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	<title>Tanias Hafi-Blog</title>
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	<description>Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger.  HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt - klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link "Den ganzen Beitrag lesen".</description>
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		<title>Immer schön gleichmäßig?</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 02:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erkenntnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Grundregel, die mir von Beginn an beim Reiten und der Pferdeausbildung eingeschärft wurde, lautet: Immer beide Seiten gleich arbeiten! Wie bei vielen Regeln, macht es Sinn auch diese einmal ein bisschen zu hinterfragen. Wenn ich davon ausgehen könnte, dass mein Pferd auf beiden Seiten &#8220;gleich&#8221; ist, also entweder gleich gut oder schlecht bemuskelt, gleich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Grundregel, die mir von Beginn an beim Reiten und der Pferdeausbildung eingeschärft wurde, lautet: Immer beide Seiten gleich arbeiten! Wie bei vielen Regeln, macht es Sinn auch diese einmal ein bisschen zu hinterfragen.</p>
<p>Wenn ich davon ausgehen könnte, dass mein Pferd auf beiden Seiten &#8220;gleich&#8221; ist, also entweder gleich gut oder schlecht bemuskelt, gleich gut oder schlecht geschmeidig und gleich gut oder schlecht zu den einzelnen Lektionen fähig, würde es Sinn machen, beide Seiten immer gleich zu trainieren. Da wir es aber bei Pferden immer mit einer natürlichen Händigkeit (wie bei uns Menschen auch) und Schiefe zu tun haben, sind eben beide Seiten nie gleich. Genau da setzen wir ja mit unserer Gymnastizierung an, wir wollen diese natürlichen Unterschiede möglichst ausgleichen, damit unser Pferd seine Muskeln und Gelenke gleichmäßig belastet. Wenn ich es aber mit ungleichen Seiten zu tun habe, liegt doch nahe, dass ich die Seiten auch verschieden trainieren muss, wie sonst könnte ich den Unterschied ausgleichen?</p>
<p>Hinzu kommt die Tatsache, dass es für ein Pferd auf seiner  &#8220;schlechten&#8221; Seite fast immer viel anstrengender ist, Lektionen  auszuführen. Würde ich da dieselben Erwartungen wie auf der guten Seite  haben, würde ich mein Pferd schnell überfordern und ggf. auch einen  kräftigen Muskelkater riskieren, der ihm die nächsten Reit- oder Arbeitseinheit sicher  verleiden wird.</p>
<p>Damit aber trainiere ich beide Seiten ungleich. Widerspricht das also der Grundregel? Nur dann, wenn man die Grundregel so auslegt, dass man wirklich exakt dasselbe auf jeder Seite machen muss. Viel sinnvoller ist aus meiner Sicht, die Forderung, beide Seiten gleich zu arbeiten, so zu deuten, dass man die Seiten &#8220;seitengerecht&#8221; fördert, also genau schaut, welche Probleme ein Pferd jeweils auf der Seite hat und das Training darauf abstimmt, diese Probleme zu lösen.</p>
<p><strong><span id="more-1721"></span>Ein Beispiel</strong></p>
<p>Mir kamen all diese Gedanken neulich beim Galopp. Anthony kann auf  der einen Hand schon richtig schön gesetzt angaloppieren  und auch ganze Zirkelrunden locker durchgaloppieren. Auf der anderen Hand  entgegen kippt er je nach Tagesform noch stark nach innen oder gerät  beim Angaloppieren erstmal in einen Stechtrab. Es würde nun überhaupt  keinen Sinn machen, wenn ich ihn auf beiden Seiten gleich lang  galoppieren lasse! Im Gegenteil: Ich muss die noch schwache Seite  behutsam fördern, was ich durch mehrfaches Angaloppieren mache, ohne  Strecke zu fordern. Auf der guten Seite hingegen lasse ich ihn dann  durchaus mal zwei, drei Runden galoppieren.</p>
<p>Ich arbeite also  nicht beide Seiten gleich, aber ich versuche, beide Seiten <strong>ausgeglichen</strong> zu fördern. Genauso wenig, wie ich auf der schwachen Seite rundenweise  Galopp fordern sollte (weil das nur in einer wüsten Rennerei ausarten  würde), sollte ich den Galopp dort aussparen. Ich muss mir überlegen, wie ich  ihn auf der schwachen Seite gezielt fördern kann, damit Anthony  mittelfristig auch auf dieser Hand so gut galoppiert, wie auf der  anderen.</p>
<p>Und um die Sache noch ein bisschen komplizierter für uns Menschen zu machen, müssen wir auch noch jeden Tag neu schauen, wie unser Pferd heute drauf ist. Denn was gestern noch ganz leicht ging, kann heute wieder fast unmöglich sein und wenn ich gestern dachte, meinem Pferd fällt rechts die Innenbiegung schwer, so kann es morgen links ein Problem sein.</p>
<p><strong>Fazit: Bedarfsgerecht trainieren!</strong></p>
<p>Es darf also aus meiner Sicht beim Training nie darum gehen,  stur ein Programm für beide  Seiten abzuarbeiten, sondern wir müssen uns immer wieder mit  Köpfchen UND Einfühlungsvermögen überlegen, wie man die Schwächen  eines Pferdes fördern und das, was  es schon gut kann, ausbauen kann. Dann wird das Training effektiv.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/05/trabbesser.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1745" title="trabbesser" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/05/trabbesser.jpg" alt="" width="403" height="264" /></a></p>
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		<item>
		<title>Ich lerne täglich dazu</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/05/01/ich-lerne-taglich-dazu/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 02:29:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erkenntnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Mich verwundert es immer ein bisschen, wenn ich Pferdemenschen nach einer Weile wiedersehe und ich den Eindruck gewinne, dass sie alles noch genauso machen wie zu dem Zeitpunkt, als ich sie das letzte Mal gesehen habe. Die gleichen Handgriffe, die gleichen Lektionen, die gleichen Abläufe, die gleiche Ansprache, der gleiche Umgang. Ich komme dann regelmäßig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mich verwundert es immer ein bisschen, wenn ich Pferdemenschen nach  einer Weile wiedersehe und ich den Eindruck gewinne, dass sie alles noch  genauso machen wie zu dem Zeitpunkt, als ich sie das letzte Mal gesehen  habe. Die gleichen Handgriffe, die gleichen Lektionen, die gleichen  Abläufe, die gleiche Ansprache, der gleiche Umgang.</p>
<p>Ich komme dann regelmäßig ins Grübeln, denn wenn ich mich mit mir  selbst vor zwei oder drei Jahren oder selbst noch im letzten Jahr  vergleiche, würde ich große Unterschiede benennen können. Und wenn ich  noch weiter zurückschaue, dann muss ich sagen, dass ich in den letzten  4 oder 5 Jahren mehr über und von Pferden gelernt habe als in den 15 Jahren  zuvor und dementsprechend habe ich sehr viel geändert in meinem Umgang  und Miteinander mit Pferden.</p>
<p>Für mich ist es tatsächlich so, dass ich nahezu täglich dazulerne.  Immer wieder gibt es Punkte, an denen ich innehalte und überlege, ob  mein Verhalten nützlich ist oder ob es nicht vielleicht auch anders  gehen würde. Jeden Tag neu kann ich Signale von meinen Pferden bekommen,  die ich deuten muss und die mich zum Umdenken auffordern.</p>
<p>Klar, dieses ständige Hinterfragen ist manchmal anstrengend und an  manchen Tagen gelingt es mir auch nicht sonderlich gut, so dass ich dann  an alten Mustern festhalte oder falsche Wege einschlage. Aber durch  meine grundsätzliche Bereitschaft zum Reflektieren gewinne ich sehr  viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Ich habe nicht das Gefühl,  dass ich &#8220;angekommen&#8221; bin oder dass ich inzwischen genug weiß. Auch nach über 32 Jahren, die ich nun schon mit Pferden verbringe, stelle ich immer  wieder fest, wie viel ich noch lernen muss und an wie vielen Punkten ich  immer noch weiter und weiter an mir arbeiten muss.</p>
<p>Aber macht genau das nicht das Zusammensein mit Pferden auch so  unendlich spannend? Dass wir die Chance haben, immer wieder neue  Erkenntnisse zu gewinnen und immer wieder neu von ihnen zu lernen.</p>
<p>Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass ich je &#8220;fertig sein&#8221; werde,  was meine Entwicklung mit den Pferden angeht. Denn mit jedem neuen Pferd  und auch mit jedem neuen Tag mit meinen eigenen Pferden kann ich etwas  lernen. Ich möchte mich weiterhin verändern, möchte mich  weiterentwickeln, möchte mit meinen Pferden wachsen. Und so bin ich  gespannt, wo ich z.B. im nächsten Jahr stehen werde und wie ich das, was  ich heute tue, dann bewerten werde. Und wie es in 5 Jahren aussehen  wird oder in 10 oder in 20&#8230;</p>
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		<item>
		<title>Das Problem ist der Mensch?!</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/04/17/das-problem-ist-der-mensch/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 02:59:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erkenntnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin immer sehr dankbar über Blog-Kommentare, die mich zum Nachdenken bringen. Auf meinen Beitrag über pferdegerechte Erziehung neulich kam der Denkanstoß, dass es nicht gut sei, zu behaupten, dass der Mensch das Problem sei, da das Schuldgefühle auslösen könne. Ich habe darüber viel nachgedacht. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich inzwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin immer sehr dankbar über Blog-Kommentare, die mich zum Nachdenken bringen. Auf meinen Beitrag über <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/04/03/erziehung-bitte-pferdegerecht/" target="_self">pferdegerechte Erziehung</a> neulich kam der Denkanstoß, dass es nicht gut sei, zu behaupten, dass der Mensch das Problem sei, da das Schuldgefühle auslösen könne. Ich habe darüber viel nachgedacht. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich inzwischen soweit gehen würde zu sagen, dass <strong>nur dann</strong>, wenn wir uns wirklich bewusst darüber sind, dass WIR das Problem in jeder Mensch-Pferd-Beziehung sind, wir überhaupt erst unsere Schuldgefühle überwinden und zu Lösungen finden können. Und das will ich gerne genauer ausführen:</p>
<p>Über viele Jahre habe ich den Fehler bei den Pferden gesucht, weil es mir so beigebracht wurde. Da waren die Pferde in meiner Vorstellung zu stur oder zu frech, zu wild oder zu unerzogen, sie waren ausgebufft, testeten mich oder forderten mich heraus. Es kam immer wieder zu z.T. hässlichen Auseinandersetzungen, die mir zwar leid taten, die aber aus meiner damaligen Sicht &#8220;vom Pferd gesucht&#8221; waren, schließlich hatte es mich provoziert. Und so dachte ich oft so etwas wie:</p>
<ul>
<li><em>&#8220;Ich habe doch keine Wahl, Erziehung muss schließlich sein.&#8221;<br />
</em></li>
<li><em>&#8220;Man darf sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen.&#8221;<br />
</em></li>
<li><em>&#8220;Wenn ich das durchgehen lasse, nutzt der das aus.<br />
</em></li>
<li><em>&#8220;Warum macht der Gaul auch immer nur solch einen Mist, der weiß es doch besser!&#8221;</em></li>
<li>usw<em>.<br />
</em></li>
</ul>
<p>Vielleicht kommen Euch solche Gedanken bekannt vor.</p>
<p>In dieser Zeit hatte ich massive Schuldgefühle. Mir taten meine Ausbrüche, die Auseinandersetzungen und meine &#8220;Erziehungsmaßnahmen&#8221; regelmäßig nicht nur leid, sondern ich schämte mich oft sehr. In manch stillen Stunden dachte ich sogar daran, die Reiterei aufzugeben, so schlecht fühlte ich mich.</p>
<p>Und nun kommt der Clou: Meine Schuldgefühle konnte ich erst dadurch überwinden, dass ich mir klar machte, dass tatsächlich ICH das Problem bin und eben nicht mein Pferd. Das klingt paradox, ist aber eigentlich ganz logisch: Mit der Akzeptanz, dass die Auseinandersetzungen nicht die Schuld meines Pferdes sind, sondern aus meinem eigenen Unvermögen entstehen, dass also ich immer wieder Situationen erschaffe, die unschön enden, begann ich zu ahnen, dass ich MICH zu ändern versuchen könnte und damit vielleicht auch die Situationen verändern könnte.</p>
<p><span id="more-1723"></span></p>
<p>Indem ich anfing, wirklich an mir zu arbeiten, konnte ich endlich den Teufelskreis aus <em>&#8220;Ich fühl mich mies dabei, aber ich muss es tun.&#8221; </em>durchbrechen, denn nichts von dem, was ich glaubte, was unbedingt sein musste, musste wirklich sein! Ich musste meine Pferde nicht strafen, ich musste mich nicht durchsetzen, ich musste nicht &#8220;Boss&#8221; sein. Alles, was ich tun musste, war:</p>
<ul>
<li>war mich damit auseinandersetzen, was ich da eigentlich für ein Wesen vor mir habe,</li>
<li>was dieses Wesen braucht,</li>
<li>was es bewegt (im realen, wie im übertragenen Sinn),</li>
<li>was es überfordert, was es ängstigt und was ihm Stress bereitet,</li>
<li>was nötig ist, damit es sich entspannen und wohlfühlen kann,</li>
<li>was nötig ist, damit es mich verstehen kann,</li>
<li>wie ich es motivieren kann</li>
<li>und vor allem, wie ich es schaffe, dass es mir vertrauen kann.</li>
</ul>
<p>Wir Menschen treffen die Entscheidung, Pferde zu halten und Pferde nutzen zu wollen. Damit muten ihnen vieles zu, das nicht ihrer Art und ihrem Wesen entspricht (das fängt bei der Haltung an, geht über das, was wir im Umgang von ihnen wollen bis hin zu den oft hohen Erwartungen, die wir &#8220;nutztechnisch&#8221; an sie haben). Natürlich kann uns dieser Gedanke Schuldgefühle machen, aber es gibt etwas viel Konstruktiveres, nämlich aus dieser Erkenntnis etwas ganz Entscheidendes zu entwickeln: und zwar <strong>Verständnis</strong> für unser Pferd.</p>
<p>Wenn unser Verständnis für unser Pferd die Basis wird, sehen wir, dass das meiste von dem, was wir von unseren Pferden verlangen oder ihnen auch zumuten, nicht ihrer Art entspricht und dass all das, was wir mit ihnen machen, nur möglich ist, da sie so anpassungsfähig und friedfertig sind. Damit verkläre ich Pferde nicht, sondern ich würdige den großen Part, den sie dazu beitragen, dass wir sie überhaupt so nutzen können, wie wir es tun; würden Pferde keine Bereitschaft mitbringen, sich auf uns einzulassen, könnten wir sie mit aller Gewalt nicht dazu bringen, da sie schlicht und einfach viel stärker sind als wir.</p>
<p>An dem Punkt, an dem ich akzeptierte, das ich durch meine Forderungen und Erwartungen automatisch &#8220;problematisch&#8221; für meine Pferde bin (da ich eben vieles von ihnen verlange, was ihrer Natur entgegenläuft), konnte ich mein mieses Gefühl, meine Schuldgefühle und meine falschen Ansätze mehr und mehr zu Gunsten einer Vorgehensweise loslassen, die mir ermöglicht, immer weniger ein Problem zu sein. Und zwar in dem ich immer pferdegerechter handele. Seitdem habe ich immer weniger Auseinandersetzungen und immer weniger Grund für Schuldgefühle.</p>
<p>Und so bleibe ich bei der Aussage, dass immer der Mensch das Problem ist, weil genau darin die Lösung liegt. <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/04/DSC_0169_2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1732" title="DSC_0169_2" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/04/DSC_0169_2.jpg" alt="" width="403" height="273" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Erziehung bitte pferdegerecht</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 02:31:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute gibt es mal wieder einige Gedanken dazu, wie wir – oft unwissentlich – unsere Pferde nerven. Geschrieben hatte ich dazu bereits über die Themen Stimme, Streicheln, Klarheit und darüber, nie zufrieden zu sein. Heute geht es um pferdegerechte Erziehungsmaßnahmen. In all den Jahren, in denen ich nun mit Pferden zu tun habe (und das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute gibt es mal wieder einige Gedanken dazu, wie wir – oft unwissentlich – unsere <a href="../2011/02/24/nerv-nicht/">Pferde nerven</a>. Geschrieben hatte ich dazu bereits über die Themen <a href="../2011/03/31/die-sache-mit-der-stimme/">Stimme</a>, <a href="../2011/04/21/stopp-dem-streichelzwang/">Streicheln</a>, <a href="../2011/08/18/mehr-klarheit-bitte/">Klarheit</a> und darüber, <a href="../2011/08/25/nie-zufrieden/">nie zufrieden zu sein</a>. Heute geht es um pferdegerechte Erziehungsmaßnahmen.</p>
<p>In all den Jahren, in denen ich nun mit Pferden zu tun habe (und das  sind inzwischen einige <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  ), habe ich verschiedenste Ansätze im Umgang  mit Pferden kennen gelernt. Zu Beginn probierte ich vieles sofort selbst  aus, immer auf der Suche nach DER Methode und DEM Weg. Nicht nur, dass  ich mit diesen Wechseln mein Pferd genervt habe (nach dem Motto <em>&#8220;Heute ist wieder alles ganz anders.&#8221;)</em>,  sondern ich habe auch viel Unfug bei diesen Ausprobierereien mit meinen  Pferden gemacht. Ich habe Leuten geglaubt, die mir erzählten, ich müsse  mein Pferd unterwerfen und ich habe Leuten geglaubt, die mir sagten,  mein Pferd würde mich nicht ernst nehmen. Ich habe versucht, &#8220;wie ein  Pferd&#8221; zu sein, ich habe versucht, &#8220;ranghoch&#8221; zu werden und vieles mehr.  Und mit all dem habe ich meine Pferde ganz schön genervt.</p>
<p>Nie werde ich die Teilnahme an einem Kurs vergessen, in dem man mir  sagte, mein Aramis wäre zu frech und ich müsse dominanter sein. In  diesem Kurs hat mein grottenbraves Pferd zum ersten Mal gebissen – nicht  zu Beginn, sondern NACH Anwendung der &#8220;tollen&#8221; Erziehungsmethoden. Das  war seine klare Antwort auf den Unsinn, den ich da gemacht habe.</p>
<p>Heute sehe ich sehr deutlich, dass ich früher viel zu wenig geprüft  habe, ob all die Tipps und Ansätze, auf die ich gehört habe, wirklich <strong>pferdegerecht</strong> waren. Ob sie tatsächlich dem Wesen Pferd entsprechen und deshalb vom  Pferd nachvollziehbar und verständlich sind. Ob die Methoden, die ich  wählte, mich MIT dem Pferd arbeiten ließen und nicht dagegen. Ob ich mit  dem, was ich tat, meine Pferde nicht nur erreichen, sondern auch im  besten Sinne fördern konnte.</p>
<p><span id="more-1712"></span></p>
<p><strong>Oft ist der Ansatz schon falsch</strong></p>
<p>Viele Methoden der Pferdeerziehung setzen aus meiner Sicht schon an  der Wurzel falsch an: Sie gehen davon aus, dass wir unsere Pferde  dominieren müssen und das dann auch noch möglichst &#8220;wie ein Pferd&#8221;. Nun  ist aber kein Pferd der Welt so dumm, einen Menschen für ein Pferd zu  halten. Wenn wir also Pferd spielen, erreichen wir eher, dass wir uns  lächerlich machen oder unser Pferd nerven, als dass wir es beeindrucken  können. Und es ist letztlich auch vollkommen egal, welche Hilfsmittel wir  benutzen (die uns ja dann alle als absolut unerlässlich verkauft  werden). Wir werden kein besserer Pferdemensch, wenn wir ein bestimmtes  Halfter oder einen besonderen Stock haben &#8230;</p>
<p>Entscheidend ist immer, ob  wir bereit sind, uns auf das Wesen einzulassen, mit dem wir es da zu tun  haben, also mit dem Pferd. Ob wir bereit sind, es zu verstehen, seine Bedürfnisse zu erkennen und unsere Wünsche dem Pferd so zu vermitteln, dass es nicht nur verstehen kann, was wir möchten, sondern dass es im Idealfall sogar Spaß an unseren Vorschlägen hat.</p>
<p><strong>Eine offene Checkliste</strong></p>
<p>Ok, was sind also pferdegerechte Erziehungsmethoden? Eine  erschöpfende Antwort habe ich darauf leider auch nicht. Aber ich habe  mal eine kleine Checkliste von Punkten erstellt, die ich für wichtig  halte.</p>
<p>Aspekte, die aus meiner Sicht ein pferdegerechter Weg der Erziehung und Ausbildung beachten muss:</p>
<ul>
<li>dass Pferde keine Maschinen bzw. Sportgeräte sind, die auf  Knopfdruck funktionieren und ständig nach unserem Belieben zur Verfügung  zu stehen haben,</li>
<li>das jedes Pferd eine eigene Persönlichkeit hat, der wir gerecht werden müssen,</li>
<li>dass Pferde sehr soziale Tiere sind, die grundsätzlich auf Kooperation geeicht sind und gefallen wollen,</li>
<li>dass Pferde uns nicht willentlich durch Widersetzlichkeiten ärgern, sondern dass diese immer eine Ursache haben,</li>
<li>dass fast immer der Mensch das Problem ist, nicht das Pferd,</li>
<li>dass Pferde Fluchttiere sind und oft den Kopf mit gruseligen Dingen voll haben, die uns nicht mal auffallen,</li>
<li>dass Pferde nur dann gut lernen, wenn die Atmosphäre freundlich, locker und entspannt ist,</li>
<li>dass Pferde uns überhaupt erst einmal vertrauen müssen, um sich in unserer Gesellschaft entspannen zu können,</li>
<li>dass Vertrauen nicht durch Gewalt zu erreichen ist,</li>
<li>dass Pferde (wie alle Lebewesen) viel besser durch positive Bestätigung motivierbar sind als durch Druck und Strafe,</li>
<li>dass man Pferde nicht einfach zu etwas zwingen darf, sondern dass es  unsere Aufgabe als Mensch ist, ihnen das, was wir von ihnen möchten, so  zu vermitteln, dass sie es gerne und freudig tun.</li>
</ul>
<p>Das ist eine ganz beachtliche Liste, die, wenn ich sie anwende, für mich zu einer sehr distanzierten Sicht diverser bestehender Erziehungsansätze von Pferden führt. Diese Liste ist  aus den Erkenntnissen entstanden, die ich gewonnen haben, seitdem ich  bereit bin, mich wirklich mit dem zu befassen, was Pferde ausmacht, also  sie erst einmal kennen zu lernen, bevor ich etwas von ihnen will.</p>
<p>Habt Ihr vielleicht noch Ergänzungen?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gruseltage</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/03/20/gruseltage/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 03:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verhalten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde, es ist immer wieder spannend zu erleben, wie unterschiedlich ein Pferd drauf sein kann. Anthony ist von seinem Grundcharakter her eher ein Energiesparmodell. Bevor er sich zu viel bewegt, wird lieber erstmal gründlich überlegt, ob das alles nötig ist und im Zweifelsfall bleibt er lieber stehen, als dass er einen Sprint einlegt. Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde, es ist immer wieder spannend zu erleben, wie unterschiedlich ein Pferd drauf sein kann. Anthony ist von seinem Grundcharakter her eher ein Energiesparmodell. Bevor er sich zu viel bewegt, wird lieber erstmal gründlich überlegt, ob das alles nötig ist und im Zweifelsfall bleibt er lieber stehen, als dass er einen Sprint einlegt. Aber es gibt diese Tage, an denen alles ein bisschen anders ist und ich denke, das kennen viele von Euch auch von ihren Pferden.</p>
<p>Solche Tage nenne ich Gruseltage, denn an diesen Tagen ist einfach alles dazu angetan, sich zu erschrecken:</p>
<ul>
<li><em>&#8220;Wuah, der Traktor da, der frisst Haflinger, ganz sicher.&#8221; – &#8220;Nein, Anthony, der Traktor frisst keine Haflinger, das ist der Traktor, der täglich an dir vorbeifährt und der dir noch nie was getan hat.&#8221; </em></li>
<li><em>&#8220;Auweia, schau mal da ein Baum und huch, noch einer.&#8221; – &#8220;Ja, Anthony im Wald gibt es häufig mal Bäume, die gehören da hin.&#8221;</em></li>
<li><em>&#8220;Ojemine, der Findling da lauert mir auf, gleich springt er mich an!&#8221; – &#8220;Nein, Anthony, der Findling wird einfach da liegen bleiben, wie er schon seit Jahren an genau dieser Stelle liegt.&#8221; </em></li>
</ul>
<p>Ihr wisst, was ich meine.</p>
<p>An diesen Tagen reite ich eher einen Flitzebogen als ein Pferd. Früher fand ich das einfach nur schrecklich. Nicht nur, weil ich Angst hatte, sondern weil ich immer dachte, ich müsse etwas dagegen tun. Schließlich sollte er sich das Scheuen nicht angewöhnen. Veräppelt er mich vielleicht gar und ich muss mich durchsetzen? Gerade einem jungen Pferd darf man ja keine Flausen durchgehen lassen, nicht wahr? Oder vertraut er mir einfach nicht? Bin ich kein guter Führungsmensch? Habe ich doch alles falsch gemacht in seiner Ausbildung?</p>
<p>Mit all diesen Gedanken habe ich die Situation natürlich eher schlimmer als besser gemacht. Meine Sorgen führten zu Anspannung auf meiner Seite, was Anthony wiederum als Echo auf seine Anspannung aufnahm und sich bestätigt fühlte, nach dem Motto: <em>&#8220;Ha! Ich habe recht, auch sie macht sich Sorgen.&#8221;</em> Und so können sich Mensch und Pferd wunderbar in eine Hysterie-Spirale hineinsteigern.</p>
<p><span id="more-1692"></span></p>
<p>Heute gehe ich mit diesen Tagen ganz anders um. Ich bleibe ruhig und gelassen, weil ich weiß, dass diese Tage kommen und auch wieder gehen. Ich bleibe freundlich und beruhige mein besorgtes Pferd. Und ich passe meine Forderungen seiner Stimmung an. An einem solchen Tag probiere ich erst gar nicht, ob ein Galopp möglich ist und ich meide ggf. auch den Trab, wenn er sich dabei noch mehr aufspielt. Wir machen dann einfach eine Schrittrunde. Und wenn selbst das noch zu aufregend ist, steige ich ab und führe.</p>
<p>Wir dürfen nie vergessen, dass wir es mit einem <strong>Fluchttier</strong> zu tun haben und es liegt in der Natur eines Fluchttieres, fluchtbereit zu sein. So gut wir unsere Pferde auch auf alles Mögliche vorbereiten, so viel wir mit ihnen trainieren und so oft sie vollkommen gelassen sind, so bricht manchmal einfach ihre Natur durch. Das kann der Frühling sein oder etwas liegt in der Luft oder es ist einfach an diesem Tag alles beängstigender als sonst. Wenn wir an solchen Tagen versuchen, uns &#8220;durchzusetzen&#8221; oder unser Pferd mit <em>&#8220;Nun reiß dich mal zusammen, du bist hier schon x-mal vorbeigegangen!&#8221;</em> anmotzen, verkennen wir das Pferd-Sein. Für ein Pferd in der freien Wildbahn ist es überlebensnotwendig, die Umgebung immer genau im Blick zu haben und sich im Zweifelsfall einmal zu viel Sorgen zu machen als einmal zu wenig.</p>
<p>Die meisten unserer Pferde blenden ihre natürlichen Instinkte für uns aus. Wenn sie dann aber einmal durchbrechen, habe ich heute einfach nur Verständnis dafür.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Unbeschwertheit</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 02:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Wisst Ihr, was das Schönste für mich im Umgang mit Pferden ist? Unbeschwertheit. Diese zauberhafte Leichtigkeit, Freiheit und Absichtslosigkeit, dieses spielerische &#8220;Einfach nur sein&#8221;. Und wisst Ihr, was oft das Schwierigste für mich im Zusammensein mit meinen Pferden ist? Ja, genau: Unbeschwertheit. Ich denke, das geht vielen so. Denn Unbeschwertheit mit einem Pferd zu erreichen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wisst Ihr, was das Schönste für mich im Umgang mit Pferden ist? Unbeschwertheit. Diese zauberhafte Leichtigkeit, Freiheit und Absichtslosigkeit, dieses spielerische &#8220;Einfach nur sein&#8221;. Und wisst Ihr, was oft das Schwierigste für mich im Zusammensein mit meinen Pferden ist? Ja, genau: Unbeschwertheit.</p>
<p>Ich denke, das geht vielen so. Denn Unbeschwertheit mit einem Pferd zu erreichen, heißt, zunächst selbst unbeschwert zu sein. Selbst ein leichtes und freies Herz zu haben. Und das ist doch oft so schwer, findet Ihr nicht?</p>
<p>Ich spiele ja viel mit meinen Pferden und arbeite frei mit ihnen. Aber  es gibt da enorme Unterschiede auch in diesen Einheiten. Denn auch im &#8220;freien Spiel&#8221; kann man Druck  machen, auch im &#8220;freien Spiel&#8221; kann genau das &#8220;freie Spiel&#8221; verloren gehen. Das passiert mir manchmal, ohne dass ich es merke. Hinterher  fühlt sich die Einheit dann aber nicht stimmig an, irgendwie eben nicht  leicht, sondern es war zäh. Wenn ich hingegen unbeschwert bin, dann sind es auch meine Pferde und eine solche Einheit ist belebend und beglückend für uns alle.</p>
<p>Die Crux ist, dass wir fast alle mehr oder weniger beschwert zu unseren Pferden kommen, denn kaum einer ist frei von Sorgen, Problemen, Stress u.ä. Und wir sehnen uns nach eben dieser Leichtigkeit und Unbeschwertheit, um loslassen und entspannen zu können. Der Punkt aber ist der, dass es genau so herum leider fast nie funktioniert.</p>
<p>Ja, manchmal können uns unsere Pferde aus einer dunklen Stimmung herausholen oder uns unseren Stress mit ihren Samtnüstern wegblasen. Aber im Normalfall führen unser Stress und unsere Belastungen dazu, dass sich auch unsere Pferde verspannen. Sie spüren genau, mit wie viel Anspannung wir zu ihnen gehen. Wenn sich in der Herde ein anderes Pferd anspannt, ist das für alle ein Warnsignal – irgendetwas ist im Busch. Dieses Programm sichert in der freien Wildbahn das überleben und genau das können selbst noch so menschengewöhnte Pferde nie ganz ablegen. Hier sehe ich die Ursache dafür, warum wir mit unseren Pferde oft gerade an den Tagen, an denen wir uns so sehr nach einer <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2012/02/28/sternstunden/" target="_blank">Sternstunde</a> sehnen, das genaue Gegenteil erleben: ein verunsichertes, verspanntes und schreckhaftes Pferd.</p>
<p><span id="more-1672"></span></p>
<p>Ich halte es inzwischen so: Je mehr Stress ich selbst habe und je angespannter ich bin, desto weniger erwarte ich von meinen Pferden. Ich achte gerade an solchen Tagen ganz besonders aufmerksam auf ihr Verhalten und wenn ich z.B. feststelle, dass Anthony genau an diesem Tag sich wieder zu dem Haps-Monster verwandelt, das er früher war oder Aramis seinen sorgenvollen Blick aufsetzt, weiß ich, dass ich meinen Pferden gerade Stress mache. Ich nehme das dann als Anlass zu überprüfen, ob es mir gelingt, meinen Geist frei zu machen von den Dingen, die mich belasten (wenigstens für die Zeit, die ich bei meinen Pferden bin) und ob ich mich entspannen kann. Gelingt mir das, bekomme ich fast immer sofort eine Reaktion von meinen Pferden und unser Miteinander wird netter und leichter. Gelingt es mir nicht, entscheide ich mich dazu, wenig oder auch gar nichts zu machen, denn viel zu oft ist es mir schon passiert, dass ich in meiner Sehnsucht nach einem schönen Erlebnis mit meinen Pferden unschöne Szenen provozierte.</p>
<p>Tatsächlich sehe ich meine Pferde inzwischen ein bisschen wie Coaches in Sachen Unbeschwertheit. Sie spiegeln mir genau, wie frei und leicht ich gerade selbst bin und sie erkennen zuverlässig, wann meine Leichtigkeit aufgesetzt und wann sie echt ist. Früher fand ich das frustrierend, weil ich immer wieder damit konfrontiert wurde, meine Erwartungen herunterschrauben zu müssen. Inzwischen weiß ich, dass ich genau daraus unendlich viel für den Umgang mit Pferden, aber auch für mich selbst gelernt habe.</p>
<p>Unbeschwertheit lässt sich genauso wenig erzwingen wie die magischen Sternstunden, Unbeschwertheit ist ein Ergebnis nicht vom Wollen, sondern vom Loslassen.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/03/anundich.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1686" title="anundich" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/03/anundich.jpg" alt="" width="403" height="262" /></a></p>
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		<title>Und manchmal muss man eben doch &#8230;</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/02/21/und-manchmal-muss-man-eben-doch/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 02:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie sich Unlust beim Pferd überwinden lässt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/02/07/pferde-sind-auch-nur-menschen/" target="_self">letzten Beitrag</a> schrieb ich ja über die lange Pause, die ich mit Aramis eingelegt hatte, zum einen wegen meines eigenen Lebens aber auch wegen seiner Stimmungen, Wehwehchen und Krankheiten. Ich beendete diesen Artikel damit: <em>&#8220;Wenn wir in solchen Phasen uns in unser Pferd einfühlen, spüren wir,  wann es wieder bereit ist, etwas zu tun – und dann ist es gut, es wieder  zu fördern und aus der dunklen Phase herauszuholen. Aber nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe.&#8221;</em></p>
<p>Genau darum geht es mir in dem heutigen Text. Dass es eben manchmal auch nötig ist, die Unlust unseres Pferdes nicht als Fakt anzunehmen, sondern zu überlegen, wie man sie überwinden kann. Und das möglichst so, dass das Pferd wieder immer mehr Freude an der Arbeit gewinnt!</p>
<p>Aramis hat sich durchaus an sein &#8220;Lotterleben&#8221; gewöhnt. Nichts tun zu müssen, sondern lieber zu fressen und ein bisschen rumzustehen, scheint ihm im Moment durchaus attraktiv, während das nun wieder beginnende Training eben etwas anstrengender ist. Hinzu kommt, dass es ihm offenbar auch in der Hinterhand zwackt und alles mit fast 20 nicht mehr ganz so leicht fällt wie einem Jungspund. Der Rat meiner Osteopathin lautete: <em>&#8220;Tu was mit ihm.&#8221;</em> Tja, und so steht seine Unlust gegen gute gesundheitliche Gründe, das Training wieder aufzunehmen.</p>
<p>Mein altes Muster war, mich bei Unlust meines Pferdes einfach &#8220;durchzusetzen&#8221;, nach dem Motto: Watt mutt, datt mutt. Heute versuche ich, anders damit umzugehen.</p>
<p>Und zwar setze ich <strong>bei mir</strong> an. Wenn ich nämlich merke, dass Aramis eigentlich keine Lust hat, bin ich selbst schnell frustriert. Da versuche ich jetzt immer, sofort einzuhalten und meine eigene Lust auf die Trainingseinheit zu motivieren. Dann hole ich Aramis aus seiner Unlust ab, indem ich es direkt formuliere: <em>&#8220;Och, Aramis, nun mal nicht so zäh, du weißt doch, dass es dir gut tut, ein bisschen was zu tun.&#8221;</em> und muntere ihn auf.</p>
<p>Ganz wichtig dabei ist, dass ich <strong>nicht</strong> mehr Druck mache, sondern meine eigene Motivation und Freude an der Sache erhöhe. Ich lächele und lache, spreche freundlich und aufmunternd mit ihm und denke an schöne Sachen. Ich tue quasi so, als würden wir beide nichts Tolleres wissen, als jetzt gemeinsam ein bisschen zu arbeiten – und das funktioniert ziemlich gut. Nach einigen Runden werden die Bewegungen lockerer, das Gangbild wird klarer und noch ein bisschen später habe ich ein fröhliches Hafi-Tier, der fast zu sagen scheint: <em>&#8220;Hey, klasse!&#8221;</em></p>
<p>Mit Druck und &#8220;Durchsetzen&#8221; würde ich ihn vielleicht auch zum Laufen bringen, nicht aber zum <strong>freudigen</strong> Laufen. Und genau das ist mein Ziel. Denn nur wenn ihm die Arbeit Spaß macht, wird er sich trotz Zipperlein (die im Alter ja eher mehr werden), auf meine Vorschläge einlassen. Nur wenn er immer wieder die Erfahrung machen kann, für seine Unlust nicht bestraft zu werden, sondern wenn er erleben kann, wie wir da gemeinsam einen Weg herausfinden, wird er ohne Angst in die nächste Trainingsstunde gehen. Nur so kann ich im besten Fall in der nächsten Einheit ein Pferd haben, der von Beginn an sagt: <em>&#8220;Au ja!&#8221;</em> Und was gibt es Schöneres als das?</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/02/ar_lust.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1679" title="ar_lust" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/02/ar_lust.jpg" alt="" width="403" height="312" /></a></p>
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		<title>Pferde sind auch nur Menschen</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/02/07/pferde-sind-auch-nur-menschen/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 02:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Keine Sorge, wer bei dem Titel nun befürchtet, dass ich Pferde hoffnungslos vermenschliche Ich fand den Titel nur sehr passend, weil mir mal wieder klar wurde, dass wir unseren Pferden leider oft viel weniger an Regungen und Stimmungen zugestehen als uns selbst. Auf die Idee für diesen Artikel hat mich mein Aramis gebracht. Ihm ging [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Sorge, wer bei dem Titel nun befürchtet, dass ich Pferde hoffnungslos vermenschliche <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich fand den Titel nur sehr passend, weil mir mal wieder klar wurde, dass wir unseren Pferden leider oft viel weniger an Regungen und Stimmungen zugestehen als uns selbst.</p>
<p>Auf die Idee für diesen Artikel hat mich mein Aramis gebracht. Ihm ging es im letzten halben Jahr nicht wirklich gut. Mein sonst vor Stärke strotzender Haflinger-Mann wirkte matt und müde. Körperlich baute er ziemlich ab, stimmungsmäßig war er kaum zu motivieren. Dann kamen noch einige Erkrankungen dazu, in der Herde gingen etliche Pferde und er rutschte von der Rangfolge ganz weit nach unten ab.</p>
<p>Die Ursachen für all das waren vielfältig, das Ergebnis war, das mein sonst so motiviertes Pferd fast zu nichts mehr zu gebrauchen war.</p>
<p>Bei uns war diese Phase schon ziemlich stark, aber ich denke fast jeder von uns kennt Zeiten, in denen unsere Pferde nicht so wollen, wie wir es gewohnt sind. In denen sie faul sind und träge und unmotiviert – oder je nach Typ vielleicht auch fahrig, nervös und überängstlich. Die Frage ist, wie geht man damit um?</p>
<p>Die meisten von uns fordern von ihren Pferden einen immer  gleichbleibenden oder gar steigenden Level an Leistung und  Leistungsbereitschaft. Und wenn das Pferd nicht will, muss man sich halt  durchsetzen, nicht wahr? Schließlich soll es nicht den Eindruck  bekommen, es könne sich vor der Arbeit drücken und wir wollen ja den so mühsam erarbeiteten Trainingsstand nicht verlieren! Nein, da muss so ein Pferd durch, oder nicht?</p>
<p><span id="more-1659"></span>Und damit kommen wir wieder auf den Titel von diesem Artikel zurück. Wir Menschen haben unsere Launen und schlechte Phasen. Da fühlen wir uns müde und unmotiviert und irgendwie &#8220;down&#8221;. Manchmal kränkeln wir auch ein bisschen, ohne wirklich krank zu werden oder kämpfen mit dunklen Gedanken und Traurigkeit. Ja, und hin und wieder geraten wir auch in Lebenskrisen oder müssen Herausforderungen bewältigen, die unsere ganze Kraft fordern. Klar also, dass keine/r von uns über ein immer gleich hohes Niveau an Motivation und Energie verfügt. Und klar, dass wir manchmal einfach keinen Bock haben. Solche Phasen können mal einen Tag betreffen, mal eine Woche und auch mal eine deutlich längere Zeit.</p>
<p>Nun sind Pferde Lebewesen und auch sie sind Stimmungsschwankungen unterworfen. Sicher nicht in dem Ausmaß wie wir Menschen, denn Pferde haben ja nicht all unsere Herausforderungen des Lebens zu meistern, wie z.B. Ärger im Job, Ehekrisen,  Existenzängste, Problemen mit den Kindern oder ähnliches, aber auch ihre  Befindlichkeiten werden durch allerlei Faktoren beeinflusst. Stress in der Herde, der Verlust eines  Kumpels, körperliche Probleme, Langeweile, zu viel Druck – all das und  vieles mehr kann Pferden sehr zu schaffen machen. Besonders sensible Tiere  reagieren auch stark auf die Stimmungen ihrer Menschen und so kann eine  Lebenskrise beim Menschen auch das Pferd traurig werden lassen.</p>
<p>Ich kenne mein Pferd gut genug, um zu wissen, dass Aramis nicht faul oder unwillig ist. Wenn er nicht mag, hat er Gründe. Während ich früher leider in solchen Phasen mit mehr Druck gearbeitet habe, kann ich ihm heute Auszeiten zugestehen. Er braucht sie genauso wie ich und wie wir alle. Ja, er hat in dieser Zeit abgebaut und ja, viele erarbeitete Muskeln haben sich zurückgebildet. Aber Muskeln sind nicht alles, auch die Psyche muss mitmachen. Und seit kurzem blüht er wieder auf. Seine Augen glänzen wieder, er ist in der Rangfolge wieder weit nach oben geklettert und er ist munter und agil. Er spielt wieder mit Anthony und an den anderen Pferden in der Herde. Die Arbeit macht ihm langsam wieder Freude und damit wachsen auch die Muskeln wieder. Genauso froh wie ich darüber bin, dass er aus der schlechten Phase wieder herausgekommen ist, bin ich es darüber, dass ich ihm die Zeit gegeben habe, die er brauchte.</p>
<p>Mit diesem Text möchte ich anregen, dass wir keinen bösen Willen dahinter vermuten sollten, wenn unsere Pferde mal nicht so mitmachen, wie man es gewohnt ist, sondern dass wir uns immer wieder klar machen, dass Pferde lebendige Wesen und keine Maschinen sind. Die Welt geht nicht unter, wenn wir den vorhandenen Trainingsstand nicht immer gleich halten und die Welt geht auch nicht unter, wenn das Pferd einige Muskeln verliert. Wenn wir in solchen Phasen uns in unser Pferd einfühlen, spüren wir, wann es wieder bereit ist, etwas zu tun – und dann ist es gut, es wieder zu fördern und aus der dunklen Phase herauszuholen.</p>
<p>Aber nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/02/arundich.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1664" title="arundich" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/02/arundich.jpg" alt="" width="403" height="257" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frech, oder was?</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/01/24/frech-oder-was/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 02:10:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir bekommen immer wieder Anfragen von Pferdeleuten, die wissen möchten, wie sie sich verhalten sollen, wenn ihr Pferd &#8220;zu frech&#8221; ist. Als Beispiel wird dann genannt, dass ein Pferd an der Jacke knabbert, auf dem Führstrick herumkaut, den Putzkasten umwirft und ähnliches mehr. &#8220;So etwas kann man doch nicht durchgehen lassen, oder?&#8221; lautet die Frage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir bekommen immer wieder Anfragen von Pferdeleuten, die wissen möchten, wie sie sich verhalten sollen, wenn ihr Pferd &#8220;zu frech&#8221; ist. Als Beispiel wird dann genannt, dass ein Pferd an der Jacke knabbert, auf dem Führstrick herumkaut, den Putzkasten umwirft und ähnliches mehr. <em>&#8220;So etwas kann man doch nicht durchgehen lassen, oder?&#8221;</em> lautet die Frage mit der Bitte um Rat, wie man sich verhalten soll.</p>
<p>Bevor wir uns damit befassen, wie wir auf ein unerwünschtes Verhalten unserer Pferde reagieren, sollten wir, denke ich, zunächst uns diese Verhaltensweisen einmal genauer anschauen. Nehmen wir dazu das Beispiel von dem Pferd, das einem Menschen an der Jacke zupft. Auch wenn mir da nun vielleicht viele spontan widersprechen werden, behaupte ich: ein solches Pferd muss nicht automatisch &#8220;frech&#8221; sein.</p>
<ul>
<li> Es kann vielleicht vielmehr ein sehr kontaktfreudiges Pferd sein, das noch nicht gelernt (also wirklich verstanden) hat, dass in die Jacke beißen etwas ist, das der Mensch nicht will.</li>
<li>Es kann ein Pferd sein, das sich langweilt und das aus Frust versucht, Aufmerksamkeit zu erlangen.</li>
<li>Es kann ein Pferd sein, das zu wenig Kontakt zu Artgenossen hat und schlicht und einfach sein Grundbedürfnis nach Fellpflege ausleben will und das aufgrund des Mangels an Artgenossen eben am Menschen.</li>
<li>Es kann ein Pferd sein, dessen Mensch es in vielen Fällen &#8220;lustig&#8221; findet, wenn es an ihm herumknabbert, aber eben in manchen Momenten dieses Verhalten als frech empfindet, so dass es nicht wissen kann, was erlaubt ist und was nicht.</li>
<li>Es kann ein neugieriges Pferd sein, das alles erkunden will (und das tun Pferde nun mal mit ihrem Maul).</li>
<li>Und &#8230; und &#8230; und &#8230;</li>
</ul>
<p>Nur allein beim kurzen Nachdenken, sind mir bereits fünf mögliche Erklärungen eingefallen, von denen allenfalls eine auf ein &#8220;freches&#8221; Pferd schließen lässt und die ist hausgemacht (das Pferd von der Person, die es sonst witzig findet, beknabbert zu werden).</p>
<p>Was ich mit diesem Beispiel deutlich machen will: Ein Pferd ist nicht einfach frech, sondern es gibt Ursachen für jedes Verhalten eines Pferdes. Nur wenn wir erkennen, warum ein Pferd etwas macht, haben wir die Möglichkeit, angemessen auf das Verhalten zu reagieren. Wenn wir dem Pferd nicht, wie leider so häufig der Fall, automatisch bösen Willen unterstellen und es deshalb bestrafen, sind wir offen für freundliche Reaktionen, mit denen wir dem Pferd erklären können, dass wir sein Verhalten nicht mögen.</p>
<p><span id="more-1647"></span></p>
<p>Und das könnte z.B. so aussehen:</p>
<ul>
<li>Wir können das Pferd z.B. einfach bitten, einen Schritt zur Seite zu machen, damit das Pferd unseren Individualabstand einhält und die Jacke nicht mehr erreichen kann.</li>
<li>Wir können den Kopf des Pferdes sanft mit einem freundlichen &#8220;Nein&#8221; zur Seite schieben (ggf. viele Male, bis die Botschaft ankommt).</li>
<li>Wir können dem Pferd etwas anderes vorschlagen, für das wir es dann belohnen können.</li>
<li>Wir können das  Zupfen ignorieren und das Pferd in dem Moment loben, wenn es mit dem Zupfen aufhört.</li>
<li>Wir können auf unsere eigene Konsequenz achten und dem Pferd nicht mal etwas erlauben und dann wieder nicht.</li>
<li>Und vieles andere mehr.</li>
</ul>
<p>Auch hier wird deutlich, dass man mit etwas Nachdenken schon viele &#8220;nette&#8221; Möglichkeiten findet, ein Pferd in einem solchen Fall nicht zu strafen, sondern ihm auf eine intelligente und pferdegerechte Art beizubringen, dass das Zupfen an der Jacke nicht erwünscht ist. Dem Pferd eins auf die Nase zu geben, ist leider wahrscheinlich die Reaktion, die am häufigsten kommen wird, aber auch die traurigste.</p>
<p>Nehmen wir uns gleich noch das Beispiel mit dem Putzkasten vor. Ein Pferd das ständig den Putzkasten umwirft, ist für viele ein Ärgernis. Da wird nicht selten geschimpft oder gar gehauen. Dass wir das Pferd aber vielleicht erst selbst auf die Idee gebracht haben, in dem wir es z.B. ermutigt haben, einen Gymnastikball anzustupsen, darauf kommen wir nicht. Für ein Pferd ist zwischen einem Gymnastikball und einem Putzkasten kein so großer Unterschied und es hatte vielleicht einfach den Impuls, das neu Gelernte zu zeigen, da es für das Anstupsen des Balls ja Begeisterung und ein Leckerlie gab. Und nun überlegt mal, wie es für das Pferd wirkt, wenn es dafür nun bestraft wird &#8230;</p>
<p>Aber selbst wenn wir es nicht selbst auf die Idee gebracht haben, ist die Lösung für dieses Problem denkbar einfach: Man stellt den Putzkasten einfach ein Stück weg, so dass das Pferd ihn nicht umwerfen kann <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Worum es mir in diesem Text geht, ist dafür zu sensibilisieren, wie schnell wir oft dem Pferd etwas Böses unterstellen und wie wenig wir leider oft bereit sind, einfach einen Moment nachzudenken und zu überlegen, was das für uns störende Verhalten auslöst und welcher für beide Beteiligten nette Weg zur Lösung des Problems führen kann. Ein bisschen mehr Humor auf Menschenseite hilft hier schon enorm weiter: Wenn Ihr das nächste Mal wieder am Stöhnen über Euer &#8220;freches&#8221; Pferd seid, dann haltet doch einen Moment inne und freut Euch mit einem Lächeln darüber, dass Ihr es mit einem <strong>lebendigen Wesen</strong> mit eigenen Ideen zu tun habt. Damit unterbrecht Ihr die alten Muster und Ihr könnt über eine Alternative zum Schimpfen nachdenken.</p>
<p><a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/01/frech.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1649" title="frech" src="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-content/uploads/2012/01/frech.jpg" alt="" width="403" height="291" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>14</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie erreiche ich, dass mein Pferd über den Rücken läuft?</title>
		<link>http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2012/01/09/wie-erreiche-ich-dass-mein-pferd-uber-den-rucken-lauft/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 06:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tania</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem wir uns nun ausführlich angeschaut haben, wie es aussieht, wenn ein Pferd gut über den Rücken läuft, wird wahrscheinlich manch einer von Euch vielleicht im Vergleich mit den eigenen Fotos erkannt haben, dass das beim eigenen Pferd noch nicht so aussieht. Da stellt sich dann natürlich die Frage: Wie erreicht man, dass ein Pferd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem wir uns nun ausführlich angeschaut haben, wie es aussieht, wenn ein Pferd <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/10/13/das-auge-schulen-teil-2/" target="_blank">gut über den Rücken läuft</a>, wird wahrscheinlich manch einer von Euch vielleicht im Vergleich mit den eigenen Fotos erkannt haben, dass das beim eigenen Pferd noch nicht so aussieht. Da stellt sich dann natürlich die Frage:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wie erreicht man, dass ein Pferd gut über den Rücken läuft?</strong></p>
<p>Dieses komplexe Thema lässt sich natürlich nicht mal eben erschöpfend behandeln, aber ich möchte einige Gedanken, Hinweise und Tipps zusammentragen, die Euch auf dem Weg dahin helfen können.</p>
<p><strong>Am Anfang steht ein Check</strong></p>
<p>Zunächst muss sichergestellt sein, dass das Pferd überhaupt gut laufen KANN &#8211; und das immer wieder neu!</p>
<ul>
<li>Dazu gehört zum einen eine Überprüfung, ob das Pferd schmerzfrei ist (hier nicht nur an Lahmheiten denken, sondern auch an Verspannungen, an die Zähne u.ä.).</li>
<li>Und zum anderen muss gründlich kontrolliert werden, dass die Ausrüstung dem Pferd auch wirklich passt, hier allem voran, ob der Sattel wirklich passt. Kein Pferd kann locker und entspannt laufen, wenn der Sattel kneift oder wenn die Ausrüstung scheuert.</li>
</ul>
<p>Bitte nehmt beide Punkte nicht auf die leichte Schulter. Ja, es ist nervig, sich immer wieder mit dem Sattel zu beschäftigen oder schon wieder Geld für eine Gesundheitsbehandlung auszugeben. Aber wir können von unserem Pferd kein gutes Laufen erwarten (oder gar fordern), wenn wir nicht dafür Sorge tragen, dass es sich wohlfühlt, es keine Beschwerden und Schmerzen hat. Also am besten gleich mal überlegen,</p>
<ul>
<li>wann das letzte Mal der Zahnarzt da war (und nicht nur der Tierarzt mal einen Blick ins Maul getan hat),</li>
<li>ob es vielleicht einen Grund gibt, einen Osteopathen oder Physiotherapeuten zu rufen und</li>
<li>ob der Sattel <strong>wirklich</strong> passt.</li>
</ul>
<p><span id="more-1541"></span></p>
<p><strong>Die Ausbildung als Basis</strong></p>
<p>Nachdem wir für die Grundvoraussetzungen gesorgt haben, können wir uns aktiv daran machen, gemeinsam mit unserem Pferd ein gutes, gesundheitserhaltendes Laufen zu erarbeiten.</p>
<p>Ein nach oben schwingender Pferderücken (ob nun an der Longe oder unter dem Sattel) und eine aktive Hinterhand sind das Ergebnis einer guten Ausbildung und solider (Grundlagen-)Arbeit und das von <strong>Mensch und Pferd</strong>! Es gehört also Eure eigene Aus- und Weiterbildung genauso dazu wie die Ausbildung des Pferdes, denn unter einem Reiter, der schlecht sitzt und dem Pferd schmerzhaft in den Rücken plumpst, wird kein Pferd korrekt und gesunderhaltend laufen können. Guter Unterricht, der vor allem auf die Schulung des Sitzes und das zügelunabhängige Reiten zielt, ist also unerlässlich. Hier empfehle ich vor allem Sitzschulungen an der Longe und das nicht nur für Anfänger!</p>
<p><!--more-->Für das Pferd ist dann zunächst eine gute Longenarbeit bestens dazu geeignet, die nötige Basis zu entwickeln. Wir zeigen in unserem <a href="http://www.longenkurs.de" target="_blank">Longenkurs</a>, wie das Pferd systematisch korrekt auf einer gebogenen Linie zu laufen lernt und wie es durch verschiedene Übungen befähigt werden kann, die Hinterhand zu aktivieren und den Rücken aufzuwölben. Diese Bewegungsabläufe zu lernen, ist nichts, was von heute auf morgen gelingt, sondern es braucht Zeit, bis das Pferd die richtigen Muskeln ausbildet, um sich selbst (und später dann auch einen Reiter) gut tragen zu können.</p>
<p>Aber auch unter dem Sattel kann man einiges tun, um gesunderhaltende Bewegungsmuster zu etablieren. Ich kann hier in so einem Blogbeitrag natürlich keine komplette Reitlehre bieten, aber ich kann wenigstens einige Tipps geben.</p>
<p><strong>Tipp 1: Erstmal immer schön langsam!</strong></p>
<p>Sehr oft sieht man Pferde, die an der Longe oder unter ihren Reitern Runde um Runde in hohem Tempo durch die Bahn rennen: flacher oder sogar weggedrückter Rücken, schief in der Kurve, Kopf zu hoch oder hinter die Senkrechte gezogen. Genau damit erreicht man das komplette Gegenteil von gutem Laufen.</p>
<p>Pferde retten sich bei Balance-Problemen häufig ins Tempo nach vorne. Sie werden also immer schneller, können sich aber genau durch das hohe Tempo immer weniger ausbalancieren. Deshalb lautet mein erster Tipp: Lasst Euer Pferd nicht Hals über Kopf davon rennen &#8211; weder an der Longe (s. dazu auch den Text <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/05/19/das-leidige-thema-ablongieren/" target="_blank">Das leidige Thema Ablongieren</a>) noch unter dem Sattel.</p>
<p>Ein zu eiliges Pferd ist immer ein Pferd, das nicht korrekt läuft. Beginnt mit einem langsamen Tempo und legt immer nur so viel zu, wie Euer Pferd ausbalanciert und über den Rücken gehen kann. Das können zu Beginn (der Ausbildung, aber auch zu jeder neuen Trainingseinheit) tatsächlich oft nur wenige Schritte sein. Wird das Tempo zu hoch, gerät Euer Pferd zwangsläufig auf die Vorhand und wird im Zweifelsfall noch schneller werden, was wiederum Euch in Schwierigkeiten bringen kann. Also: Langsam und immer nur mit Bedacht das Tempo erhöhen.</p>
<p><strong>Tipp 2: Viele Übergänge! </strong></p>
<p>Übergänge sind ein hervorragendes Mittel, die Hinterhand eines Pferdes zu aktivieren &#8211; vorausgesetzt, sie werden korrekt longiert oder geritten. Übergänge, die nur aus Ziehen zum Durchparieren und Buffen oder Peitschentreiben zum Vorwärts bestehen, sind natürlich nicht gemeint &#8211; die schaden mehr als sie nutzen.</p>
<p>Gute Übergänge in die nächst höhere Gangart öffnen die Energie des Pferdes nach vorne-oben. Der Schub kommt aus der Hinterhand. Wenn Ihr das Gefühl habt (oder wenn es an der Longe so aussieht), Euer Pferd fällt gleichsam beim Antraben oder Angaloppieren nach vorne über, ist es kein guter Übergang. Ein guter Übergang in eine schnellere Gangart ist eher ein bisschen, als würde das Pferd zum Fliegen ansetzen (naja, wirklich nur ein bisschen <img src='http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ).</p>
<p>Übergänge in eine niedrigere Gangarten sollten kein abruptes Stocken sein (das erfolgt immer auf der Vorhand), sondern ein weiches Auffangen der Geschwindigkeit mit der Hinterhand und ein kraftvolles Antreten in der neuen Gangart. Wenn Ihr aus dem Galopp in den Trab wechseln wollt, dann denkt dabei nicht ans Anhalten, sondern ans Antraben, beim Wechsel vom Trab in den Schritt, denkt ans Antreten in den Schritt.</p>
<p>Auch Tempiwechseln innerhalb einer Gangart sind bestens dazu geeignet, die Hinterhand zu aktivieren und den Rücken zum Schwingen zu bringen!</p>
<p><strong>Tipp 3: Seitengänge erlernen und nutzen!</strong></p>
<p>Durch das Erarbeiten von Seitengängen, hier allem voran das Schulterherein, kann man das Pferd sehr schön leicht in der Schulter bekommen. Das Pferd lernt dabei, sich mit der Schulter verschieben zu lassen und nimmt in korrekt ausgeführten Seitengängen immer mehr Gewicht auf die Hinterhand.</p>
<p>Das gilt allerdings nur dann, wenn das Schulterherein nicht durch Ziehen und Drücken &#8220;erzwungen&#8221; wird, sondern wenn es mit Leichtigkeit geritten, geführt oder longiert wird. Voraussetzung dafür ist, dass</p>
<ol>
<li>der Mensch weiß, wie ein Schulterherein geführt, longiert und geritten wird und</li>
<li>das Pferd versteht, was gemeint ist und man ihm Zeit lässt, es zu erlernen.</li>
</ol>
<p>Ich sehe immer wieder, dass gerade beim Reiten von Seitengängen vom Reiter meist viel zu viel gemacht wird, zu viel Zügel, zu viel Schenkel. Ein Schulterherein lässt sich am besten nach einer Volte reiten, indem man einfach für einen Moment so tut, als wolle man die Volte weiterreiten, dann aber dem Pferd sanft den Weg geradeaus zeigt. Das eigene Bild, die eigene Vorstellung von der Lektion ist oft das Entscheidende &#8211; von den Hilfen ist hier fast immer weniger mehr, denn mit all den Hilfen bringen die meisten das Pferd eher durcheinander.</p>
<p>Seitengänge können dem Pferd zunächst am besten vom Boden aus bei der Arbeit an der Hand vermittelt werden. Auch an der Longe kann man das Schulterherein sehr schön erarbeiten. Pferde, die das Prinzip der Seitengänge am Boden verstanden haben, tun sich viel leichter, es auch unter dem Sattel zu zeigen.</p>
<p>Wie schon gesagt, diese Tipps können natürlich die Grundausbildung nicht ersetzen, aber für mich haben sie sich als sehr hilfreich erwiesen.</p>
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