Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.
Heute möchte ich über etwas schreiben, das ich von mir selbst gut kenne und das ich immer wieder bei allen möglichen Pferd-Mensch-Beziehungen beobachten kann: nämlich, dass wir Menschen dazu neigen, das Verhalten unserer Pferde viel zu persönlich zu nehmen.
Sätze und Gedanken wie die folgenden machen das Problem deutlich:
- “Wieso ist der Gaul nur so undankbar?” oder
- “Warum tut er mir das nur immer wieder an?” oder
- “Muss sie ausgerechnet heute so sein, wo ich doch gerade heute etwas Aufbauendes gebraucht hätte?” oder auch einfach nur
- “Das macht der mit voller Absicht!”
Vielleicht kennt Ihr solche Gedanken von Euch selbst? Und die verletzten Gefühle, die damit verbunden sind?
Wenn wir die Verhaltensweisen unserer Pferde persönlich nehmen, dann lauert eine große Gefahr: wir interpretieren das Verhalten dann auf der Grundlage unseres Menschseins. Dann kommen wir zu solchen Schlüssen, wie “Der will mich nur ärgern.” oder “Die Ziege weiß genau, wann es mir schlecht geht und tut ihr Übriges dazu.” oder gar “Der liebt mich nicht.”
Pferde können nicht verstehen, warum uns teilweise zum Heulen zumute ist, wenn sie einfach nicht tun, was wir wollen. Aus ihrer Sicht macht unsere Forderung vielleicht keinen Sinn oder wir stellen unsere Forderung so, dass das Pferd gar nicht weiß, was wir wollen oder es will uns nicht folgen, weil wir zu unsicher sind. Es gibt unendlich viele Gründe für ein Pferd, nicht zu tun, was wir von ihm verlangen. Nur indem wir wirklich verstehen, warum ein Pferd unserer Forderung nicht nachkommt, können wir bessere Wege für eine funktionierende Kommunikation und ein schönes Miteinander finden. Wenn wir aber beleidigt reagieren oder verletzt sind, weil “der Bock so undankbar ist”, schneiden wir uns von jeder Möglichkeit ab, konstruktive Lösungen zu finden. Wir vergeuden unsere Energie mit verletzten Gefühlen anstatt unser Verhalten zu hinterfragen und pferdegerechte Wege zu finden.
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12. Mai 2011 von Tania • Kategorie: Umgang • 8 Kommentare »
Nicht nur, aber vor allem im Frühling lockt unsere Pferde das Gras. Und so kann man nicht selten sehen, wie Pferde ihre Menschen fröhlich zum nächsten Grasbüschel ziehen oder beim Reiten mal eben den Kopf herunternehmen, um einen ordentlichen Bissen Grün zu erhaschen.
Ganz klar, auch für meine Hafis ist Gras das Größte. Und ja, auch meine Hafis würden gerne jeden Moment nutzen, um Gras zu naschen. Früher habe ich unzählige Male an Stricken gehangen und mich über Wiesen ziehen lassen. Ich habe geschimpft und gezetert, gezogen und gehauen. Nichts half wirklich.
Inzwischen tun meine Pferde das nicht mehr. Nicht, wenn ich sie über Gras führe und nicht, wenn ich über Gras reite; auch dann nicht, wenn ich einen als Handpferd dabei habe. Klar, sie fragen hin und wieder an, aber ich muss keine Angst haben, irgendwo hingezogen zu werden.
Wie man das erreicht und vor allem, wie man es ohne Gewalt erreicht – dazu habe ich im Folgenden vier Tipps für Euch zusammengestellt.

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5. Mai 2011 von Tania • Kategorie: Umgang • 20 Kommentare »
Na, was macht der Große da?
Gehen wir mal nachschauen – ah, er ist am Salzleckstein:
Und wie sehr er das genießt!
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28. April 2011 von Tania • Kategorie: Verhalten • 4 Kommentare »
Vor kurzem schrieb ich darüber, wie ich durch Anthony lernte, meine Pferde nicht mehr ständig vollzusabbeln. Heute geht es um eine weitere Lektion, die ich vor allem von ihm gelernt habe: meine Pferde weniger anzutatschen. Und das zu lernen, war wirklich nicht leicht und es gelingt mir auch nicht immer…
Natürlich wollen wir unsere Pferde am liebsten ständig streicheln. Sie fassen sich einfach zu gut an und wir Menschen zeigen unsere Zuneigung eben gerne durch Streicheln. Aber nicht immer tun wir unseren Pferden damit einen Gefallen.
Pferde haben nicht grundsätzlich ein Problem mit Berührungen, aber sie sind sehr verschieden, was ihr Bedürfnis nach Streicheleinheiten angeht.
- Manche Pferde lieben es, überall gekrault zu werden,
- andere haben ausgewählte Lieblingsstellen, an denen sie gerne kräftig gekratzt werden
- und wieder andere bevorzugen ganz sanfte Berührungen.
- Manche Pferden mögen bestimmte Striegel oder Bürsten lieber als andere,
- andere finden z.B. Massagen angenehmer als Streicheleinheiten oder umgekehrt.
- Manche Pferde sind ständig offen für menschliche Berührungen,
- andere entscheiden lieber selbst, wann sie Kontakt wollen.
- Und manchen Pferden bereiten Berührungen Stress.
Hinzu kommen tägliche Stimmungen und Vorlieben, so dass ein Pferd vielleicht an einem Tag gerne gestreichelt wird, ihm aber am nächsten Tag solche Knuddeleien zu viel sind. Es ist also eine gute Idee, hier wirklich mal bewusst herauszufinden, was dem eigenen Pferd gefällt und was nicht und sensibel für Zeichen von Unwohlsein zu werden.
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21. April 2011 von Tania • Kategorie: Umgang • 16 Kommentare »
Was ist schöner, als gemütlich allein im frischen Stroh ein Nickerchen zu machen?


Na klar: das Ganze mit einer netten Freundin zusammen zu machen
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14. April 2011 von Tania • Kategorie: Verhalten • 10 Kommentare »
Neulich ritt ich Anthony und wunderte mich darüber, dass er so komisch lief. Er ist sonst sehr weich zu sitzen und seine Bewegungen sind geschmeidig. Nun lief er klemmig und ich fragte mich, ob er gar lahmte…
Ich fühlte dann einmal ganz bewusst nach – und stellte fest, dass ich im unteren Rücken total blockiert war. Ich konnte da kaum seitliche Bewegungen machen. Nicht er lief also komisch, sondern ich ritt komisch! Er reagierte auf meine Rückenblockade und lief selbst klemmig.
Tja, und da habe ich mich gefragt, wie oft das unseren Pferden wohl so geht, dass sie wegen uns “schlecht laufen”, weil wir
- z.B. Verspannungen und Blockaden mitbringen, die dann sie in ihren Bewegungen behindern,
- weil wir schlecht sitzen (schief, im Ungleichgewicht, zu weit hinten oder vorne, im Stuhlsitz oder Spaltsitz usw.)
- weil wir – aus Unvermögen oder eigenen Verspannungen heraus – grobe oder falsche Hilfen geben (am Zügel ziehen, mit den Beinen boxen, unbewusste Gewichtshilfen geben usw.)
- weil wir uns verkrampfen
- oder angestaute Aggressionen mitbringen
- und vieles mehr…
Doch, was passiert in der Regel? Wir schauen auf unser Pferd und sagen: “Es läuft heute doof!” Wir geben ihm die Schuld, motzen es an, warum es nicht tut, was wir wollen und im schlimmsten Fall strafen wir es dafür, dass es “schlecht” läuft.
Dabei sind die Ursache wir selbst…
Mich hat das wieder mal sehr nachdenklich gemacht.
7. April 2011 von Tania • Kategorie: Reiten • 9 Kommentare »
Vor kurzem hatte ich über genervte Pferde geschrieben und dort aufgeführt, welche Faktoren ich als Nervauslöser sehe. Wie angekündigt will ich mir nun immer mal wieder einen dieser Nervpunkte vornehmen und Euch Anregungen geben, wie man diese reduzieren kann.
Heute geht es um das Thema “Stimme”.
Pferde kommunizieren nur in wenigen Fällen mit ihrer Stimme. Klar, es wird mal gewiehert, gequietscht oder auch geschrieen, aber z.B. anders als Hunde oder Vögel, ist der Ausdruck über Töne für das Pferd eher Ausnahme als die Regel. Im Miteinander mit Artgenossen sind Töne also Signale, die auffallen und für Aufmerksamkeit sorgen. Wenn wir Menschen nun dauerhaft Töne von uns geben, ist das ein ständiger Reiz. Macht dieser Reiz keinen Sinn für ein Pferd, wird es lernen, unsere Stimme zu ignorieren. Und genau das ist nichts, was wir wollen! Zum einen verschenken wir damit eine wertvolle Möglichkeit, mit unserem Pferd zu kommunizieren und zum anderen ist das “Abschalten” ein klares Zeichen für das Genervtsein meines Pferdes.
Weniger ist mehr
Pferde können Stimmsignale lernen und verstehen. Was sie nicht verstehen können, sind Monologe und Dauergerede.
Ich habe z.B . gerade Anthony zu Beginn der Ausbildung regelrecht vollgelabert. Zum einen aus dem Bedürfnis heraus, mich ihm verständlich zu machen und zum anderen weil ich Nähe zu ihm suchte. Ich spürte ja genau, dass mein Kleiner nicht wirklich begeistert von vielem war, was ich mit ihm tun wollte und so hoffte ich wohl, ihm die Sachen schön zu reden. Damit aber erreichte ich genau das Gegenteil. Durch meinen stimmlichen Dauerbeschuss konnte er die tatsächlichen Stimmhilfen kaum herausfiltern und er beschloss, auf Durchzug zu stellen. Den ganzen Beitrag lesen »
31. März 2011 von Tania • Kategorie: Umgang • 11 Kommentare »
Jedes Jahr im Frühling werden viele Pferde “lustig”, was mehr oder weniger lustige Folgen für uns Menschen hat… Und so häufen sich Anfragen wie:
- “Hilfe, mein Pferd spinnt, was soll ich tun?” oder
- “Wie kann ich mein Pferd vom Buckeln abhalten?”
- oder “Mein Wallach führt sich auf wie ein Hengst – wie reagieren?”
- usw.
Wenn die ersten warmen Tage kommen, zieht es viele von uns hinaus auf die Außenplätze oder ins Gelände. Endlich wieder Sonne und endlich wieder frische Luft genießen! Also satteln wir auch Pferde, die vielleicht den ganzen Winter über kaum draußen oder im Gelände waren und starten fröhlich los. Pferde, die unter Umständen den Großteil des Tages in der Box stehen. Pferde, die vor Frühlingsenergie platzen. Unsere Pferde sind darüber mehr als begeistert – oft sogar zu begeistert. Und das kann zu großen Problemen führen und wirklich gefährlich werden.
Der Frühling sorgt bei so ziemlich allen Lebensformen für überschüssige Energien. Und Pferde leben überschüssige Energien naturgemäß durch Bewegung aus: rennen, buckeln, springen und toben. Was herrlich auf einer großen Wiese anzusehen ist, ist, wenn man auf dem Pferd sitz, schnell gar nicht mehr schön.
Und was mache ich nun bei Frühlingsgefühlen bzw. was rate ich anderen? Darauf habe ich eine sehr einfache, aber sicher für viele unpopuläre Antwort: ich rate dazu, in diesen Phasen nicht aufs Pferd zu steigen!
Wir haben es in unserem Anti-Angstkurs ausführlich für viele schwierigen Situationen dargestellt: das Schlaueste ist aus unserer Sicht, Gefahren, wenn es möglich ist, zu vermeiden. Und die Gefahren, die durch überschäumende Frühlingsgefühle auftreten, sind in der Regel gut zu vermeiden.
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24. März 2011 von Tania • Kategorie: Reiten • 6 Kommentare »
Endlich Frühling! Ich glaube, in diesem Jahr haben wir alle besonders sehnlich darauf gewartet, nicht wahr?
Die Jungs jedenfalls sind begeistert und zeigen das, wie in diesem Video zu sehen ist – viel Spaß beim Anschauen!

17. März 2011 von Tania • Kategorie: Verhalten • 7 Kommentare »
In der letzten Woche machte ich mir Gedanken zum Wesen Pferd und schrieb darüber, dass wir aus meiner Sicht von einer falschen Grundannahme ausgehen: nämlich dass Pferde gefährlich sind, wenn wir sie nicht ständig kontrollieren und beherrschen.
Diese Tatsache zeigt sich sehr deutlich in der Ausrüstung – die ganz oft zur Aufrüstung wird. Wenn man sich mal umschaut, was im Pferdebereich angeboten und gekauft wird, sollte man meinen, Reiter/innen ziehen in den Krieg. Ein übertriebendes Bild? Ich finde nicht, wenn ich mal so aufzähle:
- Scharfe Gebisse mit fiesen Hebelwirkungen.
- Riemen, die Mäuler zuschnüren.
- Hilfszügel, die Köpfe justieren oder Zügeleinwirkungen verstärken.
- Sporen, die pieksen.
- Gerten und Peitschen, die schlagen.
- Kappzäume mit Metallzacken.
- Halfter aus dünnen Plastikschnüren, die scharf sind.
- Und anderes mehr.
Ich habe früher sehr viel für meine Pferde eingekauft. Ich habe zwar nicht alles mitgemacht, aber auch bei mir fanden sich Ausbinder, scharfe Gebisse, Sporen und dergleichen mehr. “Wenn man sie gekonnt und behutsam genug einsetzt, dann tun all diese Mittel nicht weh, sondern dienen der Verfeinerung der Hilfengebung.” – das habe ich mir immer selbst gesagt (oder besser gesagt schön geredet…). Den ganzen Beitrag lesen »
10. März 2011 von Tania • Kategorie: Ausrüstung • 12 Kommentare »