Tanias Hafi-Blog

Hier berichtet Tania Konnerth regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse aus der Aus- und Weiterbildung ihrer beiden Haflinger. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Die Sache mit der Stimme…

Vor kurzem hatte ich über genervte Pferde geschrieben und dort aufgeführt, welche Faktoren ich als Nervauslöser sehe. Wie angekündigt will ich mir nun immer mal wieder einen dieser Nervpunkte vornehmen und Euch Anregungen geben, wie man diese reduzieren kann.

Heute geht es um das Thema “Stimme”.

Pferde kommunizieren nur in wenigen Fällen mit ihrer Stimme. Klar, es wird mal gewiehert, gequietscht oder auch geschrieen, aber z.B. anders als Hunde oder Vögel, ist der Ausdruck über Töne für das Pferd eher Ausnahme als die Regel. Im Miteinander mit Artgenossen sind Töne also Signale, die auffallen und für Aufmerksamkeit sorgen. Wenn wir Menschen nun dauerhaft Töne von uns geben, ist das ein ständiger Reiz. Macht dieser Reiz keinen Sinn für ein Pferd, wird es lernen, unsere Stimme zu ignorieren. Und genau das ist nichts, was wir wollen! Zum einen verschenken wir damit eine wertvolle Möglichkeit, mit unserem Pferd zu kommunizieren und zum anderen ist das “Abschalten” ein klares Zeichen für das Genervtsein meines Pferdes.

Weniger ist mehr

Pferde können Stimmsignale lernen und verstehen. Was sie nicht verstehen können, sind Monologe und Dauergerede.

Ich habe z.B . gerade Anthony zu Beginn der Ausbildung regelrecht vollgelabert. Zum einen aus dem Bedürfnis heraus, mich ihm verständlich zu machen und zum anderen weil ich Nähe zu ihm suchte. Ich spürte ja genau, dass mein Kleiner nicht wirklich begeistert von vielem war, was ich mit ihm tun wollte und so hoffte ich wohl, ihm die Sachen schön zu reden. Damit aber erreichte ich genau das Gegenteil. Durch meinen stimmlichen Dauerbeschuss konnte er die tatsächlichen Stimmhilfen kaum herausfiltern und er beschloss, auf Durchzug zu stellen. Den ganzen Beitrag lesen »

31. März 2011 von Tania • Kategorie: Umgang 13 Kommentare »

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Vom Umgang mit Frühlingsgefühlen

Jedes Jahr im Frühling werden viele Pferde “lustig”, was mehr oder weniger lustige Folgen für uns Menschen hat… Und so häufen sich Anfragen wie:

  • “Hilfe, mein Pferd spinnt, was soll ich tun?” oder
  • “Wie kann ich mein Pferd vom Buckeln abhalten?”
  • oder “Mein Wallach führt sich auf wie ein Hengst – wie reagieren?”
  • usw.

Wenn die ersten warmen Tage kommen, zieht es viele von uns hinaus auf die Außenplätze oder ins Gelände. Endlich wieder Sonne und endlich wieder frische Luft genießen! Also satteln wir auch Pferde, die vielleicht den ganzen Winter über kaum draußen oder im Gelände waren und starten fröhlich los. Pferde, die unter Umständen den Großteil des Tages in der Box stehen. Pferde, die vor Frühlingsenergie platzen. Unsere Pferde sind darüber mehr als begeistert – oft sogar zu begeistert. Und das kann zu großen Problemen führen und wirklich gefährlich werden.

Der Frühling sorgt bei so ziemlich allen Lebensformen für überschüssige Energien. Und Pferde leben überschüssige Energien naturgemäß durch Bewegung aus: rennen, buckeln, springen und toben. Was herrlich auf einer großen Wiese anzusehen ist, ist, wenn man auf dem Pferd sitz, schnell gar nicht mehr schön.

Und was mache ich nun bei Frühlingsgefühlen bzw. was rate ich anderen? Darauf habe ich eine sehr einfache, aber sicher für viele unpopuläre Antwort: ich rate dazu, in diesen Phasen nicht aufs Pferd zu steigen!

Wir haben es in unserem Anti-Angstkurs ausführlich für viele schwierigen Situationen dargestellt: das Schlaueste ist aus unserer Sicht, Gefahren, wenn es möglich ist, zu vermeiden. Und die Gefahren, die durch überschäumende Frühlingsgefühle auftreten, sind in der Regel gut zu vermeiden.

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24. März 2011 von Tania • Kategorie: Reiten 6 Kommentare »

Die Jungs feiern Frühling!

Endlich Frühling! Ich glaube, in diesem Jahr haben wir alle besonders sehnlich darauf gewartet, nicht wahr?

Die Jungs jedenfalls sind begeistert und zeigen das, wie in diesem Video zu sehen ist – viel Spaß beim Anschauen!

17. März 2011 von Tania • Kategorie: Verhalten 7 Kommentare »

Gedanken zur Ausrüstung

In der letzten Woche machte ich mir Gedanken zum Wesen Pferd und schrieb darüber, dass wir aus meiner Sicht von einer falschen Grundannahme ausgehen: nämlich dass Pferde gefährlich sind, wenn wir sie nicht ständig kontrollieren und beherrschen.

Diese Tatsache zeigt sich sehr deutlich in der Ausrüstung – die ganz oft zur Aufrüstung wird. Wenn man sich mal umschaut, was im Pferdebereich angeboten und gekauft wird, sollte man meinen, Reiter/innen ziehen in den Krieg. Ein übertriebendes Bild? Ich finde nicht, wenn ich mal so aufzähle:

  • Scharfe Gebisse mit fiesen Hebelwirkungen.
  • Riemen, die Mäuler zuschnüren.
  • Hilfszügel, die Köpfe justieren oder Zügeleinwirkungen verstärken.
  • Sporen, die pieksen.
  • Gerten und Peitschen, die schlagen.
  • Kappzäume mit Metallzacken.
  • Halfter aus dünnen Plastikschnüren, die scharf sind.
  • Und anderes mehr.

Ich habe früher sehr viel für meine Pferde eingekauft. Ich habe zwar nicht alles mitgemacht, aber auch bei mir fanden sich Ausbinder, scharfe Gebisse, Sporen und dergleichen mehr. “Wenn man sie gekonnt und behutsam genug einsetzt, dann tun all diese Mittel nicht weh, sondern dienen der Verfeinerung der Hilfengebung.” – das habe ich mir immer selbst gesagt (oder besser gesagt schön geredet…). Den ganzen Beitrag lesen »

10. März 2011 von Tania • Kategorie: Ausrüstung 12 Kommentare »

Das böse Wesen Pferd!?

Eines stimmt mich im Austausch mit anderen Pferdeleuten immer sehr traurig: Und zwar die Tatsache, dass die meisten offenbar davon ausgehen, dass Pferde “böse” sind.

Immer wieder heißt es:

  • “Wenn ich ihm das durchgehen lasse, dann nutzt er das aus.”
  • “Wenn ich nicht höllisch aufpasse, dann macht er sein eigenes Ding.”
  • “Wenn ich nachgebe, dann habe ich schon verloren.”
  • “Ich muss mich bei diesem Pferd immer durchsetzen, damit sie nicht die Oberhand gewinnt.”

Genau solche Sätze habe ich auch selbst in der Vergangenheit gedacht. Und ich habe genau nach solchen Befürchtungen gehandelt. Die Überzeugung, dass Pferde nur auf ihre Chance warten, unsere Schwächen ausnutzen zu können, um dann unkontrolliert ihr Ding zu machen, wurde mir von Beginn an tief eingebläut.

Heute denke ich, dass es zu schade ist, dass ich einen solchen Start in die Pferdewelt hatte und noch trauriger bin ich darüber, dass das leider offenbar ganz vielen auch so geht. Denn heute weiß ich, dass Pferde überhaupt nicht so sind, wie sie mir beschrieben wurden!

  • Pferde sind nicht hinterlistig.
  • Sie sind nicht berechnend.
  • Pferde sind nicht fies.

Ganz im Gegenteil.

Pferde sind meiner Erfahrung nach von Natur aus Tiere, die auf Kooperation ausgerichtet sind. Sie wollen gut mit uns auskommen und wollen uns gefallen. Sie sind immer wieder zu neuen Versuchen bereit, uns zu verstehen, egal wie undeutlich und verwirrend wir kommunizieren. Sie verzeihen uns Fehler und Unachtsamkeiten genauso wie Ungerechtigkeiten und ja, auch Brutalität. Den ganzen Beitrag lesen »

3. März 2011 von Tania • Kategorie: Umgang 22 Kommentare »

Nerv nicht!

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass Anthony und ich es zu Beginn nicht gerade leicht miteinander hatten. In den ersten zwei Jahren bin ich so manches Mal an seiner vermeintlichen “Sturheit” gescheitert und habe seinen Hafi-Dickschädel mehr als einmal verflucht.

Erst als ich erkannte, dass mein Pferd nicht “stur”, sondern streckenweise schlicht und einfach genervt von mir war, kam ich mit ihm voran. Denn durch diese Erkenntnis arbeitete ich an mir und nicht an ihm. Interessanterweise schärfte diese Erkenntnis bei mir den Blick auch dafür, dass ich auch Aramis manchmal ziemlich nervte – und auch hier konnte ich durch Veränderungen an meinem eigenen Verhalten viel Positives bewirken.

Nun erlebe ich durch die Schule, mit der ich in dieser Hinsicht bei meinen Pferden gegangen bin, auch bei anderen genau dieses Phänomen: Pferde, die von ihren Menschen zum Teil leicht, zum Teil aber auch schwer genervt sind. Und da ich glaube, dass vielen Menschen gar nicht klar ist, dass sie ihre Pferde nerven, dachte ich mir, schreib ich einfach mal darüber.

Woran erkennt man, ob ein Pferd genervt ist?

Viele scheinen gar nicht wahrzunehmen, dass ihr Pferd genervt ist. Von außen ist es natürlich leichter zu erkennen, zumal man nicht so stark emotional verbunden ist. Aber wir können selbst sensibler für die Anzeichen werden, wenn wir uns trauen, ein bisschen genauer hinzuschauen.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, da ehrlich mit sich selbst zu sein – schließlich möchte man doch sooo gerne von seinem Pferd geliebt werden. Aber – und auch das weiß ich von mir selbst – oft sind es gerade diejenigen, die besonders dringend von ihren Pferden geliebt werden wollen, die ihre Pferde nerven. Den ganzen Beitrag lesen »

24. Februar 2011 von Tania • Kategorie: Umgang 16 Kommentare »

Wülde Hängschte :-)

Ein bisschen Hengst steckt noch in jedem Wallach :-)

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17. Februar 2011 von Tania • Kategorie: Verhalten 6 Kommentare »

In der Not frisst der Teufel Fliegen…

… und Pferde fressen braunes Kraut ;-)

Das Zeug war im Sommer doch mal grün und essbar:

Dann kann man das sicher auch jetzt noch fressen:

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10. Februar 2011 von Tania • Kategorie: Verhalten 9 Kommentare »

Mal wieder in den Spiegel geschaut…

Neulich hatte ich mit Anthony mal wieder so eine Phase… Ich hätte ihm eigentlich gerne etwas Neues beigebracht, aber Anthony reagierte wie Anthony und sagte: “Nö, verstehe ich nicht und find’ ich eh doof.”

Als ich dann Babette davon erzählte sagte ich: “Ich wünschte, er wäre ein bisschen offener für Neues, eben neugierig und gespannt darauf, was ich vorhabe.” Und schon während ich das sagte, dämmerte mir mal wieder eine gute Portion Selbsterkenntnis.

“Tania,” dachte ich so bei mir “könnte es sein, dass Anthony dir da ziemlich ähnlich ist?”

Tja, und mit diesem Gedanken fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich bin genauso! Wenn mir jemand etwas vorschlägt, mir zeigen oder beibringen will, verschränke ich die Arme (real wie symbolisch) und bin erst einmal nur eines: skeptisch. Nun kann Anthony nicht seine Arme verschränken, aber er zeigt mehr als deutlich, dass er eben auch genau das ist: skeptisch. Manchmal habe ich den Eindruck, ich könnte jeden Satz, den ich mit “Mein Pferd…” beginne, eigentlich in “Ich…” umformulieren :-D

Und die Moral von der Geschicht’? Ich arbeite jetzt erstmal wieder ein bisschen an mir selbst, bevor ich von meinem Pferd erwarte, dass er sich begeistert auf Neues einlässt ;-)

3. Februar 2011 von Tania • Kategorie: Erkenntnisse 4 Kommentare »

Freiarbeit im Schnee

Über meine Freiarbeit habe ich ja schon öfters berichtet. Letztes Jahr hatte Anthony ja schon mal vorgeschlagen, Freiarbeit im Schnee zu machen (s. dieses Video) – und das setzen wir auch in diesem Winter weiter fort. Auf der großen Wiese ist das allerdings noch eine größere Herausforderung, da hier die Weite lockt und man als Mensch auf zwei kurzen Beinen ziemlich schnell merkt, kein Lauftier zu sein ;-)

Aber – wenn die Pferde bei einem sind und selbst auch Lust zu dieser Arbeit haben, geht das durchaus auch auf großen Flächen! Da eine Freundin (danke an Nele!) Fotos von uns machte, kann ich Euch ein bisschen daran teilhaben lassen.

Hier arbeite ich mit Aramis am Trab:

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27. Januar 2011 von Tania • Kategorie: Freiarbeit 5 Kommentare »

Ich bin Tania Konnerth und das sind meine beiden Hafis:

Mein Großer: Aramis, geb. 1992
Mein Kleiner: Anthony, geb. 2003

Aramis ist seit 1999 bei mir, Anthony seit 2006. Hier stelle ich die beiden vor und in diesem Blog berichte ich über das Lernen mit und von meinen Pferden und über unsere Entwicklung.

Ich bin Autorin und habe zusammen mit Babette verschiedene Selbstlernmedien erstellt.

Was ich sonst noch mache, ist auf www.taniakonnerth.de nachzulesen.