacke knabbert, auf dem Führstrick herumkaut, den Putzkasten umwirft und ähnliches mehr. &#8220;So etwas kann man doch nicht durchgehen lassen, oder?&#8221; lautet die Frage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir bekommen immer wieder Anfragen von Pferdeleuten, die wissen möchten, wie sie sich verhalten sollen, wenn ihr Pferd &#8220;zu frech&#8221; ist. Als Beispiel wird dann genannt, dass ein Pferd an der Jacke knabbert, auf dem Führstrick herumkaut, den Putzkasten umwirft und ähnliches mehr. <em>&#8220;So etwas kann man doch nicht durchgehen lassen, oder?&#8221;</em> lautet die Frage mit der Bitte um Rat, wie man sich verhalten soll.</p>
<p>Bevor wir uns damit befassen, wie wir auf ein unerwünschtes Verhalten unserer Pferde reagieren, sollten wir, denke ich, zunächst uns diese Verhaltensweisen einmal genauer anschauen. Nehmen wir dazu das Beispiel von dem Pferd, das einem Menschen an der Jacke zupft. Auch wenn mir da nun vielleicht viele spontan widersprechen werden, behaupte ich: ein solches Pferd muss nicht automatisch &#8220;frech&#8221; sein.</p>
<ul>
<li> Es kann vielleicht vielmehr ein sehr kontaktfreudiges Pferd sein, das noch nicht gelernt (also wirklich verstanden) hat, dass in die Jacke beißen etwas ist, das der Mensch nicht will.</li>
<li>Es kann ein Pferd sein, das sich langweilt und das aus Frust versucht, Aufmerksamkeit zu erlangen.</li>
<li>Es kann ein Pferd sein, das zu wenig Kontakt zu Artgenossen hat und schlicht und einfach sein Grundbedürfnis nach Fellpflege ausleben will und das aufgrund des Mangels an Artgenossen eben am Menschen.</li>
<li>Es kann ein Pferd sein, dessen Mensch es in vielen Fällen &#8220;lustig&#8221; findet, wenn es an ihm herumknabbert, aber eben in manchen Momenten dieses Verhalten als frech empfindet, so dass es nicht wissen kann, was erlaubt ist und was nicht.</li>
<li>Es kann ein neugieriges Pferd sein, das alles erkunden will (und das tun Pferde nun mal mit ihrem Maul).</li>
<li>Und &#8230; und &#8230; und &#8230;</li>
</ul>
<p>Nur allein beim kurzen Nachdenken, sind mir bereits fünf mögliche Erklärungen eingefallen, von denen allenfalls eine auf ein &#8220;freches&#8221; Pferd schließen lässt und die ist hausgemacht (das Pferd von der Person, die es sonst witzig findet, beknabbert zu werden).</p>
<p>Was ich mit diesem Beispiel deutlich machen will: Ein Pferd ist nicht einfach frech, sondern es gibt Ursachen für jedes Verhalten eines Pferdes. Nur wenn wir erkennen, warum ein Pferd etwas macht, haben wir die Möglichkeit, angemessen auf das Verhalten zu reagieren. Wenn wir dem Pferd nicht, wie leider so häufig der Fall, automatisch bösen Willen unterstellen und es deshalb bestrafen, sind wir offen für freundliche Reaktionen, mit denen wir dem Pferd erklären können, dass wir sein Verhalten nicht mögen.</p>
<p><span id="more-1647"></span></p>
<p>Und das könnte z.B. so aussehen:</p>
<ul>
<li>Wir können das Pferd z.B. einfach bitten, einen Schritt zur Seite zu machen, damit das Pferd unseren Individualabstand einhält und die Jacke nicht mehr erreichen kann.</li>
<li>Wir können den Kopf des Pferdes sanft mit einem freundlichen &#8220;Nein&#8221; zur Seite schieben (ggf. viele Male, bis die Botschaft ankommt).</li>
<li>Wir können dem Pferd etwas anderes vorschlagen, für das wir es dann belohnen können.</li>
<li>Wir können das  Zupfen ignorieren und das Pferd in dem Moment loben, wenn es mit dem Zupfen aufhört.</li>
<li>Wir können auf unsere eigene Konsequenz achten und dem Pferd nicht mal etwas erlauben und dann wieder nicht.</li>
<li>Und vieles andere mehr.</li>
</ul>
<p>Auch hier wird deutlich, dass man mit etwas Nachdenken schon viele &#8220;nette&#8221; Möglichkeiten findet, ein Pferd in einem solchen Fall nicht zu strafen, sondern ihm auf eine intelligente und pferdegerechte Art beizubringen, dass das Zupfen an der Jacke nicht erwünscht ist. Dem Pferd eins auf die Nase zu geben, ist leider wahrscheinlich die Reaktion, die am häufigsten kommen wird, aber auch die traurigste.</p>
<p>Nehmen wir uns gleich noch das Beispiel mit dem Putzkasten vor. Ein Pferd das ständig den Putzkasten umwirft, ist für viele ein Ärgernis. Da wird nicht selten geschimpft oder gar gehauen. Dass wir das Pferd aber vielleicht erst selbst auf die Idee gebracht haben, in dem wir es z.B. ermutigt haben, einen Gymnastikball anzustupsen, darauf kommen wir nicht. Für ein Pferd ist zwischen einem Gymnastikball und einem Putzkasten kein so großer Unterschied und es hatte vielleicht einfach den Impuls, das neu Gelernte zu zeigen, da es für das Anstupsen des Balls ja Begeisterung und ein Leckerlie gab. Und nun überlegt mal, wie es für das Pferd wirkt, wenn es dafür nun bestraft wird &#8230;</p>
<p>Aber selbst wenn wir es nicht selbst auf die Idee gebracht haben, ist die Lösung für dieses Problem denkbar einfach: Man stellt den Putzkasten einfach ein Stück weg, so dass das Pferd ihn nicht umwerfen kann <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Worum es mir in diesem Text geht, ist dafür zu sensibilisieren, wie schnell wir oft dem Pferd etwas Böses unterstellen und wie wenig wir leider oft bereit sind, einfach einen Moment nachzudenken und zu überlegen, was das für uns störende Verhalten auslöst und welcher für beide Beteiligten nette Weg zur Lösung des Problems führen kann. Ein bisschen mehr Humor auf Menschenseite hilft hier schon enorm weiter: Wenn Ihr das nächste Mal wieder am Stöhnen über Euer &#8220;freches&#8221; Pferd seid, dann haltet doch einen Moment inne und freut Euch mit einem Lächeln darüber, dass Ihr es mit einem <strong>lebendigen Wesen</strong> mit eigenen Ideen zu tun habt. Damit unterbrecht Ihr die alten Muster und Ihr könnt über eine Alternative zum Schimpfen nachdenken.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/01/frech.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1649" title="frech" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/01/frech.jpg" alt="" width="403" height="291" /></a></p>
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		<title>Zumutbar?</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/09/29/zumutbar/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 02:59:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Für mich gehört es zu meinem Selbstverständnis als Pferdebesitzerin, dass ich etwas mit meinen Pferde mache. Sie also bewege und beschäftige, sie trainiere und &#8220;arbeite&#8221;. Einmal in der Woche gibt es meistens frei oder auch mal zweimal, wenn ich das Gefühl habe, eine Pause würde ihnen gut tun. Wenn ich verreise, haben die Jungs auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für mich gehört es zu meinem Selbstverständnis als Pferdebesitzerin, dass ich etwas mit meinen Pferde mache. Sie also bewege und beschäftige, sie trainiere und &#8220;arbeite&#8221;. Einmal in der Woche gibt es meistens frei oder auch mal zweimal, wenn ich das Gefühl habe, eine Pause würde ihnen gut tun. Wenn ich verreise, haben die Jungs auch Urlaub. Aber an allen anderen Tagen habe ich  den Anspruch an mich, etwas mit den beiden zu machen.</p>
<p>Nun gibt es aber Tage, an denen ich so unter Stress stehe, dass ich schnell genervt und gereizt reagiere oder ich habe eigentlich kaum Zeit, will also das Programm mal &#8220;schnellschnell&#8221; durchziehen. Oder ich bin mit meinem Kopf ganz woanders und kann mich nicht wirklich auf meine Pferde konzentrieren. Oder ich habe Kopfweh und würde am liebsten ins Bett krauchen.</p>
<p>Früher habe ich an solchen Tagen trotzdem was gemacht. &#8220;<em>Reiß dich zusammen.</em>&#8221; habe ich mir gesagt. Das waren dann fast immer &#8220;doofe&#8221; Tage. Tage, an denen nichts richtig klappte oder ich mich sogar mit den Pferden stritt. Tage, an denen ich mich hinterher noch mieser fühlte als vorher.</p>
<p>Heute versuche ich im Vorfeld zu erkennen, ob es wirklich eine gute Idee ist, etwas mit den Jungs zu machen oder ob ich es lieber sein lassen sollte. Ich frage mich dann, ob ich meinen Jungs <strong>zumutbar</strong> bin <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Und manchmal bin ich genau das eben nicht.</p>
<p>Zumutbar bin ich dann nicht, wenn ich mich vor lauter eigenen Kram nicht auf sie einlassen kann. Wenn die Gefahr besteht, dass ich zu streng bin oder zu ungeduldig oder dass ich unfair werde. An diesen Tagen erteile ich mir ein &#8220;Jungs-Verbot&#8221; <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich fahre dann nur zum Füttern hin, aber gemacht wird nichts mit ihnen. Ich glaube, ich tue ihnen damit einen größeren Gefallen!</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/08/zumutbar1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1583" title="zumutbar" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/08/zumutbar1.jpg" alt="" width="403" height="310" /></a></p>
<p>Wie ist das bei Euch? Zieht Ihr Euer Programm durch, auch wenn Ihr merkt, dass Ihr nicht gut drauf seid? Wie reagieren Eure Pferde darauf? Ich bin gespannt!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wut ist gut?</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/09/22/wut-ist-gut/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 02:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Wut ist ein heftiges Gefühl. Wut besteht aus großem Ärger und Zorn. Wut macht impulsiv und aggressiv. Wut führt dazu, dass wir nicht nachdenken, sondern blind handeln. Wut lässt uns  brüllen oder gar schlagen. Da sollte man doch annehmen, dass Wut beim Pferd nichts, aber auch wirklich gar nichts zu suchen hat, oder nicht?
Leider [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wut ist ein heftiges Gefühl. Wut besteht aus großem Ärger und Zorn. Wut macht impulsiv und aggressiv. Wut führt dazu, dass wir nicht nachdenken, sondern blind handeln. Wut lässt uns  brüllen oder gar schlagen. Da sollte man doch annehmen, dass Wut beim Pferd nichts, aber auch wirklich gar nichts zu suchen hat, oder nicht?</p>
<p>Leider ist in der Pferdewelt vieles anders, als was man vom normalen Menschenverstand her annehmen sollte und so wird Wut durchaus &#8220;empfohlen&#8221;, mehr noch, gerade Anfänger oder Kinder werden in Sachen Wut regelrecht ermutigt:</p>
<ul>
<li><em>&#8220;Werd doch mal richtig wütend und setz dich durch!&#8221;</em></li>
<li><em>&#8220;Werd doch mal sauer, der macht mit dir, was er will.&#8221;</em></li>
<li><em>&#8220;Zeig Ihr, dass es dir reicht und zieh ihr eine über.&#8221;</em></li>
</ul>
<p>Das sind leider keine ausgedachten Sätze, sondern Sätze, die ich in meinen frühen Reitunterricht-Jahren wieder und wieder gehört habe. Und die ich befolgt habe. Sätze, die Taten haben folgen lassen, für die ich mich schäme. Bis zum heutigen Tag arbeite ich daran, diese tief sitzenden Muster zu durchbrechen.</p>
<p>Für mich ist die Sache inzwischen ganz klar: Wut ist NICHT gut! <strong>Wut hat am Pferd nichts zu suchen.</strong> Ich habe noch nie erlebt, dass Wut im Umgang mit Pferden zu etwas Guten geführt hat &#8211; nicht bei mir und nicht bei anderen.</p>
<p>Pferdegerechter Umgang heißt für mich, die eigene Wut nicht auszuleben, sondern sie in den Griff zu bekommen und konsequent wegzuleiten vom Pferd. Wir haben kein Recht, wütend auf ein Pferd zu sein und unsere Wut hat keinen konstruktiven Nutzen im Umgang mit einem Pferd.</p>
<p>Wut kann hier nur zerstören: Beziehungen und Vertrauen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Dürfen Pferde Fehler machen?</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/09/01/durfen-pferde-fehler-machen/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 02:24:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit den Fehlern ist das schon eine seltsamen Sache: Jeder von uns weiß, dass Fehler zum Leben und zum Lernen dazugehören und jeder von uns macht Fehler. Aber mal ganz ehrlich, wie sieht es mit unseren Pferden aus? Dürfen auch sie Fehler machen?
Wenn man sich mal in der Reiterwelt umschaut, kann man schnell den Eindruck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den Fehlern ist das schon eine seltsamen Sache: Jeder von uns weiß, dass Fehler zum Leben und zum Lernen dazugehören und jeder von uns macht Fehler. Aber mal ganz ehrlich, wie sieht es mit unseren Pferden aus? Dürfen auch sie Fehler machen?</p>
<p>Wenn man sich mal in der Reiterwelt umschaut, kann man schnell den Eindruck bekommen, dass Pferde auf gar keinen Fall Fehler machen dürfen. Denn wenn ein Pferd etwas falsch macht, folgt die Strafe auf dem Fuße. Schließlich muss es doch merken, wenn etwas nicht richtig war, nicht wahr? Wie soll es sonst lernen?</p>
<p>So habe ich früher auch gedacht &#8211; und leider habe ich auch danach gehandelt. Heute weiß ich, dass für das Lernen eine angstfreie Atmosphäre nötig ist.</p>
<p>Bei der Frage, wie wir mit Fehlern unseres Pferdes umgehen, gibt es zwei Aspekte zu beachten:</p>
<ul>
<li><strong>Unsere eigene Seite: </strong>Können wir uns wirklich immer sicher sein, eindeutige Signale und korrekte Hilfen zu geben? Oder könnte es vielleicht sein, dass der Fehler gar nicht vom Pferd gemacht wird, sondern von uns selbst? Seitdem ich mir klar gemacht habe, wie oft ich selbst fehlerhaft reite oder widersprüchliche Signale gebe, bin ich sehr vorsichtig geworden, einen Fehler beim Pferd zu vermuten. Für die  allermeisten Fehler, die Pferde machen, liegen meinem Eindruck nach die Ursachen in einer mangelnden Kommunikation, in falschen Signalen oder schlicht und einfach in Missverständnissen. Und bei all diesen Ursachen gibt es keinen Grund, ein Pferd zu strafen, sondern wir sind aufgerufen, unsere Signale deutlicher, also pferdeverständlicher zu machen oder auch zu überprüfen, ob unser Pferd tatsächlich gerade leisten kann, was wir verlangen. Sehr oft hilft eine freundliche Wiederholung der Aufforderung und das Pferd tut, was wir möchten.</li>
<li><strong>Die Seite des Pferdes: </strong>Ein Pferd, das Angst vor Fehlern hat, ist ein gehemmtes Pferd. Es wird versuchen, alles richtig zu machen, aber genau in diesem Eifer hört es vielleicht nicht richtig zu. Oder es nimmt vor lauter Angst Zeichen gar nicht wahr. Ein Pferd, das Angst hat, hat Stress. Und unter Stress lernt es sich nur sehr schwer. Ein Pferd das hingegen entspannt ist und weiß, dass es auch mal etwas falsch machen darf, ohne gestraft zu werden, ist ein lockeres und offenes Pferd. Es wird Signale besser wahrnehmen und verstehen können. Es schlägt vielleicht auch mal eigene Dinge vor, weil es diese für eine gute Idee hält. Und wird es auch dafür nicht gestraft, wird es immer mehr Motivation entwickeln.</li>
</ul>
<p>Mit diesen beiden Seiten im Kopf lebe ich mit meinen Pferden seit einiger Zeit das Motto: &#8220;Fehler machen erlaubt!&#8221; Ich darf Fehler machen, sie dürfen Fehler machen, wir dürfen gemeinsam Fehler machen. Geschieht ein Fehler, wird freundlich korrigiert und einfach neu angesetzt. Und das tut uns allen dreien unendlich gut!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nie zufrieden?</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/08/25/nie-zufrieden/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 02:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einer Weile schreibe ich immer mal wieder was zu dem Thema &#8220;Was Pferde nervt&#8220;, so z.B. über unseren Einsatz der Stimme, über unser Bedürfnis, Pferde ständig anfassen zu wollen oder auch über das Thema &#8220;Klarheit&#8220;. Heute nehme ich mir einen weiteren, wie ich denke, sehr wichtigen Aspekt vor: und zwar unsere Tendenz, nie zufrieden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einer Weile schreibe ich immer mal wieder was zu dem Thema &#8220;<a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/02/24/nerv-nicht/" target="_blank">Was Pferde nervt</a>&#8220;, so z.B. über unseren <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/03/31/die-sache-mit-der-stimme/" target="_blank">Einsatz der Stimme</a>, über unser Bedürfnis, Pferde <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/04/21/stopp-dem-streichelzwang/" target="_blank">ständig anfassen</a> zu wollen oder auch über das Thema &#8220;<a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/08/18/mehr-klarheit-bitte/" target="_blank">Klarheit</a>&#8220;. Heute nehme ich mir einen weiteren, wie ich denke, sehr wichtigen Aspekt vor: und zwar unsere Tendenz, nie zufrieden zu sein.</p>
<p>Es scheint ein sehr menschlicher Zug zu sein, irgendwie immer mehr oder immer etwas anderes zu wollen, als wir gerade haben. Diese Eigenschaft findet sich zunächst vor allem bei eher ehrgeizigen Menschen, aber bei Weitem nicht nur bei ihnen.</p>
<p>Vielleicht findet Ihr Euch ja hier wieder?</p>
<ul>
<li>Kaum kann unser Pferd einigermaßen gebogen und locker im Trab auf einer Volte laufen, wollen wir das im Galopp.</li>
<li>Kaum geht unser Pferd zwei, drei Schritte losgelassen rückwärts, arbeiten wir schon an der Schaukel.</li>
<li>Kaum hat unser Pferd einige Schritte Schulterherein gezeigt, wollen wir das Schulterherein in Trab und im Galopp.</li>
<li>Kaum zeigt ein Pferd den spanischen Gruß, soll es am liebsten schon im spanischen Trab herumtanzen.</li>
<li>Kaum hat unser Pferd gelernt, sich über den Cavalettis in schöner Selbsthaltung zu zeigen, soll es springen.</li>
<li>Usw. usw.</li>
</ul>
<p>Oder vielleicht hier:</p>
<ul>
<li>Kaum hat ein Pferd seine Angst vor dem Gymnastikball halbwegs überwunden, wollen wir es schon in eine Plastikplane einwickeln.</li>
<li>Kaum vertraut uns unser Pferd so, dass wir entspannt spazieren gehen können, wollen wir nun endlich ausreiten.</li>
<li>Kaum ist das Pferd in seinem neuen Stall angekommen, soll es gleich in der nächsten Woche konzentriert im Unterricht mitgehen.</li>
<li>Kaum hat sich unser Pferd von seinem Hufgeschwür erholt, haben wir schon wieder einen strammen Trainingsplan ausgearbeitet.</li>
<li>Usw. usw.</li>
</ul>
<p>Kurz und gut: Es reicht nie. Es ist nie genug. Wir sind nie wirklich zufrieden.</p>
<p>Und leider übersehen wir dabei, dass genau das das Pferde enorm frustrieren kann.</p>
<p><strong><span id="more-1442"></span>Ein persönliches Beispiel</strong></p>
<p>Ich habe diese Erkenntnis durch meinen Aramis gewonnen. Aramis ist ein motiviertes und lerneifriges Pferd, der gerne alles richtig machen will. Wie leicht es ist, ein solches Pferd auszunutzen, habe ich leider erst sehr spät begriffen. Von seiner ganzen Statur und Veranlagung her nicht wirklich zu einem Dressurpferd geboren, bemühte er sich redlich, all meinen Wünschen gerecht zu werden: Seitengänge in allen Gangarten, Traversalen, Pirouetten, Versammlung, Verstärkungen und&#8230; und&#8230; und&#8230; Immer wollte ich mehr. Kaum war eine Sache &#8220;geschafft&#8221;, hatte ich schon die nächsten im Visier.</p>
<p>Bis zu dem Tag, an dem mein Pferd mir die rote Karte zeigte. Es ging nichts mehr. Gerade noch Schritt in der Bahn, alles andere verweigerte er.</p>
<p>Ich bin froh, dass ich seine Botschaft damals verstanden habe. Dass ich begriffen habe, dass ich mein Pferd durch meine Daueransprüche nicht nur genervt, sondern hochgradig frustriert hatte. Und ich bin mehr als dankbar, dass ich ihn heute wieder normal reiten darf und er wieder die gleiche Grundmotivation zeigt wie früher.</p>
<p><strong>Die eigenen Ansprüche überprüfen</strong></p>
<p>Ich bin durch meine Erfahrungen nun natürlich sehr für Ansprüche von Menschen ihren Pferden gegenüber sensibilisiert und so fällt mir sehr oft auf, dass sehr viele nie wirklich zufrieden mit ihren Pferden sind. Und das finde ich schade. Schade für die Pferde und schade für uns selbst.</p>
<p>Pferde brauchen das Gefühl, etwas gut zu machen. Sie genießen es, wenn sie merken, dass ihr Mensch zufrieden mit ihnen ist und stolz auf sie ist. Das wirkt auf die meisten Pferde sehr motivierend.</p>
<p>Wir dürfen unsere Pferde natürlich schon auch mal ein bisschen fordern, aber ich denke, es ist sehr wichtig, darauf zu achten, die Leistungsspirale nicht ständig anzuziehen. In jeder Entwicklung gibt es immer auch Plateaus, also Phasen, in denen der Ist-Zustand unverändert bleibt (also Können oder Leistungsfähigkeit). Und es gibt auch immer Phasen, in denen es zu Rückschritten kommt (also plötzlich Sachen nicht mehr klappen, die eigentlich schon funktionierten oder die Leistung insgesamt schwächer ist). Hinzu kommen Aspekte wie Tagesforum oder aktuelle Befindlichkeiten, gesundheitliche Punkte, wetterbedingte Einflüsse oder auch Launen. Pferde sind <strong>lebendige Wesen</strong> und keine Maschinen, deshalb dürfen wir nicht erwarten, dass sie immer gleich funktionieren und eben auch nicht, dass sie sich in einer steilen Linie nach oben verbessern.</p>
<p>Seitdem ich zufriedener mit meinen Pferden bin &#8211; egal, ob die Leistung unter oder über Erwartung war &#8211; sind meine Pferde motivierter und ich bin entspannter. Ich nerve meine Pferde nicht mehr mit meinem ständigen &#8220;Mehr, mehr, mehr!&#8221;, sondern sie freuen sich an meiner Freude über das, was sie mir schenken.</p>
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		<item>
		<title>Mehr Klarheit, bitte!</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 02:06:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit schrieb ich hier darüber, dass wir unsere Pferde oft unwissentlich nerven und ich bin dann auf die Punkte &#8220;Reden&#8221; und &#8220;Anfassen&#8221; eingegangen. Heute möchte ich mir einen weiteren, aus meiner Sicht sehr wichtigen Nervfaktor vornehmen und das ist das Thema &#8220;Klarheit&#8221;.
Pferde und Menschen sprechen von Natur aus nicht dieselbe Sprache. Wir müssen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit schrieb ich hier darüber, dass wir unsere Pferde oft <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/02/24/nerv-nicht/" target="_blank">unwissentlich nerven</a> und ich bin dann auf die Punkte &#8220;<a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/03/31/die-sache-mit-der-stimme/" target="_blank">Reden</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/04/21/stopp-dem-streichelzwang/" target="_blank">Anfassen</a>&#8221; eingegangen. Heute möchte ich mir einen weiteren, aus meiner Sicht sehr wichtigen Nervfaktor vornehmen und das ist das Thema <strong>&#8220;Klarheit&#8221;</strong>.</p>
<p>Pferde und Menschen sprechen von Natur aus nicht dieselbe Sprache. Wir müssen erst lernen, uns miteinander zu verständigen und unser jeweiliges Gegenüber zu deuten. Nun haben wir Menschen die Eigenart, einfach davon auszugehen, dass man uns versteht (und das übrigens Menschen wie eben auch Tieren gegenüber). Wir denken, dass wir klar sind in unseren Äußerungen und sind jedes Mal vollkommen erstaunt, wenn es zu Missverständnissen kommt (und das gilt meiner Erfahrung nach wieder Menschen und auch Tieren gegenüber).</p>
<p>Der erste Schritt hier ist für mich der, dass wir überhaupt erst einmal den Gedanken zulassen, dass uns unser Pferd unter Umständen gar nicht verstehen kann.</p>
<p><strong>Kann mich mein Pferd überhaupt verstehen? </strong></p>
<p>Was macht es einem Pferd schwer, uns zu verstehen? Die Liste der Ursachen dazu ist lang:</p>
<ul>
<li>Wir senden uneinheitliche Signale für ein- und dieselbe Sache.</li>
<li>Wir senden widersprüchliche Signale.</li>
<li>Wir senden zu viele Signale gleichzeitig.</li>
<li>Wir senden falsche Signale.</li>
<li>Wir senden zu wenige Signale.</li>
<li>Wir entscheiden uns ständig neu.</li>
<li>Wir haben selbst keine klare Vorstellung, keine klaren Bilder im Kopf.</li>
</ul>
<p><strong>Uns zu lesen ist sehr schwer für ein Pferd</strong></p>
<p>Fakt ist: Pferde sind exzellent darin, feinste Signale aufzunehmen und genau deshalb haben es Pferde alles andere als leicht, uns zu lesen. Wir Menschen sind nämlich in unseren Ausdrucksweisen oft sehr diffus.<span id="more-1434"></span></p>
<ul>
<li>Z.B. können wir problemlos mit der Stimme das Pferd antreiben, es aber körpersprachlich bremsen.</li>
<li>Manchmal strafen wir lachend.</li>
<li>Oder wir loben laut und aggressiv.</li>
<li>Genauso können wir heute ein bestimmtes Verhalten ok finden, am nächsten Tag aber bestrafen wir es.</li>
<li>Manchmal wollen wir bestimmte Signale geben (wie z.B. Autorität oder Gelassenheit), empfinden innerlich aber etwas ganz anderes &#8211; unser Pferd nimmt dann beides wahr und ist natürlich verwirrt.</li>
<li>Wir erwarten von unserem Pferd etwas, das wir nicht wirklich erklärt haben.</li>
<li>Wir geben unklare Hilfen (durch Unvermögen, Verspannungen etc.).</li>
<li>Usw.</li>
</ul>
<p>Je bewusster wir uns darüber sind, dass wir für unsere Pferde wirklich nicht leicht zu verstehen sind, desto besser können wir daran arbeiten.</p>
<p><strong>Klarheit und Härte sind zwei verschiedene Dinge</strong></p>
<p>Leider wird Klarheit oft mit Härte verwechselt. Da wird dann &#8220;durchgegriffen&#8221; und dem Pferd &#8220;gezeigt, wer das Sagen hat&#8221;, was in der Praxis oft auf Gewalteinsatz (mehr oder weniger stark) hinausläuft. Gewalt hat aber nichts mit Klarheit zu tun, ganz im Gegenteil.</p>
<p>Wer sich mit Gewalt beim Pferd durchzusetzen versucht, ist oft hilflos &#8211; und Hilflosigkeit ist eine direkte Folge von Unsicherheit, also das Gegenteil von Klarheit. Klarheit macht Gewalt oft vollkommen unnötig. Denn wer klar in seinen Handlungen ist, wird von so ziemlich jedem Pferd (und Menschen) akzeptiert, ohne laut oder gar grob zu werden. Und diese Form von Klarheit müssen wir aus uns heraus entwickeln.</p>
<p><strong>Klarheit beginnt immer in uns</strong></p>
<p>Das Problem ist, dass wir nur klar wirken können, wenn wir auch <strong>innere Klarheit </strong>haben. Es nützt nichts, sich bestimmte Gesten anzugewöhnen oder sich etwas von einer anderen Person abzuschauen. Ein Pferd merkt, was echt ist und was nicht. Jemand, der Angst vor einem Pferd hat, kann noch so viel mit einem Strick herumwedeln, er wird das Pferd nicht wirklich beeindrucken können, während jemand mit einer inneren Souveränität, ein Pferd mit einem leisen Fingerzeig auf Abstand halten kann.</p>
<p>Innere Klarheit erfordert ein hohes Maß an Selbstreflexion. Wir müssen uns also mit uns selbst beschäftigen und damit, was wir ganz persönlich für richtig und sinnvoll halten. Denn wenn wir unserem Pferd gegenüberstehen, zählt nur, was wir ausstrahlen und nicht, was irgendjemand irgendwo geschrieben oder gesagt hat.</p>
<p>Habt Ihr z.B. klare Vorstellungen über folgende Punkte:</p>
<ul>
<li>Darüber, wie (Pferde)Erziehung im Idealfall praktisch aussehen soll?</li>
<li>Welche Regeln Euch wirklich wichtig sind (und ob diese sinnvoll sind)?</li>
<li>Was genau Ihr im Zusammensein mit Eurem Pferd anstrebt?</li>
<li>Was ganz konkret die nächsten (sinnvollen!) Lern- und Ausbildungsschritte sind?</li>
<li>Welchen Weg Ihr persönlich mit Eurem Pferd gehen wollt?</li>
<li>Was Ihr selbst noch lernen müsst?</li>
</ul>
<p>Der Umgang mit Pferden ist eine ziemlich schwierige und oft auch ganz schön verwirrende Angelegenheit. Und viele suchen verzweifelt nach Abkürzungen und einfachen Wegen. Man schaut sich um und findet  hunderte von Möglichkeiten. Man hört hier das und auf der anderen Seite wieder das, dann liest man noch was anderes und sieht in einem Seminar wieder was Neues. Das verwirrt so ziemlich jeden. Mit dieser Verwirrung  arbeitet man dann heute auf die eine Art mit dem Pferd und morgen ganz anders und nächste Woche wieder anders. Ist es da nicht verständlich, dass das Pferd nicht nur genervt ist, sondern unter Umständen sogar aggressiv wird oder ganz abschaltet?</p>
<p>Ich bin überzeugt davon: <strong>Klarheit können wir nicht außen finden, sondern nur in uns selbst.</strong> Natürlich ist es gut, sich weiterzubilden und Impulse von außen anzunehmen. Aber das Wichtigste ist aus meiner Erfahrung eine <strong>eigene klare Linie</strong>. Eine eigene Vorstellung davon, wie man selbst mit einem Pferd umgehen und arbeiten möchte. Diese Vorstellung bildet die Basis für all die vielen kleinen und großen Entscheidungen im Umgang mit dem Pferd. Nur eine solche Basis kann dazu führen, dass sich all die Einzelentscheidungen zu einem sinnvollem Ganzen zusammenfügen.</p>
<p><strong>Es geht nicht darum, keine Fehler machen zu dürfen</strong></p>
<p>Es geht bei diesem Thema übrigens nicht darum, dass wir keine Fehler mehr machen dürfen. Ganz im Gegenteil! Fehler sind erlaubt. Kein Pferd nimmt uns Fehler, kleine Abweichungen oder Ungerechtigkeiten übel &#8211; sofern wir diese erkennen und aus ihnen lernen.</p>
<p>Um aber zu erkennen, wann wir Fehler machen oder wann wir ungerecht sind, müssen wir uns selbst beobachten, unser Verhalten reflektieren und immer wieder prüfen,</p>
<ul>
<li>ob das, was wir tun oder fordern, in das Gesamtbild unseres Umgangs mit Pferden passt,</li>
<li>ob unser Pferd eine Chance zum Verstehen hat,</li>
<li>ob es pferdegerecht ist</li>
<li>und auch, ob es dem Pferd gegenüber fair ist.</li>
</ul>
<p><strong>Der erste Schritt ist der, eine einheitliche Grundlinie zu finden</strong></p>
<p>Entscheidend ist eine einheitliche Grundlinie, damit Ihr berechenbar für Euer Pferd werdet. Wenn Ihr in einem Moment ganz streng seid und im nächsten dem Pferd alle Freiheiten lasst, kann es nicht verstehen, was falsch und was richtig ist. Wenn Ihr ihm einmal eine Unart erlaubt und ihm im nächsten Moment dafür eine haut, wird das Pferd zurecht mit Unwillen reagieren.</p>
<p>Aus meiner Sicht ist es unerlässlich, sich auf einer sehr grundsätzlichen Ebene Gedanken über den Umgang mit einem Pferd zu machen und hier zu versuchen, ein klares Bild zu entwickeln. Das Bild selbst kann sich über die Zeit verändern und weiterentwickeln, aber wenn man nicht einmal eine klare Grundvorstellung vom Miteinander mit dem Pferd hat, wird keine einzige Handlung im Umgang mit dem Pferd klar sein können.</p>
<p><strong>Veränderungen auf tiefer Ebene</strong></p>
<p>Die große Herausforderung besteht darin, dass es für uns Menschen oft sehr schwer ist, bestehende Grundüberzeugungen aufzugeben (vor allem dann, wenn sie unbewusst sind). Unsere Grundüberzeugungen in Bezug auf den Umgang mit Pferden haben wir meist sehr früh gewonnen, nämlich in der Zeit, in der wir das Reiten gelernt haben. Diese prägende Zeit und das, was wir in den Medien oder in Büchern über Pferde gelesen haben treffen zusammen auf Lebensüberzeugungen aus anderen Bereichen. Und so haben wir alle einen Satz an Glaubenssätzen, mit denen wir zum Pferd gehen (und über den wir uns eben oft gar nicht bewusst sind).</p>
<p>Schwierig wird es, wenn wir merken, das unser bisheriges Verhalten zu Problemen führt oder wenn wir woanders einen Umgang mit Pferden sehen, den wir eigentlich viel lieber pflegen würden. Wir versuchen dann, einzelne Tipps und Übungen einzubauen und mal hier, mal da was zu verändern.</p>
<p>Bereits kleine Veränderungen können sehr viel ins Schwingen bringen. Wenn man jemand, der eigentlich denkt, er müsse streng sein, seinem Pferd nun durch einige Übungen, die er irgendwo gelesen hat, mehr Mitspracherecht einräumt, kann das gewaltig in die Hose gehen, da diese Übungen der Grundlinie widersprechen. Das Pferd findet die neuen Übungen vielleicht ganz toll und versteht nicht, warum in anderen Bereichen immer noch der alte Grundton herrscht und es da punktgenau funktionieren soll. So kommt es zu Disharmonien und manchmal auch unschönen Auseinandersetzungen. Plötzlich bekommt der Mensch Angst vor der Veränderung und rudert zurück. Das Ergebnis ist Unsicherheit beim Menschen und die führt zu Unwillen beim Pferd.</p>
<p><strong>Eine stabile Basis entwickeln</strong></p>
<p>Es geht darum, eine stabile Basis zu entwickeln. Innere Vorstellungen, die für uns Sinn machen und die sich für uns gut und richtig anfühlen (und die wir nicht einfach irgendwo aufgeschnappt haben). Diese Bilder müssen in uns selbst entstehen, nur dann sind sie ehrlich, nur dann können sie tragen. Nur dann geben sie uns eine Orientierung für unser Tun.</p>
<p>Wir müssen wissen,</p>
<ul>
<li>wo wir hinwollen &#8211; was also unser Ziel ist,</li>
<li>was uns wichtig ist &#8211; was also unsere (ethisch-moralischen) Richtlinien sind</li>
<li>was für uns Sinn macht</li>
<li>und wie es ganz praktisch aussehen soll, wenn wir unsere Bilder umsetzen.</li>
</ul>
<p>Keine Frage &#8211; das sind große und nicht immer leicht zu beantwortende Punkte. Aber, hey, niemand hat gesagt, dass das Leben einfach ist <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Je klarer wir uns über diese Punkte sind, desto klarer wird unsere Ausstrahlung. Diese Klarheit zu erreichen, ist eine große Aufgabe. Aber eine, die sich lohnt. Nicht nur für unser Pferd, sondern auch für uns selbst.</p>
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		<title>Wie sich Vertrauen zeigt&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 02:27:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Babette hat vor kurzem einen wundervollen Artikel zum Thema &#8220;Vertrauen&#8221; geschrieben, der mich selbst sehr nachdenklich gemacht hat. Die Frage, was tatsächlich Ausdruck von ehrlichen Vertrauen ist, sollte sich vielleicht jeder mal in Ruhe stellen.
Babette erwähnt in ihrem Artikel, dass ich Aramis manchmal ohne Zaum im Gelände reite. Ja, das ist für mich ein Ausdruck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Babette hat vor kurzem einen <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/05/31/gedankenzumthemavertrauen/" target="_blank">wundervollen Artikel</a> zum Thema &#8220;Vertrauen&#8221; geschrieben, der mich selbst sehr nachdenklich gemacht hat. Die Frage, was tatsächlich Ausdruck von ehrlichen Vertrauen ist, sollte sich vielleicht jeder mal in Ruhe stellen.</p>
<p>Babette erwähnt in ihrem Artikel, dass ich Aramis manchmal ohne Zaum im Gelände reite. Ja, das ist für mich ein Ausdruck von Vertrauen. Und zwar von <strong>beidseitigem Vertrauen</strong>. Ich glaube sogar, dass ich in diesen Momenten meinem Pferd noch mehr vertrauen muss als er mir. Was mir das möglich macht ist, dass ich spüre, wie gut er auf mich aufpasst, wie aufmerksam er bei mir ist. Das gibt mir Sicherheit, die mir wiederum das Vertrauen ermöglicht.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/05/200710_18.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1380" title="200710_18" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/05/200710_18.jpg" alt="" width="403" height="309" /></a>Es stecken 12 Jahre Miteinander in diesem Bild.</p>
<p>So mit meinem Pferd durchs Gelände reiten zu können, ist für mich die Krone des Vertrauens. Es ist etwas ganz, ganz Besonderes und macht uns beide glücklich und zufrieden. Aber mir fallen noch viele, viele andere Vertrauensmomente ein, scheinbar viel kleinere, die aber genauso wichtig für unsere Beziehung sind.</p>
<p><span id="more-1369"></span></p>
<p>Vertrauen zeigt sich für mich z.B. in ganz vielen Dingen des Alltags, die viele für vollkommen selbstverständlich nehmen:</p>
<ul>
<li>wenn mein Pferd fröhlich ans Tor kommt, wenn es mich sieht, weil es annimmt, dass wir etwas Schönes machen,</li>
<li>wenn mein Pferd sich halftern lässt, obwohl es weiß, dass es damit greif- und festhaltbar ist,</li>
<li>wenn mein Pferd mir beim Hufeauskratzen seinen Huf anvertraut, obwohl ihm sein Instinkt eigentlich sagt, dass es keine gute Idee ist, ein Bein festhalten zu lassen,</li>
<li>wenn mein Pferd am Anbinder steht und döst, obwohl es weiß, dass es angebunden uns Menschen sehr ausgeliefert ist,</li>
<li>wenn mein Pferd ruhig an meiner Hand stehen bleibt, obwohl ein Tierarzt es untersucht oder es mit einer Nadel sticht</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<p>Dass nichts von all dem selbstverständlich ist, habe ich durch Anthony gelernt, mit dem ich mir all das erst erarbeiten musste. Und so kann ich mich tatsächlich jeden Tag aufs Neue daran freuen. Wir erwarten so viel von unseren Pferden und sind schnell mit Strafen dabei, wenn sie unseren Erwartungen nicht entsprechen, statt wir unseren Fokus darauf richten, was sie uns schenken und was sie für uns tun und was wir tun können, damit es ihnen leichter fällt, uns zu vertrauen. Meinem Eindruck nach übersehen wir oft all die vielen Vertrauensgeschenke unserer Pferde, wenn wir nur auf die großen Vertrauensbeweise schauen. Und wir versäumen es so auch oft, eben genau an dieser Vertrauensbasis des Alltags zu arbeiten, ohne die wir kein Vertrauen in Ausnahmefällen erwarten können.</p>
<p>Vertrauen zeigt sich für mich auch,</p>
<ul>
<li>wenn mein Pferd etwas Gruseliges sieht und ich ihm sage: &#8220;Es ist ok.&#8221; und es geht dann hin, um sich die Sache anzuschauen,</li>
<li>wenn ich merke, dass mein Pferd im Gelände überall Geister sieht, aber trotzdem bei mir bleibt und mir zuhört,</li>
<li>wenn mein Pferd im Auslauf liegt und ich hingehen und es streicheln darf,</li>
<li>u.a.</li>
</ul>
<p>Viele kleine Vertrauensmomente machen größerer Vertrauensmomente möglich, deshalb baut für mich das Miteinander mit dem Pferd auf ganz, ganz vielen einzelnen Elementen auf. Ich kann nicht erwarten, dass mir ein Pferd im Gelände vertraut, wenn es schon am Anbinder Angst hat, dass ihm etwas passiert. Und ich kann nicht erwarten, dass mein Pferd z.B. mit mir auf den Hänger geht, wenn es schon beim einfachen Führen daran zweifelt, ob es eine gute Idee ist, mit mir zu kommen.</p>
<p>Und Vertrauen zeigt sich dann natürlich,</p>
<ul>
<li>wenn ich auf Aramis sitze und Anthony als Handpferd habe und uns ein Traktor entgegenkommt und ich oben bleiben kann, weil mir beide glauben, wenn ich ihnen vermittle, dass alles ok ist,</li>
<li>wenn wir einen Motor-Cross-Fahrer oder einen Panzer im Wald begegnen und ich einfach auf Aramis sitzen bleiben kann und wenn Anthony in solchen Situationen sich von mir führen lässt, ohne sich losreißen zu wollen,</li>
<li>wenn ich Aramis im Gelände das Kopfstück abnehme und wir unsere Runde so beenden oder wenn ich sogar gleich vom Stall weg nur mit Halsring losreiten kann.</li>
</ul>
<p>Babette schrieb darüber, dass wir nicht auf die großen, spektakulären Dinge schauen sollten &#8211; und genau das kann ich nur unterschreiben! Auch wenn z.B. das kopfstücklose Reiten sicher schon recht spektakulär ist, so kommt es gar nicht darauf an, das auch nachmachen zu können. Es kommt auf das an, was zwischen Aramis und mir ist, dass es uns möglich macht, so unterwegs zu sein. Und das Hinarbeiten darauf besteht aus unzähligen, kleinen Einzelschritten, die alle für sich genommen unscheinbar sind. Die großen Vertrauensmomente sind ein Geschenk, das wir erhalten können, wenn wir uns viele, viele kleine Momente gemeinsam erarbeiten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Respektloses Rückwärtsrichten</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/06/02/respektloses-ruckwartsrichten/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 02:36:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe in all meinen Pferdejahren schon vieles ausprobiert, habe mir viele Trainer angeschaut, habe viele Kurse besucht und habe viel gelesen. Manches hat mich weitergebracht, manches nicht und manches erscheint mir aus heutiger Sicht schlicht und einfach als Unfug.
Grober Unfug besteht für mich z.B. in der immer wieder gerne verbreiteten Methode, Pferde durch energisches [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe in all meinen Pferdejahren schon vieles ausprobiert, habe mir viele Trainer angeschaut, habe viele Kurse besucht und habe viel gelesen. Manches hat mich weitergebracht, manches nicht und manches erscheint mir aus heutiger Sicht schlicht und einfach als Unfug.</p>
<p>Grober Unfug besteht für mich z.B. in der immer wieder gerne verbreiteten Methode, Pferde durch energisches Rückwärtsrichten &#8220;Respekt beizubringen&#8221;.  Genau das hatte ich nicht nur an verschiedenen Stellen gelesen, sondern auch in Vorführungen in der Anwendung gesehen. Ich bereue bis heute, dass ich damals diesen Ansatz übernommen habe, ohne zu hinterfragen, wie viel Sinn (oder eben Unsinn) in der Sache steckt. Ich möchte heute darüber schreiben, weil ich hoffe, dass sich so vielleicht manch einer diesen Fehlgriff ersparen kann (und vor allem seinem Pferd!).</p>
<p>Mein Aramis ist eine wundervolle Pferdepersönlichkeit &#8211; offen, sensibel und grundehrlich. Nun ist er aber auch groß und kräftig und hat eigene Vorstellungen &#8211; etwas, das immer wieder gerne als &#8220;dominant&#8221; interpretiert wird. Ich, von meinen ersten Pferdejahren stark darauf geprägt, mich durchsetzen zu müssen, sah in dem Rückwärtsrichten eine überzeugende Möglichkeit, meinem Pferd zu zeigen, &#8220;wer der Chef ist&#8221;.</p>
<p>Ich setzte das also im Alltag ein, immer dann, wenn ich meinte, dass mein Pferd &#8220;mehr Respekt&#8221; zeigen sollte. Wie sehr ich damit auf dem Holzweg war, wurde mir dann erst auf einem Seminar klar, das ich mit Aramis besuchte.</p>
<p>In diesem Seminar wurde Aramis natürlich auch als &#8220;dominant&#8221; bezeichnet und mir wurde gesagt, dass ich ihn energisch rückwärts schicken soll, damit er lernt, mich zu respektieren. Das kannte ich ja schon, lernte nun aber, dass ich das noch mit viel mehr Nachdruck tun sollte. Also schlackerte ich meinem Pferd den Führstrick-Karabiner um die Ohren und schickte ihn ohne jeden Anlass rückwärts, einfach nur um Chef zu sein. Ich war dabei nicht besonders freundlich, denn es sollte ja &#8220;energisch&#8221; sein und wurde genau dafür gelobt. Dasselbe machte dann etwas später auch noch eine Ko-Trainerin, die der Meinung war, mein Pferd sei zu aufdringlich.</p>
<p>Aramis ist wirklich ein durch und durch freundliches Tier und er hat einen tollen Humor. Es braucht viel, um ihn wütend zu machen. In diesem Seminar habe ich mein Pferd wütend erlebt, richtig wütend.</p>
<p><span id="more-1375"></span></p>
<p>Heute ist mir klar, dass er damals auf die bodenlose Unverschämtheit reagierte, mit der wir ihn grundlos und viel zu aggressiv rückwärts schickten. Heute weiß ich, dass<strong> ich</strong> mit diesem Rückwärtsrichten respektlos war und nicht er. Und heute würde ich mir jeden zur Brust nehmen, der auch nur halb so energisch gegen meine Pferde vorgehen würde.</p>
<p>Meine beiden Pferde, selbstbewusst und mit eigenen Ideen ausgestattet, gehen auf ein leises Gertenzeichen oder Handzeichen einen höflichen Schritt zurück, wenn ich sie darum bitte, weil sie mir z.B. zu nah gekommen sind oder ich durch möchte. Dieser eine Schritt ist es, der für mich respektvolles Miteinander ausmacht &#8211; meine <strong>freundliche </strong>Bitte und ihre <strong>Bereitschaft, Platz für mich zu machen</strong>.</p>
<p><strong>Respekt ist keine Einbahnstraße.</strong> Ich kann keinen Respekt erwarten, wenn ich nicht selbst respektvoll bin. Und ein Pferd grundlos energisch rückwärts zu richten, ist aus Pferdesicht respektlos. Pferde, die so aggressiv sind, das ein anderes Pferd vor ihnen ein größeres Stück rückwärts weichen muss, sind keinesfalls geschätzte Herdenchefs, sondern fast immer Bullys, die sich ihre ranghohe Position durch Aggressionen sichern.</p>
<p>Pferde meterweise mit schlenkernden Seilen oder fuchtelnden Gerten rückwärts zu schicken, zeigt für mich heute vor allem, dass der Mensch, der das tut, wenig von einem respektvollen Miteinander versteht. Denn das energische Rückwärtsschicken ist fast immer pure Ungerechtigkeit dem Pferd gegenüber.</p>
<p>Ein Pferd rückwärts gehen zu lassen, hat eine große psychologische Wirkung. Als Strafmaßnahme kann so etwas allenfalls bei wirklich groben Übergriffen eines Pferdes angemessen sein, also wenn das Pferd z.B. gezwickt oder arg grob gerempelt hat. Aber selbst da reichen drei, vier Schritte und dann muss auch wieder gut sein. Und ich muss danach besser aufpassen, dass ich es gar nicht erst zu solchen Übergriffen kommen lassen, denn in diesem Fall habe ich versäumt, die kleinen Anfragen und Grenzüberschreitungen, die immer erst kommen, zu beantworten.</p>
<p>Ich habe übrigens einen ziemlich hohen Preis für meinen unüberlegten Ausflug in die unsinnige Welt der Dominanztheorien bezahlt: Aramis verband mit jeglichem Rückwärtsgehen nur noch Negatives, auch vom Sattel aus. Das interpretierte ich damals leider auch als Ungehorsam meines Pferdes und versuchte, es entsprechend durchzusetzen. Erst mit Babettes Hilfe haben wir uns das Rückwärtsrichten neu erarbeiten können, so dass ich es heute wenigstens hin und wieder als sinnvolle, <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2010/09/16/aramis-und-das-ruckwartsgehen/" target="_blank">gymnastizierende Übung</a> einsetzen kann.</p>
<p>Ich habe Aramis versprochen, dass ich es nie wieder zur &#8220;Erziehung&#8221; nutzen werde.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/05/raps_aramis9.jpg"></a><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/05/DSC_0099.jpg"></a><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/05/DSC_00991.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1378" title="DSC_0099" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/05/DSC_00991.jpg" alt="" width="403" height="300" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vorsicht: Fehlinterpretationen lauern überall!</title>
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		<pubDate>Thu, 26 May 2011 02:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich bei der Hufpflege: Anthony hatte keine Lust und zeigte das anthony-typisch sehr deutlich. Er quengelte und nörgelte, zog weg und hampelte herum. Mein Hufpfleger bewies eine Engelsgeduld und blieb vollkommen ruhig und gelassen. Der Kleine fügte sich und machte dann recht gut mit. Beim letzten Hinterhuf fing er allerdings wieder an, rumzuzicken und zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich bei der Hufpflege: Anthony hatte keine Lust und zeigte das anthony-typisch sehr deutlich. Er quengelte und nörgelte, zog weg und hampelte herum. Mein Hufpfleger bewies eine Engelsgeduld und blieb vollkommen ruhig und gelassen. Der Kleine fügte sich und machte dann recht gut mit. Beim letzten Hinterhuf fing er allerdings wieder an, rumzuzicken und zwar richtig. Wollte nicht stehen, wollte den Huf nicht oben lassen und zog kräftig gegen. Mein Hufpfleger ließ darauf den Huf herunter &#8211; und, siehe da: Anthony musste äppeln.</p>
<p>Viele hätten in derselben Situation sicher gesagt: <em>&#8220;Der braucht mal eine klare Ansage, so ungezogen wie der ist.&#8221;</em> und hätten geschimpft oder auch zugelangt. <em>&#8220;Das kann man einem Pferd nicht durchgehen lassen.&#8221;</em> hört man dann oft.</p>
<p>In diesem Fall wäre das aber (wie wahrscheinlich sehr, sehr oft) eine komplette Fehlinterpretation gewesen und darüber hinaus höchst unfair: Denn, obwohl Anthony keine Lust auf die Hufpflege hatte, hatte er sich gefügt und wirklich ziemlich brav mitgemacht. Hätten wir ihn nun für das Gehampel beim letzte Hinterhuf gestraft oder gar geschlagen, hätte er &#8211; zu Recht &#8211; die Welt nicht mehr verstanden! Was für eine Botschaft wäre das für ihn gewesen? Ich möchte behaupten, dass wir ihn damit die Hufpflege garantiert nicht schmackhafter gemacht hätten&#8230;</p>
<p>Nach dem Äppeln stand er wieder ruhig und ich war einmal mehr froh, meine alten Verhaltensmuster durchbrochen zu haben und den Kleinen nicht bestraft zu haben.</p>
<p>Achtet mal bewusst darauf, wie oft ihr davon ausgeht, dass Euer Pferd &#8220;ungezogen&#8221; ist und ihr das unterbinden müsst und fragt Euch lieber einmal mehr als einmal zu wenig, ob es vielleicht <strong>einen guten Grund</strong> haben könnte. Es ist, zugegebenermaßen, nicht immer so offensichtlich wie in dem geschilderten Beispiel, aber je mehr ich darauf achte, desto öfter finde ich die Ursache für vermeintliche &#8220;Unartigkeiten&#8221; bei den Menschen, nicht bei den Pferden&#8230;</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/05/anraps1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1301" title="anraps1" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2011/05/anraps1.jpg" alt="" width="403" height="307" /></a></p>
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